"Phase Zwei" ab März: Wiener Lehrer, Apotheker, Polizisten werden geimpft

Hacker rechnet mit Durchimpfung Österreichs bis Ende September.
Hacker rechnet mit Durchimpfung Österreichs bis Ende September. ©APA
Am März wird in Wien wohl die "Phase Zwei" bei Impfungen starten. Bei diesen werden Lehrer, Apotheker und Polizisten geimpft.

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) rechnet damit, dass bis Ende September die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren mit einer Impfung gegen das Coronavirus versorgt werden kann - basierend auf einer Durchimpfungsrate von 75 bis 80 Prozent. Was Wien anbelangt, werden im März die Alten- und Pflegeheime und das Spitalspersonal abgeschlossen sein. Damit beginnt die "Phase Zwei" der Immunisierungen, die u.a. Lehrer, Apotheken oder Polizei beinhaltet.

Wiener Impfplan müsse fast täglich angepasst werden

Hacker erklärte am Donnerstag in einer Pressekonferenz, dass der Wiener Impfplan beinahe täglich angepasst werden müsse, da sich die Mengen an fix zugesagten Liefermengen der Wirkstoffe stets änderten. Klar ist jedenfalls, dass durch die kürzliche Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs unter dem Strich wesentlich mehr Impfdosen zur Verfügung stehen.

Die konkreten Planungen der Bundeshauptstadt umfassen den Zeitraum bis inklusive Kalenderwoche acht, also bis Ende Februar. Bis dahin sollen 97.800 Menschen ihren ersten Stich erhalten haben und 52.100 Personen bereits vollimmunisiert (zwei Dosen) sein. Für die restlichen fünf Wochen bis Ostern rechnet die Stadt aktuell mit knapp 220.000 Dosen, wobei dies noch mit großer Unsicherheit behaftet sei.

Neben Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen werden in den nächsten Wochen die Impfaktionen für Rettungsdienste, die mobile Pflege und die niedergelassenen (Haus-)Ärzte fortgesetzt. Neu in den Personenkreis der Impflinge kommen ab etwa der zweiten Februarhälfte Personen mit Behinderung, Pflegebedürftige zu Hause, Ambulatorien und Reha-Kliniken sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Covid-Laboren.

Zweite Impfphase soll im März beginnen

Im Lauf des Märzes soll dann die zweite von vier Impfphasen beginnen. Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen und Lehrerpersonal und Angestellte in Apotheken werden ebenfalls in diese Gruppe fallen wie körpernahe Gesundheitsdienstleister, Polizistinnen und Polizisten sowie Sozial- und Betreuungseinrichtungen. Gleichzeitig werden in Kooperation mit der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung schrittweise die Betriebe kontaktiert, um den Impfbedarf zu erheben bzw. die Verabreichung zu organisieren. Wobei sich Hacker vorstellen kann, einzelne "hochexponierte" Vertreter von Unternehmen wie Schaffner, Menschen im Verkauf ohne Schutzvorrichtung - wie im Textilhandel - oder Personal, das "zwingend ins Ausland reisen muss", in die frühere zweite Phase vorzuziehen.

Ab April soll Tempo erhöht werden

Ab April soll dann in Wien in Sachen Impfung ordentlich aufs Tempo gedrückt werden, da sich die gelieferten Impfstoffmengen massiv erhöhen würden. "Ich rechne mit dem Zehnfachen", so Hacker. Dann sollen die Betriebe immunisiert werden, ab Mai/Juni steht die Inbetriebnahme großer Impfstraßen - vorgesehen sind zum Beispiel die Messe und das Austria Center - für die breite Bevölkerung am Plan. Auch kleinere Impfstraßen und -zentren, vergleichbar während der Grippeimpfaktion, wurden angekündigt. Und die Hausärzte werden ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Verabreichung spielen.

Dass der vergleichsweise einfach zu lagernde und transportierende Impfstoff von AstraZeneca derzeit nur an Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden kann, habe natürlich Einfluss auf den Wiener Impfplan gehabt, sagte der Gesundheitsstadtrat. Denn damit hätten eigentlich recht bald bettlägerige Senioren daheim geimpft werden soll. Glücklicherweise habe sich aber inzwischen herausgestellt, dass der als besonders fragil geltende Impfstoff von Biontech/Pfizer sehr wohl für mobile Hausbesuche eingesetzt werden könne, wenn er vorher schon mit der Nadel aufgezogen worden sei.

Binder versuchte Vorbehalte gegen AstraZeneca zu zerstreuen

Michael Binder, medizinischer Direktor des Wiener Gesundheitsverbunds, versuchte indes, Vorbehalte gegen den AstraZeneca-Impfstoff - u.a. wegen offenbar geringerer Wirksamkeit - zu zerstreuen. Alle drei bisher in der EU zugelassenen Fabrikate hätten das angestrebte Ziel klar nachgewiesen, schwere Erkrankungen und Tod durch eine Covid-Infektion zu verhindern.

Was die Impfraten anbelangt, äußerte sich Hacker sehr kritisch bezüglich Bundesländervergleiche: "Das macht vielleicht Spaß, ist aber falsch", verwies Hacker auf verzerrende Faktoren. So seien etwa mehr als 18 Prozent jener Personen, die etwa wegen ihres Jobs in einem Spital in Wien geimpft wurden, in anderen Bundesländern gemeldet und scheinen in deren Statistik auf. Außerdem seien die Impfstofftranchen der ersten Wochen nicht nach Bevölkerungsschlüssel, sondern nach Anzahl der Alten- und Pflegeheime an die Bundesländer verteilt worden.

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(APA/Red)

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