Polizei: Keine neue Ermittlungsansätze

Für die Polizei hat auch das am Mittwochabend vom ORF ausgestrahlte erste Fernsehinterview mit Natascha Kampusch keine neuen Ermittlungsansätze gebracht.

„Das waren alles Dinge, die wir bereits gewusst haben“, sagte Generalmajor Gerhard Lang vom Bundeskriminalamt (BK) auf APA-Anfrage. „Zur 95 Prozent ging es um Dinge, die die Privatsphäre betreffen.“

Für die Ermittler gelte weiterhin der Grundsatz, Informationen aus genau diesem Bereich nicht an die Öffentlichkeit zu bringen, betonte er. Morgen, Donnerstag, sei wieder ein Treffen der Polizisten mit der 18-Jährigen geplant. „Dann werde ich mit Frau Kampusch und ihren Betreuern und ihrem Anwalt auch das Gespräch darüber suchen, wie die weitere Vorgangsweise zum Umgang mit der Privatsphäre sein soll“, sagte der Generalmajor.

„Die einzige Ungenauigkeit“, die den Ermittlern in dem Bericht von Natascha Kampusch aufgefallen ist, betraf unrichtige Angaben zu einer Untersuchungshaft ihrer Eltern nach der Entführung. „Und später meinte er (Wolfgang Priklopil, Anm.), dass meine Eltern im Gefängnis gewesen wären. Was ich dann auch erfahren habe, dass das stimmt. Weil man verdächtigte zu diesem Zeitpunkt relativ viele Menschen, die dann in Untersuchungshaft waren damals“, sagte die 18-Jährige im ORF-Interview.

„Das ist das einzige, was sich nicht mit unseren Erkenntnissen deckt: Dass sie glaubt oder ihr jemand eingeredet hat, dass damals jemand in U-Haft gewesen ist – ihre Eltern und andere. Das stimmt nicht“, hielt Lang fest. „Auch darüber werden wir morgen mit ihr reden.“

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