Polizei räumt besetztes Haus

Die Polizei hat am Sonntagabend ein seit Jahren leerstehendes Haus in der Spitalgasse in Wien-Alsergrund geräumt, das am Vorabend mehrere Dutzend Aktivisten in Beschlag genommen hatten. Bilder der Polizeiaktion  Video: 

Nachdem gegen 22.45 Uhr die letzten Hausbesetzer aus dem fünfgeschoßigen Gebäude gebracht worden waren, ging die Feuerwehr daran, den Eingangsbereich zu verriegeln. Bis Montag früh wird der Hauseingang bewacht.

Das in bester innerstädtischen Lage befindliche Haus gilt unter Anrainern als Spekulationsobjekt. Aktivisten hatten dieses am Samstagabend unter dem Motto “Queerfeministische Raumaneignung” besetzt. Bis zu 200 Personen hielten sich im Inneren auf, um sich an Workshops zu beteiligen oder Party zu feiern.

“Die Raumsituation in Wien spricht unerträgliche Bände. Überteuerte Mieten machen das Leben für die meisten Menschen zu einem täglichen Kampf. Gleichzeitig stehen unzählige Häuser in Wien leer. Es ist das bekannte Spiel im Kapitalismus um die Steigerung des Marktwerts”, formulierten die Besetzer in einem Kommunique die Ausgangssituation, die sie zu ihrer Aktion bewogen habe.

Nachdem der Hausbesitzer von der Sache erfahren hatte, war rasch ein Räumungsbefehl erwirkt, den die Polizei am Sonntag ab 19.40 Uhr zu vollziehen begann. 70 Beamte und mehrere Diensthunde waren an der Räumung beteiligt, die Spitalgasse war zuvor zwischen der Alser Straße und der Lazarettgasse für den Verkehr gesperrt worden. Vor dem Haus selbst hinderte ein Polizeikordon rund 100 Sympathisanten, die immer wieder lautstark ihren Unmut in Bezug auf die Amtshandlung kundtaten, am Näherrücken.

Nach und nach wurden die 50 bis 70 verbliebenen Besetzer einzeln aus dem Gebäude geschafft, die sich zum Teil mittels einer “Sitzblockade” dagegen sträubten. Die einschreitenden Polizeibeamten wurden teilweise mit Tomaten, Blumen, Wasser- und Bierbechern beworfen.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 9. Bezirk
  • Polizei räumt besetztes Haus
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen