Protestsongcontest: Die Gewinner

Am 12.02. wurden im Wiener Rabenhoftheater die besten Protestsongs 2008 von einer Jury gekürt. Wie immer führten Stermann und Grisseman durch den Abend, der auf FM4 live übertragen wurde. Impressionen

1. PLATZ: RUPERT’S JAZZ CONSTRUCTION (A / Wien)

„Lehn Dich auf“

Die Mitglieder von Rupert’s Jazz Construction kennen sich schon zu lange, als dass sie sagen könnten, wie lange die Formation schon existiert. Sicher ist, dass der Initiator und Namensgeber vor ewigen Zeiten verschwunden ist, um die österreichische Politlandschaft zu verändern, und dass die Band noch nie in ein und derselben Besetzung live gespielt hat.

Musikalisch ist von Rupert’s Jazz Construction beinahe alles zu erwarten von Elektro-Punk über Dubstep bis Break Core (Swing und Hard-Bop wurden schon von Anderen hinreichend erforscht und werden vom RJC Dj Kollektiv regelmäßig aus der Plattenkiste zurück auf den Tanzboden gehievt).

Jetzt ist Zeit der Ernte. Handelt es sich bei RJC doch um ein Kollektiv, das aus dem Bedürfnis heraus entstanden ist, die Wohnzimmerstudios hinter sich zu lassen und in feuchtkalten Probekellern laut vor sich hin zu rotzen, wie früher, wie es immer schon war. Hier sucht die Jazz Construction in wechselnder Besetzung in endlosen Sessions sich selbst, sich selbst und – nicht ohne einen Funken Hoffnung – sich selbst.
Denn für die Band bleibt das Scheitern ein Ziel und der Weg ein anderes.
Für den Protestsongcontest haben sich RJC vorgenommen, alle Kräfte gebündelt in einen Track zu packen, um einen Hit zu komponieren für Vater und Tochter, Mutter und Sohn.

„Rupert’s Jazz Construction ist für den Widerstand wie ein guter Rotwein zu einem Stück französischem Käse“ (Alfons Grubenbauer)

2. Platz: BLUESBRAUSER (A/Salzburg)

„I fiacht mi vor’m Friseur“

„Bluesbrauser“ – Die beste Mundart-Band des Salzach Deltas unterwegs mit brandneuer CD
” ‘Schmäh’ und Rhythmus verschmelzen zu einer heissen, musikalischen Mahlzeit bei den Bluesbrausern.” [Robert Innerhofer/Salzburger Nachrichten]

“Das Genre in dem sich die Blusebrauser und ihr Frontman Alexander “Xandi” Reicher bewegen, ist ihr eigenes. Denn bei der Pongauer Band treffen in Mundart vorgetragener Wortwitz gespickt mit Selbstironie sowie versteckter Boshaftigkeit nicht nur auf rollenden, transparenten Rhythm & Blues („I muas in di Schui“) sondern auch auf lebendig-freche Volxmusik („Psycho“), A cappella („Auf und davon“, „Kebap“), Funk („Nudelzua“) und gefühlvolle Balladen („Erika“). Als Sextett gestartet, ist die Band seit 2005 zu viert unterwegs. Dies hatte zur Folge, dass musikalisch quasi eine Entschlackungskur vorgenommen wurde und heute großteils akustisch musiziert wird.

Alex Reicher erzählt uns in seinen Liedern Geschichten, die oft in seiner Jugend verhaftet sind. Von der heimlichen Liebe zur Mama eines guten Freundes im Lied “Annelies” beispielsweise. Oder auch der Traum irgendwann ein großer Kicker zu sein, wird augenzwinkernd thematisiert. Dies geschieht freilich immer mit einer fetten Portion Selbstironie und das Tragisch-Komische ist bestimmendes Element. Auch eine gewisse subversive Kraft ist dabei durchaus zu erkennen. Nur scheinbar blauäugig und unerfahren, in Wirklichkeit aber höchst schlitzohrig, werden köstliche Obszönitäten aufs geneigte Publikum losgelassen. Und das führt neben schallendem Gelächter und blitzenden Augen wohl auch gelegentlich zu Unverständnis und Skepsis.” [Text: Robert Innerhofer/Salzburger Nachrichten]

Für die Aufnahme und den Mix der neuen CD “I fiacht mi vor’m Friseur”, die 12 neue Lieder umfaßt, wurde Wolfgang Spannberger (Tontechniker und Co-Produzent von Hubert von Goisern) betraut.
Außerdem wurde für das Titellied der neuen CD “I fiacht mi vor’m Friseur” ein Video in Eigenregie produziert.

3. Platz: HINTERLAND (A)

„Da Wessely“

Um sich klischeeartigen Sprüchen und Bildern zu entziehen, gibt es üblicherweise zwei Möglichkeiten: Entweder bei jeder Gelegenheit die Unrichtigkeit dieser Vorurteile zu betonen oder in einer Art Gegenangriff sich selbst diese Klischees freiwillig umhängen. Die Hillbillies von Hinterland agieren auf zweiterer Ebene und tragen ihr „Bauernimage“ stolz vor sich her, auch wenn keiner von ihnen einem Landwirtschaftsbetrieb entstammt. (Flip, The Message 31, Zwa Seiten Review)

Hinterland besteht aus den beiden MC’s Akinyemi und Sirius die an den Turntables von den DJ’s Abillity und Hooray unterstützt werden.
2005 wurde als erstes Lebenszeichen die Demo CD Bloodclath Bauerncrew Demo veröffentlicht. Die beiden letzten Jahre spielte die Band etliche Live Konzerte und arbeitete an ihrem Debütalbum „Zwa Seiten“. Das Album erschien im September 2007 beinhaltet 19 Tracks und featured: Muff (Random), Average (Die Au), Wort:Wörtlich, Dj Dan (Text), Def Ill und Dokta GC (Die Antwort). Die Beats stammen unter anderem von Dokta GC, Whizz Vienna, Flip, Akinyemi, Abillity, Def Ill, Digga Minds uvm.

Die Texte werden sowohl in hochdeutsch als auch in im Dialekt verfasst und mit Cuts verfeinert, die mit großer Sorgfalt zum Thema passend gewählt wurden. Weiters wird großer Wert darauf gelegt Inhaltlich breit gefächert zu sein. So gibt es sowohl politische Tracks und Battle-Tracks bis hin zu den heutzutage eher selten gestreuten Conscious Nummern. Summa summarum kann man sagen man versucht sich nicht in die Hip – Hop eigenen Kategorien pressen zu lassen sondern mit der eigenen Mischung eine Stimmung zu kreieren die für jeden was dabei hat.

Vor 2 Jahren wurde das Künstlerkollektiv Hillbilly Souldiers gegründet. Unter diesem Deckmantel vereinen sich „die Au“ (Average und Dj Url) und Hinterland.

Die beiden DJ’s der Crew haben sich mit zahlreichen Mixtapes (siehe Releases) schon einen Namen in der Szene erarbeitet. Auf diesen Mixtapes konnte man meist Exclusiv-Tracks der Band finden. Weiters wurden die beiden MC’s auf dem Tonträger Allstars Mixtape gefeatured, die auch auf der FM4 Soundselection zu finden ist.

Im Herbst/Winter 2007 tourte Hinterland zusammen mit Texta als Support der Paroli Tour durch Österreich, die Schweiz und Deutschland.

Hörproben auf:
www.protestsongcontest.at

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