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Prater mit Nostalgie-Fassaden

Bild: APA
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Der Wiener Prater bekommt einen Eingangsbereich im Nostalgiestil. Am Riesenradplatz entstehen vier neue Bauteile, denen Kulissen nach dem Motto „Was es in Wien um 1900 gegeben hat“ vorgesetzt werden. Schon regt sich Kritik.

Das erklärte Vizebürgermeisterin Grete Laska (S) im Gespräch mit Journalisten. Präsentiert wurde nur ein kleiner Teil davon: Der geplante Gastronomiebereich wird demnach bis 2008 einen Neobarock-Vorbau erhalten.

Die Gestaltung der übrigen Bereiche hänge von den jeweiligen Nutzern ab und soll frühestens Ende August vorgestellt werden, hieß es. Klar ist jedenfalls, dass die neuen Gebäude 16.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche umfassen, in ihrer Grundstruktur 32 Mio. Euro kosten (von denen Wien 15 Mio. Euro übernimmt) und Ende April 2008, spätestens aber zur Eröffnung der Verlängerung der U-Bahn-Linie U2 am 10. Mai 2008 fertig sein sollen. Gebaut wird bereits. Gestern, Dienstag, kam es dadurch zu einem zweistündigen Stromausfall im Prater.

Die Pläne für die Umgestaltung stammen von Architekt Martin Valtiner und seiner Firma explore 5D. Als einer der Gewinner eines früheren Ideenfindungsbewerbes sei er direkt beauftragt worden, hieß es. Die Leasing-Finanzierung erfolgt durch die Kommunalkredit sowie die Investkredit-Tochter Immoconsult. Durchgeführt wird das Projekt von der Riesenradplatz Errichtungsgesellschaft, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt Wien Marketing und Prater Service Gesellschaft.

Vorgesehen sind acht bis neun Meter hohe Bühnenbilder rund um den 60 Meter breiten Platz mit 2.500 Quadratmeter Freifläche. Die Gebäude dahinter – eines davon mit Groß-Diskothek – sollen zwölf Meter hoch werden. Den Fachbeirat für Stadtplanung und Stadtgestaltung müsse man damit nicht befassen, gab sich Laska überzeugt: „Das ist kein Architekturprojekt. Im Inneren sind es Industriebauten, mit einer Kulisse im Außenbereich.“

Gegenüber ersten Plänen wurde der Zugang vom Praterstern kommend verbreitert und begradigt. Das Fassadenbühnenbild wird nicht mehr generell vorgegeben, sondern mit den künftigen Betreibern abgestimmt.

Begleittross euphorisch

Als Unterstützer hatte Laska eine Reihe von Prater-Unternehmern im Schlepptau, die sich trotz ihrer Mitgliedschaft im eher kritisch eingestellten Praterverband durchwegs euphorisch zeigten. „Endlich haben wir etwas, das attraktiv aussieht und dem Riesenrad und der Stadt Wien gerecht wird“, jubelte etwa Riesenrad-Chef Peter Petritsch. Er werde sich dem Projekt anschließen und den erst kürzlich modern gestalteten Eingang zu seiner Attraktion nostalgisch ummodeln. „Sprich, der rote Kobel muss weg“, so Petritsch voller Tatendrang.

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