Programm der Wienwoche 2014: Massenhochzeit und WKR-Ball

Das Leitungsteam der Wienwoche hat nun das Programm präsentiert.
Das Leitungsteam der Wienwoche hat nun das Programm präsentiert. ©Wienwoche
Am 12. September 2014 startet die dritte "Wienwoche". Auf dem Programm des Kulturfestivals stehen heuer unter anderem eine transnationale Massenhochzeit, "Bad Weibz" in der Party-Bim und - als Eröffnung - ein WKR-Ball in den Räumlichkeiten der Hofburg.
Rückblick auf 2013
Motto für 2014

Beim WKR-Ball der Wienwoche steht WKR freilich nicht für “Wiener Korporationsring” – den Vorgänger des von Burschenschaftern veranstalteten nunmehrigen Akademikerballs – , sondern für “Wiener Kopulationsring”. “Wir geben die queere Antwort auf den Akademikerball, von Antifaschisten mit oder ohne Migrationshintergrund”, wie Can Gülcü, Mitglied des Wienwoche-Leitungsteams, am Donnerstag bei der Programmpräsentation erklärte.

WKR-Ball bei der Wienwoche

Nach einem Demozug vom Museumsquartier zum Michaelerplatz inklusive Kundgebung erwartet die Ballgäste am 12. September ein Sektempfang in der Hofburg. Wobei allerdings nicht die Prunkräume bespielt werden, sondern das über der Batthyanystiege beheimatete Institut für Theaterwissenschaft. Das Fest selbst – organisiert von der “Perversen Initiative” – geht dann im Lokal Aux Gazelles über die Bühne.

“Migrationale” und Massenhochzeit

Die Organisatoren setzen aber auch auf Aktionistisches mit weniger Provokationspotenzial: In der Ottakringer Brunnenpassage wird etwa die “Migrationale” ausgerufen – eine Art Tauschbörse, wie Co-Leiterin Petja Dimitrova informierte. Als “Händler” fungieren unter anderem Asylwerber, die aufgrund der Gesetzeslage nicht arbeiten dürfen, deren Know-how man aber sichtbar machen wolle. Angeboten werden von Sprachunterricht über Beratung bei Behördenwegen bis zur Fahrradreparatur. Bei der “Love Migration” sollen hingegen mittels symbolischer Massenhochzeit im Augarten (behördliche) Schwierigkeiten in Sachen Liebe und Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft in den Fokus gerückt werden.

Mit derlei niederschwelligen Initiativen, die außerdem allesamt bei freiem Eintritt zugänglich sind, will die Wienwoche auch jene Menschen ansprechen, die sich wenig oder ablehnend mit Migration beschäftigen. “In Österreich gibt es immer noch eine Parallelgesellschaft”, meinte Radosina Patulova vom Leitungstrio: “Wir leisten hier Erste Hilfe.” Das Thema sei “heiß” und ein “Dauerbrenner” in Politik und Medien, wobei Patulova in dem Zusammenhang “vielschichtiges Denken” vermisst.

Einblick in den Alltag von Migranten bekommen

Um den Blick in den Alltag von Menschen, die hier leben wollen, zu ermöglichen, geht es im Projekt “WIENerWARTEN” um Geschichten vom Warten – auf Bestätigungen, Aufenthaltsbewilligungen oder Behördentermine. Prominente Einwanderer wie Autor Dimitre Dinev oder Poetryslammerin Yasmo erzählen in der Wienbibliothek von Geduld und Enttäuschung, Langeweile und Angst. Der dazu erscheinende Erzählband enthält zudem Interviews mit Personen, die derzeit im Einwanderungsprozess nach Österreich stecken.

Wahlrecht und Bettelverbot werden thematisiert

Neben Kurzfilmabenden, einer Kampagne zur “schikanösen Praxis des Bettelverbots” und einem Leseabend zum historischen (gerichtlichen) Kämpfen von Gastarbeitern um Wahlrecht oder Sozialleistungen spielt Musik bei der Wienwoche eine große Rolle. In der Szene Wien in Simmering präsentiert die zwölfköpfige Combo “Bad Weibz” Breakdance und Rap abseits genreüblicher Dicke-Hose-Attitüden, erste Kostproben sind zuvor in einer Party-Bim zu hören, die von der Börse zur Konzertlocation gondelt. Beschlossen wird die heurige Wienwoche, deren Budget in Höhe von 453.000 zur Gänze von der Stadt Wien bezahlt wird, am 18. September mit einer “langen Nacht der GastarbeiterInnenmusik” – Titel: “Gazino Royal Viyana”. (APA)

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