Premiere von 'Quartett' bei den Wiener Festwochen

Zwei Menschen, keine Emotion: Quartett bei den Wiener Festwochen.
Zwei Menschen, keine Emotion: Quartett bei den Wiener Festwochen. ©Wiener Festwochen
Eine Stunde und 20 Minuten dauert die Multimedia-Oper 'Quartett' der Wiener Festwochen. Die sind kurzweilig, aber komprimiert und intensiv.

Ein einziger Raum ist die Bühne für die Multimedia-Oper des italienischen Komponisten Luca Francesconi, die auf Heiner Müllers Bühnenfassung des Romans “Gefährliche Liebschaften” von Pierre-Ambroise-Francois Choderlos de Laclos basiert. Der Inhalt: Ein Duett zwischen der Marquise de Merteuil und dem Vicomte de Valmont das alles hat, nur kein Herz und keine Emotion. Das Publikum bei der Festwochen-Premiere am Mittwoch zeigte sich beeindruckt, auch wenn das Werk trotz der Kürze etwas sperrig ist.

Quartett der Festwochen ist hoch konzentriert

Isolation ist das Hauptthema der Stückes, die von Regisseur Alex Olle perfekt herausgearbeitet wurde. Räumliche Enge und Klaustrophobie sowie 13 Szenen, in denen sich die Protagonisten annähern – aber nur körperlich, denn ansonsten haben sie sich nicht viel zu sagen. Die Welt um sie ist kalt, das Bühnenbild tut das Seinige, wandelt sich von Wasser zu Stein zu Leinwand.

Passend dazu hat Komponist Francesconi, der auch das Libretto verfasste, seine Musik angelegt. Tonband kommt ebenso zum Einsatz wie analoge Instrumente. Die Klänge schweben, doch sie bleiben, wie die Charaktere auf der Bühne, kalt, distanziert und emotionslos. (APA/Red)

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