"Photo Simonis" im Wiener Westlicht

Es ist ein wahres "Who is Who" der Wiener 60er und 70er Jahre: Vom Primarius zum Bundespräsidenten, vom Leinwandhelden zum großbürgerlichen Bräutigam.

“Man ging einfach zu Simonis ins Studio”, betonte Uwe Schlögl vom Bildarchiv der Nationalbibliothek und Kurator der Ausstellung zu “Photo Simonis” in der Galerie Westlicht, die ab Dienstag bis zum 31. Juli zu sehen ist, am Montag.

Die 120 Bilder sowie das gesamte Archiv des 2005 geschlossenen Fotostudios wurden nur knapp vor der Auflösung bewahrt, nun sind sie als “90 Jahre Porträtgeschichte” Teil des Bildarchivs. Franz Jonas war einer der ersten Stammkunden bei Julius Simonis, der 1917, mitten im Krieg, sein Fotostudio eröffnete. Unter seinem Sohn Heinz sollte das Geschäft in der Währingerstraße 12 seine größte Blüte erleben – hier waren in den 70er Jahren bis zu 70 Mitarbeiter beschäftigt. “Simonis verwendete stets die besten Materialien, entsprach in seinen Darstellungen den Schönheitsidealen der Zeit und konnte in seiner Art den Kunden auch die Hemmung vor der Kamera nehmen”, so Schlögl. Simonis war nicht nur der erste offizielle Fotograf von Bundespräsidenten und Bundeskanzlern (bis Waldheim und Vranitzky), sondern holte sich über seine beliebten Bilder von Stars aus Film, Bühne und Fernsehen auch das Großbürgertum. “Am Samstag und Sonntag kamen die Hochzeitsmassen.”

Eine nachdenkliche Braut, die kirchlichen Hochwürden, junge Schönheiten von Erni Mangold bis Cissy Kraner, Werbefotografien, erstmals in Farbe, ernst, verschmitzt und seriös ins Bild Gerückte von Renner bis Kreisky, von Hans Moser und Josef Meinrad bis Hannes Androsch und Julius Meinl bevölkern dieses umfangreiche menschliche Bildgedächtnis, das in seinem vollen Ausmaß über die Homepage des Bildarchivs öffentlich gemacht wird ().

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