Omikron-Strategie für Schulen: Testen, lüften, Masken

Masken, lüften und testen lautet die Devise.
Masken, lüften und testen lautet die Devise. ©REUTERS
Laut der Forschungsplattform "Covid-19 Future Operations" könnten Schulen und Kindergärten normal operieren, wenn nur einfache Covid-Maßnahmen eingehalten werden würden. Bei strikter Befolgung der Maßnahmen sei auch keine Quarantäne von Kontaktpersonen notwendig.

Häufiges Testen mit den sensibleren PCR-Tests, konsequentes Maskentragen und effizientes Lüften sind laut Expertinnen und Experten der Forschungsplattform "Covid-19 Future Operations" entscheidend für einen sicheren Schulbetrieb trotz Ausbreitung der Omikron-Variante. Auch für Kindergärten fordern sie ein Maßnahmenpaket, im Zentrum müssten dabei Lüften und PCR-Speicheltests stehen.

FFP2-Masken am besten

Weil in der Praxis nie sicherzustellen sei, dass alle Maßnahmen optimal funktionieren und von allen Beteiligten gut befolgt werden, sei die Kombination wichtig. "Eine besonders wirksame Schutzmaßnahme" ist dabei durchgehendes Tragen von hochwertigen und dicht sitzenden Masken, am besten FFP2-Masken. Maßnahmen wie Lüften oder Luftreinigung könnten diese während der Pandemie nicht ersetzen, schreibt die Gruppe mit Experten wie Mikrobiologe Michael Wagner, Bildungspsychologin Barbara Schober (beide Uni Wien) oder Simulationsforscher Niki Popper. Für ihre aktuellen Empfehlungen haben sie sich fachliche Unterstützung vom österreichischen Lüftungsexperten Ulrich Pöschl geholt, der die Abteilung Multiphasenchemie am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz leitet.

Stoßlüften bis zu 3 Minuten

Beim Lüften sollen die Schulen demnach auf intervallartiges Stoßlüften setzen, bei kaltem Wetter würden schon zwei bis drei Minuten für einen vollständigen Luftaustausch reichen. Alternativ sei auch Dauerlüften bei Kippfenstern möglich, bei vollbesetzten Klassen und ausreichender Heizleistung sei auch hier nicht von einem Absinken der Raumtemperatur unter 19 bis 20 Grad zu rechnen. Weil eine hohe CO₂-Belastung in der Klasse ein Indikator für eine hohe Aerosolbelastung der Atemluft und damit einhergehend ein höheres Infektionsrisiko ist, empfehlen die Experten außerdem den Einsatz von CO₂-Messgeräten zur Überprüfung und Regulierung des Lüftens.

Abluftventilatoren ohne viel Aufwand nachrüstbar

Die Experten plädieren auch dafür, zur Unterstützung des freien Fensterlüftens Abluftventilatoren zur Eindämmung der Pandemie zu nutzen, diese seien auch kurzfristig, kostengünstig und mit geringem Aufwand nachrüstbar. Mobile Luftreiniger sollten nur unterstützend als zusätzliche Maßnahme eingesetzt werden, Frischluftzufuhr sei jedenfalls besser als Luftreiniger.

Mindestens drei Tests pro Woche empfohlen

Um infizierte Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen und Lehrer möglichst noch zu identifizieren, bevor sie jemanden anstecken können, sollte an den Schulen aus Sicht der Experten mindestens dreimal pro Woche mit der PCR-Methode getestet werden. An den verbleibenden Tagen sollten zusätzlich Antigentests eingesetzt werden. Diese sind laut Papier grundsätzlich allerdings nur geeignet, um zeitnah besonders infektiöse Personen zu identifizieren. Es gebe nämlich Hinweise, dass "Nasenbohrer"-Antigentests bei Omikron asymptomatisch Infizierte noch seltener entdecken.

Keine Quarantäne der Kontaktpersonen notwendig

Wird in einer Klasse oder Hortgruppe ein Fall entdeckt, ist aus Sicht der Plattform-Mitglieder keine Quarantäne der Kontaktpersonen notwendig, wenn zuvor alle Schutzmaßnahmen eingehalten wurden. Stattdessen sollten alle Gruppenmitglieder sieben Tage lang täglich PCR-testen. Bei mehreren positiven Fällen plädieren sie bei Infizierten wie auch engen Kontaktpersonen für mindestens fünf Tage Quarantäne (weil auch noch die länger ansteckende Delta-Variante kursiert) mit anschließendem PCR-Freitesten.

(APA/red)

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