Prozess gegen mutmaßliche Mitbetreiber einer Cannabis-Plantage in Wien

Der Prozess wurde vertagt.
Der Prozess wurde vertagt. ©APA/HANS PUNZ
Am Mittwoch standen zwei mutmaßliche Mitbetreiber einer Cannabis-Plantage in Wien vor Gericht. Der Prozess wurde vertagt.

Am Mittwoch hat am Wiener Landesgericht der Prozess gegen zwei mutmaßliche Mitbetreiber einer im Jahr 2018 aufgeflogenen Cannabis-Plantage begonnen. Auf die in einer Halle in der Brunner Straße in Wien-Liesing angelegte Indoor-Plantage war die Polizei aufmerksam geworden, weil sich im Zug von Grabungsarbeiten der Gehsteig abgesenkt hatte.

Möchtegern-Anpflanzer waren besonders dreist vorgegangen

Wie sich in weiterer Folge bei der Inspektion der Halle und des umliegenden Geländes zeigte, waren die Möchtegern-Anpflanzer besonders dreist vorgegangen. Um den benötigten Strom für die Anlage zu bekommen, hatten sie einen zwei Meter tiefen Schacht gegraben, um an die Starkstromleitung der Wiener Linien zu gelangen. Sie zapften die 220-Volt-Leitung an, leiteten diese in die Halle um und schlossen sie an einen Transformator an.

Der infolge der Grabungsarbeiten eingesackte Gehsteig verhinderte allerdings die Inbetriebnahme. Das 1,2 Meter breite und 2,6 Meter tiefe Loch war einfach nicht zu übersehen. "Das Ganze war auch eine Sachbeschädigung an kritischer Infrastruktur", betonte nun die Staatsanwältin zu Verhandlungsbeginn gegen zwei Angeklagte, die gemeinsam mit weiteren Mittätern vorgegangen sein sollen.

Immobilienentwickler und Arbeiter bestritten Vorwürfe

Beim einen Angeklagten handelte es sich um einen 36-Jährigen Immobilienentwickler. Der Mann hatte die Halle angemietet. Die Staatsanwältin bezeichnete ihn als "Mastermind", der - wie weitere Erhebungen ergaben - eine zweite Cannabis-Plantage in einer Ortschaft unweit von Wien zum Leben erweckt hätte. In dieser Halle in Niederösterreich habe es bereits die benötigte Infrastruktur - Lampen, Belüftungsanlagen, Stromleitungen, Tröge - gegeben. Beim Erstangeklagten habe man im Zug einer Hausdurchsuchung umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, legte die Staatsanwältin dar.

Der von Verteidiger Harald Schuster vertretene Immobilienentwickler betonte, er habe mit der ganzen Sache nichts zu tun. Er habe die Halle einem Mann weitervermietet, der in bar die Miete bezahlt habe. Mehr habe ihn nicht interessiert. Dass dort offenbar Vorbereitungen zum Suchtgifthandel getätigt wurden, sei ihm "natürlich nicht" bekannt gewesen.

Beim Zweitangeklagten handelte es sich um 40-jährigen Arbeiter, dessen DNA-Spuren am Tatort gefunden wurden. "Er ist Arbeiter, er hat dort am Zubau Arbeiten verrichtet", hielt sein Verteidiger Josef Phillip Bischof fest. Die Verdachtslage reiche für einen Schuldspruch nicht aus.

Verhandlungen auf 23. April vertagt

Die Verhandlung wurde auf 23. April vertagt. Es müssen noch zahlreiche Zeugen gehört werden.

(APA/Red)

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