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ORF neu: Info top, "MiA" flop

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Die Fernsehlandschaft nach der großen ORF-Reform: Info-Sendungen mit großen Marktanteilen, "MiA" schwächelt (noch?)

Tag eins der Programmreform ist überstanden. Jetzt ist, wie ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz festgestellt hat, der Zuschauer am Wort. Groß war dessen Interesse für die neue Information. Die doppelmoderierte „Zeit im Bild“ erreichte am Dienstag 1,125 Millionen Zuschauer und die neue „ZiB 20“ auf ORF 1 sahen sich 408.000 Menschen an. Zusammengezählt erreichte der ORF damit im Vorabend mehr Österreicher für die Information als vor der Reform, rechnete ORF-Chef Alexander Wrabetz am Mittwoch im ORF-Radio Ö3 vor.

Mit gewissen Startschwierigkeiten dürfte hingegen noch die neue Serie „Mitten im Achten“ kämpfen. „MiA“, das zum ersten Mal als Alternativprogramm zur „Zeit im Bild“ angetreten war, kam nicht auf die vom ORF erhoffte Seherzahl von 400.000, sondern erreichte trotz intensiver Werbe- und Marketingaktivitäten im Vorfeld laut Teletest nur 364.000 Österreicher. Das entspricht einem Marktanteil in den Kabel- und Satellitenhaushalten von 17 Prozent. Der ORF ging bei der Berechnung der Werbekosten rund um die neue Serie von 400.000 Zusehern aus. Per Aussendung freuten sich der ORF und die Produktionsfirma Producers at Work dennoch über die Quoten. In der Zielgruppe zwölf bis 49 Jahre habe man 26 Prozent Marktanteil erzielt, bei den jungen Zuschauern zwischen zwölf und 29 sogar 29 Prozent. Der Marktanteil sei damit auf diesem Sendeplatz bei den Jungen „glatt verdoppelt“ worden, hieß es.

Mehr Zuseher als die „Zeit im Bild“, nämlich 1,147 Millionen, erreichte das bereits bisher beliebte und von der Reform nicht betroffene „Bundesland heute“ auf ORF 2. „Heute in Österreich“, das chronikale Infotainmentmagazin und Nachfolger von „Willkommen Österreich“, erreichte auf ORF 2 ab 17.05 Uhr 296.000 Zuschauer (35 Prozent Marktanteil) und das Konsumentenmagazin „konkret“ mit Claudia Reiterer verfolgten 427.000 Österreicher (36 Prozent Marktanteil).

Weniger Zuschauer waren es auf ORF 1: Das von Andi Knoll moderierte junge Infomagazin „Wie bitte?“ bannte um 18.00 Uhr 197.000 Zuseher vor den Fernseher (19 Prozent Marktanteil) und für das junge Life-Style-Magazin „szene;)“ interessierten sich um 19.47 Uhr 254.000 Menschen (elf Prozent Marktanteil), während auf ORF 2 1,092 Millionen Österreicher das Wetter verfolgten.

Unverändert stabil blieb die „ZiB 2“ mit Armin Wolf. Hier schalteten um 22.01 Uhr 494.000 Österreicher ein und damit geringfügig weniger als etwa noch eine Woche zuvor. (Am 3. April erreichte die „Zeit im Bild 2“ 499.000 Zuseher.) Mehr Menschen als in der Woche zuvor, nämlich 161.000 (118.000 am 3. April) interessierten sich hingegen für die Mitternachtsnachrichten „ZiB 24“ auf ORF 1. Während sich eine Woche zuvor 118.000 die nächtlichen Nachrichten ansahen, waren es gestern immerhin 161.000 Menschen.

In Summe dürfte der ORF damit zumindest am ersten Tag seiner Reform mehr Menschen mit den ORF-Programmen erreicht haben, als vor dem Start der Programmreform. Wrabetz ist jedenfalls mit dem Start grundsätzlich zufrieden, wie er im “Ö3-Wecker“ erklärte. Der ORF-Chef stellte sich auf Ö3 auch der Kritik des Publikums. Beanstandungen gab es dabei am neuen 16:9-Format. Dieses führt dazu, dass bei vielen TV-Geräten unten und oben ein schwarzer Querbalken zu sehen ist. Wrabetz verwies auf die notwendige Umstellung des Sendeformats. Es wäre „unwirtschaftlich“ gewesen, diese nicht zum jetzigen Zeitpunkt durchzuführen. In der Frage des Formats könne es jedenfalls kein Zurück geben, bat der ORF-Chef um Verständnis.

Optimierung versprach er hingegen beim neuen Design der „Zeit im Bild“. Manche ORF-Seher fühlten sich hier durch vertikalen Streifen auf der Vidiwall im Hintergrund, die durch animierte Spiegelungen entstehen, gestört. Vereinzelte Kritik gab es auch an der neuen Sitcom „Mitten im Achten“. Diese sei durch ihren derben Umgangston für Kinder nicht verständlich und es ginge dabei immer nur um das eine, nämlich Sex. ORF-Chef Wrabetz hielt dem entgegen, dass die Sendung eben typisch österreichisch sei und die Darsteller redeten, „so wie den Österreichern der Schnabel gewachsen ist“. Jugendfrei sei die Sendung allemal: „Außer Küssen gibt es sicher kein schärferen Szenen in dieser Richtung.“

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