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Online-Gipfel: EU will Reisebeschränkungen möglich machen

Donnerstagabend fand der Online-EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs statt.
Donnerstagabend fand der Online-EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs statt. ©BUNDESKANZLERAMT/DRAGAN TATIC
Am Donnerstag fand der Online-EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs statt. Die EU will nun Einreisebeschränkungen möglich machen, auch ein weiterer Impfstoff sollte laut Kurz bald zugelassen werden.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die EU auch Einreisebeschränkungen möglich machen. Für "nicht essenzielle Reisen" sollte diese Möglichkeit bestehen, hieß es in diplomatischen Kreisen zum Ende des EU-Videogipfels am Donnerstag. Neue Impfstoffe sollen rasch genehmigt werden. Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte gegenüber der APA: "Ich erwarte eine Zulassung von AstraZeneca spätestens nächste Woche."

"Das bedeutet bis zu zwei Millionen Dosen im ersten Quartal" für Österreich, sagte Kurz weiter. Bei vollständiger Lieferung könnten noch im ersten Quartal alle über 65-Jährigen geimpft werden.

Vorerst keine Vorteile für Geimpfte beim Reisen

Es soll einen EU-Impfpass geben, aber vorerst keine Vorteile für Geimpfte etwa beim Reisen. Michel sagte, die Mitgliedsstaaten seien sehr besorgt über die neuen, ansteckenderen Virusvarianten. Deshalb müssten die Beschränkungen aufrechterhalten und in einigen Fällen womöglich verschärft werden. Die Grenzen müssten jedoch offen bleiben, damit der Binnenmarkt weiter funktionieren könne, fügte Michel hinzu.

"Von allen nicht unbedingt notwendigen Reisen sollte dringend abgeraten werden, sowohl innerhalb eines Landes als auch grenzüberschreitend", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Grenzen sollen aber grundsätzlich offen bleiben.

Die Möglichkeit zu Einreisebeschränkungen soll sowohl für Bürger aus Nicht-EU-Staaten als auch für Personen aus Hochrisikogebieten innerhalb der EU geschaffen werden. Von der Leyen erläuterte, es solle eine neue Kategorie von "dunkelroten Zonen" eingeführt werden, wo das Coronavirus sehr verbreitet sei. Von Personen, die von diesen Zonen aus verreisen wollten, könnte vor der Abreise ein Test verlangt werden sowie Quarantäne nach der Ankunft. Von nicht notwendigen Reisen solle dringend abgeraten werden, fügte von der Leyen hinzu.

Impfstoffe werden in der EU weiterhin gleichzeitig verteilt

Zu den in der EU erst langsam angelaufenen Impfungen sagte Michel, die Staats- und Regierungschefs wollten eine Beschleunigung. Es solle aber bei dem Prinzip bleiben, dass die Impfstoffe in der EU gleichzeitig und nach Bevölkerungsstärke verteilt werden.

Kurz hatte bereits im Vorfeld gemeinsam mit seinen Kollegen aus Dänemark (Mette Frederiksen), Griechenland (Kyriakos Mitsotakis) und Tschechien (Andrej Babis) Druck auf die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) gemacht, neue Impfstoffe wie jenen von AstraZeneca so rasch und unbürokratisch wie möglich genehmigen.

EU will keine unkoordinierten Grenzschließungen

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vor dem Gipfel für eine engere Kooperation mit den EU-Staaten geworben, aber auch Kontrollen an den deutschen Grenzen nicht völlig ausgeschlossen. "Wenn ein Land mit einer vielleicht doppelt so hohen Inzidenz wie Deutschland alle Geschäfte aufmacht, während sie bei uns noch geschlossen sind, dann hat man natürlich ein Problem", sagte sie in Berlin.

Eigentlich herrscht im Schengenraum, dem 26 europäische Länder angehören, Bewegungsfreiheit ohne stationäre Grenzkontrollen. Doch etliche Länder hatten zu Beginn der Pandemie teils unkoordiniert Grenzen dichtgemacht oder Kontrollen veranlasst. Die EU-Kommission will eine Wiederholung unbedingt vermeiden.

Grenzkontrollen oder -schließungen innerhalb der EU lehnte Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn strikt ab. Wenn Pendler zum Beispiel nicht mehr nach Luxemburg kommen könnten, bräche dort das Gesundheitswesen zusammen, warnte er im Deutschlandfunk.

Viele EU-Staaten mit Problemen beim Impfen

Beim Impfen haben noch viele EU-Staaten Probleme. Beim Videogipfel habe es viele Fragen zur Transparenz und zu Lieferplänen für die verschiedenen Impfstoffe gegeben, berichtete ein EU-Vertreter. Weil die Unternehmen Biontech und Pfizer kurzfristig weniger Impfstoff als geplant liefern können, wurden zum Teil Impftermine in mehren Staaten abgesagt.

Die EU-Kommission erwartet auch bald neue Impfstoffe und größere Mengen und drängt die 27 Staaten zu ehrgeizigen Zielen. Bis zum Sommer sollen 70 Prozent der Erwachsenen in der EU gegen das Virus immunisiert sein, bis März bereits 80 Prozent der Menschen über 80 Jahre und des Pflege- und Gesundheitspersonals.

EU will Einsreisebeschränkungen möglich machen

Die Möglichkeit zu Einreisebeschränkungen soll sowohl für Nicht-EU-Bürger als auch für Reisende aus Hochrisikogebieten innerhalb der EU geschaffen werden, hieß es in diplomatischen Kreisen. Hintergrund ist die Sorge von den gefürchteten neuen Virusvarianten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss bei einem Videogipfel am Donnerstag Grenzkontrollen nicht aus, um hochansteckende Virusformen fernzuhalten. Belgien plädierte für ein Verbot touristischer Reisen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) unterstützte strikte Regeln, um die Verbreitung neuer Mutationen zu verhindern.

"Es muss alles getan werden, um zu verhindern, dass wir weitere Mutationen wie zum Beispiel aus Brasilien nach Europa einschleppen", sagte Kurz am Donnerstag vor Beginn des EU-Videogipfels. Österreich stehe im Vergleich zu anderen EU-Staaten im Kampf gegen Corona sehr gut da.

Auf Twitter erklärte Kurz zu Beginn der Beratungen: "Wir unterstützen auch deutsche Vorschläge für striktere Einreisekontrollen und Testpflichten, um Virusmutationen fernzuhalten." Dies betreffe vor allem die britische Mutation, aber auch jene aus Südafrika, die sich in Europa verteilt hätten und wesentlich ansteckender seien.

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(APA/Red)

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