Pariser Weltmesse für Fotografie

Über 140 Galerien aus 35 Ländern bei Paris Photo
Über 140 Galerien aus 35 Ländern bei Paris Photo
Ob es am Namen von Isabelle Huppert lag oder an dem des Skandalfotografen Robert Mapplethorpe? Der Andrang in der Nische der Salzburger Galerie Thaddaeus Ropac auf der am Donnerstag eröffneten Paris Photo war beachtlich. Ropac hat seinen Stand im Grand Palais mit Fotografien des 1989 verstorbenen Amerikaners Mapplethorpe von der französischen Schauspielerin Isabelle Huppert kuratieren lassen.


Huppert ist nach Bob Wilson und Sofia Coppola der dritte Weltstar, der sich für den österreichischen Galeristen mit dem Oeuvre Mapplethorpes beschäftigt. Bereits im Vorjahr war ihre Zusammenstellung von über 100 Bildern des amerikanischen Starfotografen in Ropac’ Galerie in der Kastvilla in Salzburg zu sehen. Auf der Paris Photo sind 30 von Huppert ausgewählte Schwarz-Weiß-Aufnahmen, darunter zahlreiche Aktdarstellungen zerbrechlicher Frauenkörper und schwarzer Athleten, zu sehen.

Mit vielen großen Namen hoffen die 141 Galerien aus 35 Ländern auf der Paris Photo, bis Sonntag wieder kaufkräftige Sammler anzulocken. Im vergangenen Jahr zog die viertägige Weltmesse rund 60.000 Besucher an. Mit mehr als 140 Galerien nehmen an der 18. Ausgabe von Paris Photo dieses Jahr so viele Aussteller teil wie noch nie. “Die Anzahl der Bewerber nimmt jedes Jahr zu”, sagte Julien Frydman, der Leiter der Messe. Dieses Jahr habe er aus rund 250 Galeristen, die ihre Werke zeigen wollten, eine Auswahl treffen müssen.

Die Zahl der Galerien bei dem internationalen Branchentreffen steigt seit dem Umzug in das prächtige Grand Palais im Jahr 2011 stetig an. Das liege einerseits an dem Ortswechsel vom Untergeschoß des Carrousel du Louvre in das lichtdurchflutete Grand Palais, andererseits auch daran, dass sich die Messe den Galerien für zeitgenössische Kunst geöffnet habe. “Reine Fotomessen sind Anachronismen. Künstler sind heute multimedial unterwegs. Man kann keine klare Trennung zwischen den Ausdrucksformen mehr ziehen”, erläuterte Frydman.

Die Kunstgalerien brachten auch eine neue Kundschaft. “Wir haben in den vergangenen Jahren die Besucherzahl verdoppelt, was auch die reinen Fotogalerien zu schätzen wissen”, führte Frydman aus. Unter den Ausstellern befindet sich die Creme de la Creme der Szene, darunter Daniel Templon aus Paris, der unter anderem übermalte Porträtfotos des Künstlerpaars Pierre & Gilles zeigt, oder Nathalie Obadia mit Galerien in Paris und Brüssel, die einen Teil ihres Standes mit Fotografien der Filmemacherin und Installationskünstlerin Agnes Varda bespielt. Zu den Flaggschiffen der Fotogalerien gehört auch Camera Work aus Berlin, die mit Starfotografen wie dem Amerikaner Herb Ritts oder dem Deutschen Martin Schoeller um Fotoliebhaber buhlt. Die Nahaufnahme des US-Schauspielers Michael Douglas von Schoeller wurde auf der Eröffnung für Ehrengäste am Mittwoch bereits verkauft.

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