Passend zur Jahreszeit: Die Band Herbstrock

Ein neuer Stern am österreichischen Indierock-Himmel: Die frische Band Herbstrock überrascht mit ihrem erst kürzlich erschienenen charmanten Debutalbum "Ende:Gut".

Es tut sich wieder viel in der heimischen Musikszene – nach einer Zeit der relativen Stille, die den Hype um den Vienna Sound der 90er ablöste, gibt die Donaumetropole wieder kräftige Töne von sich: Garish, Papermoon, Mario Lang, Zweitfrau, Jetzt Anders, Nadine, Valerie, und und und – eine ganze Riege junger Künstler aus den unterschiedlichsten Bereichen der Pop-Musik, die aber vieles gemeinsam haben: Unbekümmerte Spielfreude, Lust auf Experimente und vor allem – große Talente.

Und doch taucht da nun eine Band auf, die vielleicht noch ein wenig besonderer ist, nämlich Herbstrock. Die Band um die 20jährige Leadsängerin Anna ist der allerneueste Stern auf diesem neuen Klanghimmel und steht für Qualitäten, die man im Musikgeschehen immer gerne sieht – handwerkliches Geschick an den Instrumenten gepaart mit griffigem Songwriting und einer gehörigen Portion Herz, Hirn und Humor.

Gemeinsam mit Seb an den Drums, Thomas an der Gitarre und Duff am Bass ist Leadsängerin Ann mittlerweile schon 4 Jahre musikalisch unterwegs, unter anderem als Support für Bands wie Jonas Goldbaum und Petsch Moser. Universal Music wurde auf die umtriebige Truppe aufmerksam und unterstützte die Band ein Jahr lang mit aktiv, um ihnen den ersten Schritt in Sachen Musik-Karriere zu erleichtern.

Indierock mit deutschen Texten – das wäre die kurze, knappe Beschreibung für „Ende: Gut“, das erste Album von Herbstrock, doch gibt es natürlich noch viel mehr zu sagen. Das Genre an sich, das – angeführt von Bands wie Tocotronic und Die Sterne – Anfang der 1990er seinen Siegeszug begann, hat sich mittlerweile zu einer fixen Größe entwickelt, die immer wieder neue Subgenres etabliert.

Vor allem Bands wie Tomte und Kettcar haben es in den letzten Jahren wieder geschafft, dem deutschsprachigen Indie-Pop neue Impulse zu geben. Durch diese musikalische Sozialisation gegangen, erfinden Herbstrock den deutschen Indierock nun ebenso neu – nämlich mit eben demselben unbekümmerten Zugang wie damals die Erfinder selbst. Wenn nämlich Anna „Bleibst Du noch“ fragt oder „Denn weißt du nicht“ kokettiert, klingt das so frisch, als wäre die erste Euphorie über anspruchsvollen PopRock mit schlauen Texten erst gestern gewesen. Und das ganze zu Arrangements, die zwar sofort direkt ins Ohr gehen, aber erst bei mehrmaligem Hören ihre vielschichtigen Qualitäten offenbaren. „Ende: Gut“ ist ein Album, das beim Hören wächst – sicherlich eine der schwierigsten Übungen für eine Band, noch dazu für das Debut einer derart jungen Band…

„Ende: Gut“ trifft gleich zweimal ins Schwarze: erstens als charmantes und mitreissendes Pop-Album voller jugendlicher Spielfreude und Engagement und zweitens als komplexes Werk voller Zwischentöne, versteckter Andeutungen und augenzwinkerndem Charme. Ein derartiges Meisterstück, vollbracht von einer kleinen Indie-Kapelle aus Wiener Neustadt wird sicher noch einige Leute erstaunen, doch es sei schon mal versichert – Anna, Seb, Duff und Thomas haben alles im Alleingang geschafft, keine fremden Songwriter, keine teuren Produzenten und keine Coaches whatsoever.

Live zu sehen gibt es die Band am 8. 11. im Rahmen des *Social Club* im Planet Music!

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