"profil": Krebspatient erhält "Soforthilfe" von WGKK

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Jener 52-jährige Radiologe, der erst mit 15-monatiger Verspätung von seiner Krebsdiagnose am Wiener Hanusch-Krankenhaus erfahren hat, bekommt von der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) 20.000 Euro Soforthilfe.

Dies berichtet das Nachrichtenmagazin “profil” in seiner kommenden Ausgabe. Bei dem 52-jährigen Mann war nach einer Hämorrhoiden-Operation Darmkrebs diagnostiziert worden. Doch die postalisch versendete Aufforderung an den Arzt von Beruf, zur Befundbesprechung ins Spital zu kommen, erreichte ihn offenbar nie.

15 Monate später musste ein in der Zwischenzeit bereits “weit fortgeschrittenes Krebsleiden” diagnostiziert werden. Die offenbar tragische Verkettung von Zufällen: Der Patient ist selbst Arzt. Er hat sich ein Haus gebaut. Als er zum ersten Mal im Spital war, hatte er ganz korrekt die Grundbuch-Adresse seines neuen Hauses angegeben. Bei einer ihm verordneten Untersuchung mittels Magnetresonanz und einer Darmspiegelung wurde ein Polyp entdeckt und abgetragen. Die Gewebeuntersuchung hätte auf ein Karzinom hingedeutet. Also wollte das Spital den Patienten benachrichtigen.

In der Zwischenzeit allerdings hatte die Gemeinde, in der der Mann wohnt, für das neu gebaute Haus eine Postadresse vergeben. Da diese nun plötzlich anders als die ursprüngliche Grundbuchadresse war, sei der Brief nie angekommen. Es gebe also kein Verschulden des Spitals, hatte ein Sprecher der WGKK bei Bekanntwerden der Angelegenheit erklärt. Warum der Mediziner nicht eventuell nachgefragt habe, wo denn sein Befund bleibe, war zunächst ungeklärt geblieben.

Bei der WGKK betonte man, dass die nunmehrige finanzielle Zuwendung kein Schuldeingeständnis sei. Im Zuge der Affäre waren Forderungen nach formell abgesicherter Information solcher Patienten erhoben worden, was im Wiener Landeskrankenanstaltengesetz offenbar nicht vorgesehen ist.

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