Pensionistenverband fordert Infos über dritte Impfung

Die Impfungen in Altenheimen liegen bereits einige Zeit zurück.
Die Impfungen in Altenheimen liegen bereits einige Zeit zurück. ©APA
Der Pensionistenverband Österreichs fordert "klare Botschaften", ob und wann eine dritte Impfung in Österreich eingeführt wird. Die FPÖ kritisiert indessen die "Gesundenhatz".

Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) hat am Donnerstag Informationen über die Corona-Auffrischungsimpfung eingefordert. Es gebe zahlreiche Anfragen Betroffener, berichtete PVÖ-Präsident Peter Kostelka in einer Aussendung. Klarheit wäre auch für Ärzteschaft, Bundesländer und Gemeinden wichtig, damit diese eine zügige Abwicklung gewährleisten können. FPÖ-Chef Herbert Kickl warnte unterdessen im Zusammenhang mit der Impfung vor einer "Gesundenhatz".

"Klare Botschaften" über dritte Impfung gefordert

Viele ältere Menschen, die im ersten Halbjahr erst- und zweitgeimpft worden seien, würden berechtigterweise wissen wollen, ob und wann sie eine dritte Impfung benötigen, wo sie diese bekommen und welchen Impfstoff sie erhalten werden, so Kostelka. Er fordert deshalb "klare Botschaften an eine Generation, die von Corona stark betroffen war und die, wie die Impfquoten zeigen, vorbildlich mithilft, schwere Covid-19-Krankheitsverläufe zu verhindern."

Auffrischungsimpfung für über 70-Jährige?

Erst am gestrigen Mittwoch hat der Innsbrucker Infektiologe Günter Weiss dazu gemahnt, eine Auffrischungsimpfung für über 70-Jährige und Risikopatienten im Herbst sicherzustellen, um diese Gruppen besser gegen die ansteckendere Delta-Variante zu schützen. Zuvor hatte auch schon Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), der derzeit der Landeshauptleutekonferenz vorsteht, Klarheit vom Bund bezüglich einer dritten Covid-Teilimpfung gefordert. Immerhin liege vor allem bei älteren Menschen, die in den Alten- und Pflegeheimen geimpft wurden, die Immunisierung bereits bis zu acht Monate zurück.

Corona-Impfstoffe sind bereits bestellt

Aus dem Gesundheitsministerium hatte es zuletzt gegenüber der APA geheißen, die für den dritte Stich nötigen Impfstoffe seien bereits bestellt und entsprechende Vorbereitungen würden getroffen. "Der exakte Zeitpunkt für den Start der dritten Teilimpfung sollte jedoch erst festgelegt werden, wenn ausreichend wissenschaftliche Grundlagen vorliegen und die Europäische Zulassungsbehörde EMA ihre entsprechende Empfehlung abgibt." Hochrisikopatienten können schon jetzt in bestimmten Fällen in Absprache mit den behandelnden Ärzten eine dritte Impfdosis erhalten, wenn nach abgeschlossenem Impfzyklus keine ausreichende Immunantwort vorliegt.

FPÖ kritisiert

Für die FPÖ sieht unterdessen wegen aktueller Debatten um unterschiedliche Regelungen für Geimpfte und Ungeimpfte "unsere freie Gesellschaft am Abgrund". "Gesunde Menschen dürfen weder eingesperrt, verfolgt oder aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden", so Kickl am Donnerstag in einer Aussendung. Es müsse die Entscheidung jedes Einzelnen bleiben, sich impfen zu lassen. Allein eine Diskussion über Lockdowns oder Restriktionen nur für Ungeimpfte ist für Kickl bereits "unanständig", wo doch eine Impfung eine Infektion oder Übertragung des Coronavirus nicht ausschließe. "Von einem Impfzwang durch die Hintertür sind wir bereits meilenweit entfernt", warnt Kickl. Die FPÖ werde aber "mit Sicherheit dabei nicht zusehen, wie freie Bürger in unserem Land in den Kerker der 'Impfapartheit' weggesperrt werden".

(APA/red)

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