Pröll-Abgang als Landeshauptmann in NÖ: Latte für die Nachfolge liegt hoch

Johanna Mikl- Leitner wird als mögliche Nachfolgerin von Erwin Pröll gesehen
Johanna Mikl- Leitner wird als mögliche Nachfolgerin von Erwin Pröll gesehen ©APA/HERBERT PFARRHOFER
Erwin Pröll hinterlässt große Fußstapfen: Die Latte für den Nachfolger oder die Nachfolgerin des scheidenden niederösterreichischen Landeshauptmannes liegt hoch. Hat es Pröll doch in der letzten Landtagswahl-Runde österreichweit als einziger geschafft, die Absolute zu erhalten.
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In Vorarlberg ging sie 2014 verloren, bei der ersten Wahl, die Markus Wallner als Nachfolger Herbert Sausgrubers zu schlagen hatte. Die 50,79 Prozent, die die VP NÖ 2013 schaffte, sind das mit großem Abstand stärkste Landtagswahl-Ergebnis innerhalb der ÖVP – und auch im Vergleich mit der SPÖ. Nur in Vorarlberg hielt sich die Volkspartei (trotz einem Verlust von neun Prozentpunkten) noch über der 40er-Marke – in Wien schnitt sie 2015 erstmals nur mehr einstellig (9,24 Prozent) ab.

Niederösterreicher unter Pröll: Bestes Ergebnis

Das beste parteiinterne Ergebnis hatten die Niederösterreicher unter Pröll schon bei den Landeswahlen von 2008 bis 2010, damals lag allerdings Vorarlberg aber noch knapp über 50 Prozent. In der Wahlrunde 2003 bis 2005 hatte der Vorarlberger Sausgruber noch knapp die Nase vor Pröll.

In diesen Wahlen nach dem Ende der schwarz-blau-orangen Bundeskoalition gingen die Absoluten reihum wieder verloren – die roten in Wien und im n fast allen BundesländernBurgenland, die schwarzen in Tirol und Vorarlberg. Nur Pröll konnte sie 2013 überraschend halten.

ÖVP n fast allen Bundesländern auf historischem Tief

Mittlerweile ist die ÖVP (wie auch die SPÖ) in fast allen Bundesländern auf das historisch schlechteste Ergebnis eingebrochen – nur in Kärnten und in Niederösterreich nicht. Pröll war dies gleich zu Beginn seiner Amtszeit widerfahren: Bei seiner ersten Wahl 1993 verlor die VP NÖ 3,37 Punkte und landete am Tiefststand von 44,23 Prozent. Auch 1998 – am Höhepunkt der FPÖ-Erfolge unter Jörg Haider – lief es mit 44,87 Prozent nicht viel besser.

Parteiintern waren die Niederösterreicher bei den ersten Pröll-Wahlen nur die Vierten, hinter Tirol und Vorarlberg sowie einmal der Steiermark und einmal Oberösterreich. Erst ab 2003 ging es bergauf – und zwar ziemlich steil über 53,29 auf 54,39 Prozent im Jahr 2008, fast der beste Wert der Zweiten Republik. So konnte Pröll 2013 trotz Verlust die Absolute halten.

ÖVP NÖ schafft Wählermobilisierung

Dass die VP NÖ es versteht, Wähler zu mobilisieren, zeigte sich auch bei Bundeswahlen: Bei den sechs Nationalratswahlen in Prölls Amtszeit schafften die Niederösterreicher dreimal Platz 1 – auch bei der letzten Wahl 2013 -, einmal Platz 2 und zweimal Platz 3 im ÖVP-internen Vergleich, sie lagen immer deutlich über dem Schnitt.

Und im ersten Wahlgang der Bundespräsidenten-Wahl bescherte Niederösterreich dem ÖVP-Kandidaten Andreas Khol noch das vergleichsweise beste Ergebnis (14,20 Prozent).

Wahlergebnisse der ÖVP bei der jeweils letzten Landtagswahl

Land         Termin   Stimmen Prozent Rang VP-LH  
BURGENLAND 31.05.2015  54.080  29,08   2   -
KÄRNTEN    03.03.2013  46.696  14,40   3   -
NÖ         03.03.2013 495.557  50,79   1   Erwin Pröll
OÖ         27.09.2015 316.290  36,37   1   Josef Pühringer
SALZBURG   05.05.2013  77.312  29,01   1   Wilfried Haslauer
STEIERMARK 31.05.2015 184.301  28,45   2   Hermann Schützenhöfer
TIROL      28.04.2013 124.689  39,35   1   Günther Platter
VORARLBERG 21.09.2014  71.205  41,79   1   Markus Wallner
WIEN       11.10.2015  76.959   9,24   4   - 

(apa/red)
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