Phänomen Wiener Gürtelbär: Ein freundlicher Riesen-Teddy erobert Facebook und internationale Medien

Ein Leserreporter von VIENNA.AT entdeckte den Gürtelbären als einer der ersten
Ein Leserreporter von VIENNA.AT entdeckte den Gürtelbären als einer der ersten ©Leserreporter Johannes Z.
In Wien steppt derzeit der Bär – der Gürtelbär. Er hat eine Facebook-Gruppe mit tausenden Fans, einen eigenen Song, und nicht nur in der Bundeshauptstadt zerbricht man sich den Kopf darüber, ob er vielleicht einsam ist und ob er gern Nutella oder doch eher Honig mag. VIENNA.AT hat das lustige Phänomen des Fensterbären ergründet.
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Ein niedlicher überdimensionaler Stoffbär mit dem Spitznamen”Gürtelbär” erobert derzeit Herzen und Medien. VIENNA.AT berichtete schon am 3. Juli nach dem Hinweis eines Leserreporters von dem herzigen Bären, der von der U6 aus gut zu sehen ist, wie er da an seinem Fenster am Sechshauser Gürtel (manche meinen auch, es sei der Mariahilfer Gürtel) in Wien 15 sitzt und hinausschaut. Recht viel Anderes tut er nicht – doch das ist auch gar nicht nötig. Der Bär wirkt, ob er grantigen U-Bahn-Passagieren ein Lächeln ins Gesicht zaubert oder die Phantasie von Jung und Alt anregt.

Ein Bär – viele offene Fragen

Das Interesse am Riesen-Pelztier reicht inzwischen über Landesgrenzen hinaus – auch in Deutschland machte der gutmütige Meister Petz bereits von sich reden. Nicht nur die Wiener Zeitung, auch die Süddeutsche Zeitung (Magazin), Focus Online und n-TV sind dem Gürtelbären bereits auf der Spur und versuchen, ihn zu ergründen.

Ist er gar einsam? Handelt es sich um eine Bärin? Ist der Fensterbär arbeitslos? In Frühpension? Als politisches Statement gedacht? Ein Werbegag? Eine Hommage an den US-Autoren John Irving, der in seinem “Hotel New Hampshire” Bären und der Stadt Wien ein unvergessliches Denkmal setzte – und in dessen anderen Romanen auch regelmäßig der Bär los ist? Ein Blickfang bzw. beliebtes Foto-Motiv ist er inzwischen allemal. Ob der Wien-Tourismus den Bären bald für sich entdeckt?

Darum geht es im Gürtelbär-Song

Manchmal soll er einen Hut, dann wieder ein T-Shirt tragen. Er wurde auch schon mit einem Nutellaglas vor sich entdeckt. Wohnhaft ist der Bär im ersten Stock über einer Pferde-Fleischhauerei und einem Kebab-Imbiss. Und die riesige Fangemeinde, die der Gürtelbär in seiner seit 13. Juli bestehenden Facebook-Gruppe für sich gewonnen hat (Freitagfrüh, als diese Zeilen entstehen, 1.041 Fans, Tendenz stetig steigend) vergöttert den pelzigen Gesellen so sehr, dass es bereits ein Lied über ihn gibt.

Darin wartet der Gürtelbär aka einsamer Fensterbär auf seine große Liebe – die Pläne, mit ihr um die Welt zu reisen, haben sich auf tragische Weise zerschlagen, und nun heißt es mit vor Liebeskummer blutendem Stoffherz am Fenster sitzen und ihrer Rückkehr harren. Demnach wäre er als Symbol für Hoffnung zu verstehen. Die Straße dient ihm als Ablenkung und essen tut er im Lied am liebsten Haferbrei. Mit seiner Identität dürfte er im Song auch nicht ganz im Reinen sein, denn dort heißt es, der Fensterbär wäre lieber eine Fenstermaus. Was er aber laut Lied nicht will, ist Mitleid – sondern, “dass man versteht, wie es ihm geht.”

Tausende Facebook-Fans können nicht irren

Ist er eigentlich immer da? Nein. Von seinem Stammplatz am Fenster verschwunden soll er auch schon einmal sein – weil er “nicht nass werden wollte”, wie es auf Facebook hieß. Dort hat man seitens der Initiatoren, die sich als Fans der ersten Stunde bezeichnen, auch schon versucht, dem Phänomen auf den Grund zu kommen:”Der Bär ist ein unabhängiger, urbaner Begleiter. Er soll Menschen zum lächeln motivieren und ein wenig Abwechslung in den grauen Alltag bringen. Gleichzeitig ist es Jedermann/Frau freigestellt ihn zu besuchen (…). Jedoch gehen wir davon aus, dass jegliche mediale Berichterstattung positive Auswirkung auf ein wachsendes, bäriges Stadtklima hat.”

Konkurrenz für den Gürtelbären wurde angeblich auch schon gesichtet: “bei der oberen augartenstraße gegenüber vom flakturm gibt es auch einen fensterbären,” berichtete ein Facebook-Fan. “Was wird wohl der nächste Schritt in dieser flauschigen Geschichte sein?” lautet die allgegenwärtige Frage. “Hoch lebe der Bär & die tollen Initiatoren dahinter :- )” wird in der Gruppe gejubelt.

Dem Riesen-Teddy auf der Spur

Wer sachdienliche Hinweise zum Phänomen Gürtelbär beisteuern kann, möge sich bitte an die Redaktion von Vienna Online wenden – zu gerne würden wir aufdecken, wer dahintersteckt und die Message des Bären nach all den bereits getätigten Interpretationen künftig richtig in die Welt tragen. Will man den Bären lieber direkt kontaktieren, kann man dies ebenfalls tun: Unter der medial kolportierten E-Mail-Adresse einsamer.fensterbaer@gmx.at soll er erreichbar sein.

Eins ist gewiss: Wer auch immer Meister Gürtelbär da platziert hat, von dem man übrigens nicht genau weiß, ob er eigentlich rund um die Uhr dort sitzt oder vielleicht auch einmal schlafen geht, hat dem Sommerloch einen Bärendienst erwiesen.

(DHE)

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