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Österreich "Musterschüler" bei Raubkopien

Der Anteil illegal verwendeter Software in heimischen Haushalten und Unternehmen ist auf 25 Prozent gesunken und weist Österreich damit als Land mit der niedrigsten Software-Piraterierate in ganz Europa aus.

„Der Schaden durch Raubkopien ist allerdings auf 103 Millionen Euro angewachsen”, erklärte Georg Herrnleben, Regional Manager der Business Software Alliance (BSA) Zentraleuropa, heute, Dienstag, bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die direkten Nachbarländer Österreichs haben eine deutlich höhere Raubkopierate, negativer Spitzenreiter in der EU ist Griechenland mit 62 Prozent, beruft sich die BSA auf eine vom US-Marktforschungsunternehmen IDC durchgeführte Studie. Die österreichischen Computernutzer zählen laut den Angaben aber auch im internationalen Vergleich zu den „bravsten” Softwarekunden. Nur die USA (21 Prozent) und Neuseeland (23 Prozent) weisen weniger Raubkopierer auf. In Vietnam, der Ukraine, China und Simbabwe liegt die Rate bei 90 Prozent oder darüber.

EU-weit beträgt der Anteil unlizenzierter Software 35 Prozent und sorgt damit für einen Umsatzausfall von 12,151 Mrd. US-Dollar (9,68 Mrd. Euro). Weltweit entstand durch die Piraterierate von ebenfalls 35 Prozent ein Schaden von 32,7 Mrd. Dollar, so die BSA. Im Vorjahr betrug der weltweite Gesamtmarkt für Software 90 Mrd. Dollar. „Die Umsatzeinbußen werden in den kommenden Jahren weiter steigen, da die wenig entwickelten Länder eine hohe Raubkopierate aufweisen, aber gleichzeitig zu den Wachstumsmärkten zählen”, sagte Herrnleben.

Während sich in Zentraleuropa der Einsatz von illegaler Software langsam auf niedrigem Niveau angleiche, würden für die neuen EU-Mitglieder steigende Raten ausgewiesen. „Wir sollten allerdings nicht mit dem Finger Richtung Osten zeigen. Frankreich und Italien haben schließlich eine höhere Piraterierate als Ungarn”, stellte Herrnleben fest.

Seit 1996 sei die Zahl an raubkopierter Software in Österreich von 45 auf 25 Prozent gesunken. Durch eine weitere Verringerung könnten in den nächsten Jahren Tausende zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen und deutlich höhere Steuereinnahmen für das Land generiert werden, ist die BSA überzeugt. Herrnleben warnt zudem vor den innerbetrieblichen Auswirkungen von Raubkopien: „Probleme mit Viren, Treibern und Rechnerabstürzen sind geradezu vorprogrammiert. Insbesondere Klein- und Mittelbetriebe hatten in den vergangenen Jahren mit illegaler Software massive Probleme”, so der Manager.

Vorrang für die BSA haben laut Herrnleben zwar weiterhin Aufklärung und Beratung, „Unbelehrbare” müssten allerdings mit rechtlichen Schritten rechnen. Im vergangenen Jahr seien in Deutschland und Österreich rund 11.000 Rechner untersucht worden, die Zahl der abgeschlossenen Fälle habe im Vergleich zu 2003 um 19 Prozent zugelegt. „In Österreich sind im Vorjahr 50 Fälle im gewerblichen Umfeld verfolgt worden, was zu Schadenersatzzahlungen von rund 400.000 Euro geführt hat”, so Herrnleben.

„Es kommt schon vor, dass Betriebe eine Lizenz kaufen und dann die Software auf hundert Computern installieren”, berichtete Klaus Mits, Abteilungsleiter für Cybercrime im Bundeskriminalamt. Kopierschutzmechanismen und die Registrierung mit Seriennummern würden nach wie vor nicht greifen. „Wenig Freude haben wir auch mit außergerichtlichen Vergleichen. Es ist nicht befriedigend, viel Aufwand zu betreiben und dann keine Verfolgungshandlung setzen zu können”, so Mits.

Auf rechtliche Probleme verweist hingegen Guido Kucsko von Schönherr Rechtsanwälte. „Die Erfahrungen mit Justiz und Vollziehung sind zwar überaus positiv. Allerdings darf die Exekutive in anderem Zusammenhang bekannt werdende Fälle gewerbsmäßiger Raubkopierer den Rechteinhabern nicht mitteilen. Dadurch wird eine effiziente Verfolgung erschwert”, erklärte der Rechtsanwalt.

Basis für die jüngste IDC-Studie waren Analysen in 87 Ländern. Unter die Lupe genommen wurde sowohl Software für Geschäfts- als auch Endkunden. Die Ergebnisse sind also für den gesamten Markt repräsentativ, betonte die BSA. Mitglieder der 1988 gegründeten Organisation sind unter anderem Microsoft, HP, IBM und Intel.

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