Pacult bremst grünweiße Euphorie

Peter Pacult: "Wir sollten nicht immer von den Jungen reden"
Peter Pacult: "Wir sollten nicht immer von den Jungen reden" ©APA
Nach der Rapid-Gala gegen den HSV verzichtete Rapid-Trainer Peter Pacult auf pathetische Wortmeldungen und wies lieber darauf hin, dass seine Mannschaft zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht hatte. Über einen möglichen Aufstieg wollte sich der Wiener zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin nicht den Kopf zerbrechen.
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“Wir haben nie vom Aufstieg gesprochen. Wir wollen einfach nur so viele Punkte wie möglich sammeln und dann schauen wir, wo wir stehen. Immerhin haben wir jetzt schon drei Punkte mehr als vor vier Jahren in der Gruppenphase der Champions League”, sagte Pacult auf der Pressekonferenz nach dem 3:0-Sieg Rapids über den Hambuerger SV.

Seiner Truppe sprach der Betreuer ein Pauschallob aus, verwehrte sich allerdings dagegen, die Youngsters zu sehr in den Himmel zu heben. “Wir haben junge Spieler, die Talent haben, aber wir sollten nicht immer von den Jungen reden. Aufgefangen werden sie von den Älteren. Bei uns gibt es eine gute Mischung. Die Routiniers führen und die Jungen machen das, was von ihnen verlangt wird.”

Dass sich durch die Gala im Wiener Prater einige Spieler wie etwa Yasin Pehlivan in die Notizblöcke ausländischer Clubs gespielt haben könnten, ist wohl auch Pacult bewusst. Der Coach musste schon vor einem Jahr Ümit Korkmaz ziehen lassen und verlor in diesem Sommer seinen Paradesturm Erwin Hoffer/Stefan Maierhofer. “Aber jetzt wird keiner mehr verkauft”, forderte der Wiener.

Für Rapid geht es als Spitzenreiter der Gruppe C in der Europa League am 1. Oktober mit dem Spiel gegen Celtic in Glasgow weiter, wo über 2.000 Hütteldorfer Fans erwartet werden. Der HSV empfängt gleichzeitig den israelischen Club Hapoel Tel Aviv, am Donnerstag 2:1-Überraschungssieger gegen die Schotten. “Das ist eine sportlich hochinteressante Gruppe. Es könnte sein, dass nach der zweiten Runde alle Mannschaften mit drei Punkten dastehen”, meinte Pacult.

Auch Kapitän Steffen Hofmann blieb am Boden. Zwar sei der Sieg ein “überragendes Erlebnis für den ganzen Verein und die Fans, es wartet aber noch immer viel Arbeit auf uns. Das war der erste Schritt, die nächsten müssen nun folgen”, mahnte Hofmann.

Hofmann erzielte in der 35. Minute das 1:0. “Ich wollte, dass der Ball dort hingeht, wo es für die gegnerische Abwehr am gefährlichsten ist, wo er am schwersten zu verteidigen ist. Ich hätte aber nicht gedacht, dass er direkt reingeht”, sagte der Kapitän über jenen Treffer, der ihn gemeinsam mit Antonin Panenka und Rudi Flögel (je 12) zum zweiterfolgreichsten Europacup-Torschützen von Rapid hinter Hans Krankl (18) machte.

Euphorischer zeigten sich nach Schlusspfiff einige seiner Mannschaftkollegen. “An unserem Spiel heute kann man nichts bekritteln”, meinte etwas Markus Katzer, und Hamdi Salihi ergänzte: “Das war ein perfektes Match von uns.”

Goalie Helge Payer strich die Art und Weise hervor, wie der Erfolg zustande gekommen war. “Wir sind sehr, sehr verdient als Sieger vom Platz gegangen. Vielleicht schaffen wir jetzt etwas Großes”, erklärte der ÖFB-Teamgoalie und gab zu: “Dass es 3:0 ausgeht, hätten wir nicht einmal in unseren kühnsten Träumen gedacht.”

Payer richtete den Blick aber auch schon wieder auf die nächste Aufgabe, die Cup-Partie am Sonntag in St. Veit. “Wir sind Profis und wissen, dass wir dieses Spiel genauso ernst nehmen müssen wie das Match gegen den HSV”, betonte der Oberösterreicher und lag damit auf einer Wellenlänge mit Nikica Jelavic, der in der laufenden Europacup-Saison bereits fünfmal einnetzte.

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