Passanten in Wien-Leopoldstadt attackiert: Behörden schweigen über Aufenthalt

Die Behörden schweigen über den Aufenthalt des Mannes. / Symbolbild
Die Behörden schweigen über den Aufenthalt des Mannes. / Symbolbild ©Pixabay
Der Verbleib jenes 24-jähriger Mannes, der in Wien-Leopoldstadt mehrere Passanten wahllos angegriffen hat, bleibt weiterhin unklar. Die Justizbehörden wollten keine Auskunft darüber geben, ob der Mann in einer Justizanstalt oder in einer psychiatrischen Betreuungseinrichtung ist.
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“Ich bedauere, dass aus Persönlichkeits- und aus Datenschutzgründen über den genauen Aufenthaltsort eines Insassen nicht Auskunft gegeben werden kann”, teilte ein Sprecher des Justizressorts der APA auf Anfrage mit. Den Hinweis, dass man den genauen Aufenthaltsort des 24-Jährigen gar nicht wissen wollte, sondern nur, was mit ihm jetzt passiere, kommentierte der Sprecher so: “Ich darf Sie um Verständnis ersuchen, dass ich diese Auskunft aus Persönlichkeits- und aus Datenschutzgründen nicht erteilen kann, und darf Sie – aufgrund des aufrechten Ermittlungsverfahrens – auf die Auskünfte der zuständigen Staatsanwaltschaft Wienverweisen.” Die Staatsanwaltschaft wusste dieses Detail nicht, da es in die Zuständigkeit des Straf- bzw. Haftvollzugs falle.

Mann attackierte auch Juden in Wien

Der Fall hatte Diskussionen ausgelöst, da unter den Opfern Menschen jüdischen Glaubens waren. Dass die Übergriffe antisemitisch motiviert waren, konnte die Staatsanwaltschaft am Wochenende nicht bestätigen. Kritik kam vom Nachrichtenmagazin “profil” in dem Zusammenhang: Polizisten hätten unmittelbar nach seinen Attacken die Wahrnehmung eines psychotischen Mannes gehabt, der eher wahllos denn gezielt auf Menschen losgegangen sei. “Minuten später verbreiteten Boulevardmedien ein Video, in dem der Kommentar ‘Antisemitismus’ zu hören war. Ein Blatt berichtete von drei jüdischen Opfern”, so “profil”.

“Kurz darauf zog das Innenministerium den Fall – zur Verwunderung der WienerKollegen – von der Landespolizei ab und versprach, in Richtung Antisemitismus zu ermitteln. Wollte das FPÖ-Ministerium den Fall vorschnell politisieren , um den angeblich stark gestiegenen Judenhass durch Muslime zu belegen?”, schrieb das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe weiter und zitierte Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der getwittert hatte: “Wir stehen in jedem Fall für den Schutz unserer jüdischen Mitbürger vor dem gefährlichen importierten muslimischen Antisemitismus!” Tags darauf sei offiziell nur noch von “wahllosen Attacken” die Rede gewesen, unter anderem eine weitere Frau, so “profil”. “Sie hat türkischen Hintergrund und trug nach profil-Informationen Kopftuch”, hieß es in dem Magazin.

APA/red

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