Online für Anfänger - Kritik und Trailer zum Film

Der französischen Komödie "Online für Anfänger" gelingt das Kunststück, über die digitale Ökonomie, die die Menschheit unerbittlich in ihren Krallen gefangen hat, zu lachen. Im Zentrum stehen dabei zwei Frauen und ein Mann, die allesamt Opfer des Handyterrors sind und sich nun zur Wehr setzen wollen. Und so machen sie sich auf eine Mission, ihre privaten Daten aus dem Internet zurückzuholen. Koste es, was es wolle.

"Online für Anfänger" ist ein besonderer Film: Nach der Weltpremiere bei der Berlinale, lädt das Werk nun im Kino zum befreiten Lachen ein. Kein billiges Lachen ist es, sondern eines über eine digitale Ökonomie, die die Menschheit unerbittlich in ihren Krallen gefangen hat. Im Zentrum stehen zwei Frauen und ein Mann in einem französischen Ort, die jeweils auf andere Weise Opfer des Handyterrors geworden sind. Ab Freitag im Kino.

Online für Anfänger - Kurzinhalt zum Film

Die eine Frau erhält als Taxifahrerin stets nur geringe Bonuspunkte, die andere wird mit einem Sexvideo erpresst, der Mann mit Werbeangeboten bombardiert und verliebt sich in die Stimme im Call Center. "Online für Anfänger" nimmt all den Wahnsinn der heutigen Ökonomie respektlos aufs Korn: vom Botendienst über das Bestellservice bis zum Knäuel diverser Ladegeräte.

Der Film zeigt die Diskrepanz zwischen gestanzten Freundlichkeitsfloskeln und der userunfreundlichen Realität von stundenlangen Wartezeiten. Für wenige Euro Bestpreis wird kilometerweit mit dem Auto angereist, dutzende PUK, PIN und SIM-Kennwörter sind an die Kühlschranktür geschrieben.

Die drei Protagonisten gestehen sich irgendwann die Situation ihrer Sackgasse ein. Erst bocken sie, dann rebellieren sie, brechen auf zu den anonymen Schaltstellen für ihr Unheil, den großen Servern in Irland und den USA. Das wird mit viel Witz, wenngleich bisweilen mit gefährlicher Nähe zum Klamauk getan. Doch die Dialoge spielen darüber hinweg. Es ist eine durchaus kluge Auseinandersetzung mit den modernen Moden und elektronischen Datenklau.

Online für Anfänger - Die Kritik

Die Regisseure Benoit Delphine und Gustave Kervern haben mit ihrem Film das wohl einzig geeignete Mittel gegen Handywahnsinn und digitale Abhängigkeiten gewählt: Sie lachen den Internetmächtigen ins Gesicht. Sich über die Diktatur der Maschinen über den Menschen lustig zu machen, hat etwas Befreiendes.

Es muss nicht bitterernstes oder dramatisches Kino sein, um es mit den aktuellen Problemen der Welt aufzunehmen. In diesem Fall wurde in einer eleganten Rundumbewegung das, was die Menschheit - zumeist unbewusst - nervt, angesprochen oder zumindest charmant gestreift. Und auch wenn es kein Happy End gibt, hält "Online für Anfänger" etwas Tröstliches bereit: "Was sind unsere Probleme vom Mond aus gesehen?", heißt es zum Schluss.

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(APA/Red)

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