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Patient stach neunmal die Autoreifen seiner Ärztin auf

Niemals, sagte die 53-jährige Ärztin am Freitag am Wiener Landesgericht, hätte sie damit gerechnet, dass es einer ihrer Patienten gewesen sein könnte. Und doch war es so: Ein 74-jähriger Pensionist, der auf einer Urlaubsreise einen Schlaganfall erlitten hatte, machte die davor von der Medizinerin verschriebenen Medikamente dafür verantwortlich.

Aufgrund von Schlaflosigkeit und permanenten Schmerzen dürfte der Mann die Nerven verloren haben und stach zu: Insgesamt neunmal soll er die Autoreifen der 53-Jährigen aufgeschlitzt haben. Der Prozess wurde auf 11. Jänner 2008 vertagt.

“Er hatte furchtbar hohen Blutdruck, wollte aber die Medikamente nicht nehmen, weil er meinte, sie seien zu stark”, blickte die Ärztin zurück. Der 74-Jährige hatte für seinen Schlaganfall schnell eine Schuldige ausgemacht. Im Februar 2007 ging’s los. Bis Oktober stach der Pensionist zahlreiche Autoreifen auf, zerkratzte den Lack und verbog die Scheibenwischer. Die 53-Jährige hatte etliche Male Glück, denn die luftlosen Reifen machten sich meist erst während der Fahrt bemerkbar: “Ich hab große Angst gehabt, dass ich jemanden niederführe.”

“Warum haben Sie das denn immer wieder getan? Einmal die Reifen aufstechen könnte ich ja fast noch verstehen – aber so oft? Die Frau Doktor hat ja schon Todesangst gehabt. Es hätte doch hunderttausend andere Möglichkeiten gegeben, das Problem zu lösen”, fragte Richter Roland Weber. Doch der 74-Jährige schüttelte nur den Kopf, klopfte sich auf die Stirn und schien nervlich ziemlich am Ende: “Ich bin kein Verbrecher, ich habe noch nie etwas getan und werde auch nie wieder etwas tun.”

Am 3. Oktober 2007 wurde der verzweifelte Patient schließlich “in flagranti” erwischt und verhaftet. Die Schadenssumme beträgt – inklusive Detektivkosten – mehr als 22.000 Euro. Mit von der Partie soll auch die 71-jährige Ehefrau gewesen sein. Während sie selbst behauptete, von den Taten ihres Mannes nichts mitbekommen zu haben, legte der Anwalt der Ärztin eine DVD vor, die genau das Gegenteil beweisen soll. Richter Weber vertagte daraufhin den Prozess auf 11. Jänner 2008.

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