Olympia: Österreichs Athleten feierlich in Wien verabschiedet

Österreich ist mit 75 Athleten bei den Olympischen Spielen in Tokio vertreten.
Österreich ist mit 75 Athleten bei den Olympischen Spielen in Tokio vertreten. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Ein Jahr mussten die ÖOC-Athleten aufgrund der Corona-Pandemie warten, am Donnerstag wurden sie nun feierlich in der Wiener Hofburg zu den Olympischen Spielen nach Tokio verabschiedet.
Verabschiedung in der Hofburg

Die österreichische Staats- und Regierungsspitze hat am Donnerstag das ÖOC-Team in der Hofburg feierlich zu den Olympischen Spielen nach Tokio verabschiedet. Vor der olympische Flagge und der österreichischen Fahne und nach der vom Bläserensemble der Gardemusik Wien gespielten Bundeshymne sprach ÖOC-Präsident Karl Stoss stellvertretend für die Delegation die Gelöbnisformel. Die Athletinnen und Athleten freuten sich besonders über den wertschätzenden Ton in den Reden.

Großer Respekt für ÖOC-Team bei Verabschiedung in Hofburg

"Das Warten hat ein Ende", eröffnete Stoss seine Rede und nahm noch einmal Bezug darauf, dass die Spiele wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben worden waren und der Qualifikationsweg für viele kein einfacher war. Rund 11.100 Athletinnen und Athleten aus 206 Nationen werden in 33 Sportarten in 339 Medaillenentscheidungen antreten. Österreich ist mit 75, darunter 50 Heeresangehörigen, in 20 Sportarten vertreten. "Wir sind überzeugt, dass wir nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ hervorragend aufgestellt sind und die Medaillenbilanz von Rio mit einmal Bronze übertreffen werden", sagte Stoss.

In die Hofburg eingeladen war auch der aus dem Irak stammende und in Tirol lebende Ringer Aker Al Obaidi, der in das IOC-Flüchtlingsteam berufen worden war, vom ÖOC ebenfalls einen Teil der Einkleidung erhalten hatte und auch in der Leinen-Lederhose in die Hofburg geladen war. "Als Zeichen der gelebten Integration haben wir gesagt, er gehört zu uns", erklärte der ÖOC-Präsident. Allen gab er mit auf den Weg, dass er sich wünsche, dass die strengen Regeln und täglichen Coronatests "mit einer gewissen buddhistischen Ruhe" hingenommen werden.

Sportminister Werner Kogler (Grüne) wies ebenfalls auf die schwierige Vorbereitungszeit und die herausfordernden Rahmenbedingungen hin. Man müsse sich auf die eigenen Bewerbe konzentrieren und Abstriche hinnehmen, dass es im olympischen Dorf nicht so fröhlich und lustig zugehen werde wie sonst. "Aber das Wichtigste ist, die Spiele finden statt und Sie sind dabei." In Rahmen der Möglichkeiten eines kleinen Landes sei dies nicht so einfach. "Uns ist das völlig bewusst. Der Respekt ist umso größer."

Kurz: "Ganzes Land wird Daumen drücken"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) merkte ebenfalls an, dass die Teilnahme an Olympischen Spielen ein "unglaubliches Privileg und Anerkennung für die sportliche Leistung" sei. "Ich kann Ihnen garantieren, dass das ganze Land Ihnen die Daumen drücken wird. Viele Menschen werden mitfiebern und hoffen, dass das Ergebnis für Sie ein möglichst erfreuliches ist. Lassen Sie sich von den Tests und allem anderen nicht die Freude nehmen und aus der Ruhe bringen."

Besonders ans Herz gingen den Sportlern die Worte von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. "Sie wollen am Weitesten kommen, die Schnellsten sein, die Besten sein, die Präzisesten. Aber das haben Sie ja eigentlich schon bewiesen, da Sie zu Olympia fahren können." Er sei nicht der Supersportler, könne sich den langen Weg aber vorstellen, den jeder durch die Qualifikation gegangen sei. Er bewundere die Athleten für ihre Energie und Zielstrebigkeit. "Diese Leidenschaft und dieses Feuer, das sie dann weitergeben, damit entfachen sie bei anderen Menschen ähnliche Begeisterung."

Botschaft von Van der Bellen: Olympia bringt Menschen zusammen

Olympia bringe Menschen von allen Kontinenten zusammen, auch in dem Gegeneinander im sportlichen Wettkampf gäbe es ein Miteinander. "Unabhängig davon, woher man kommt, welche Hautfarbe man hat, wen man liebt oder welche Sprache man spricht. Es ist schön, dass die Olympischen Spiele auch für diesen verbindenden Gedanken stehen", sagte Van der Bellen.

Nach dem offiziellen Teil holte sich der Bundespräsident bei mehren Aktiven noch einen Sportarten-Crashkurs. Die Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier, die Segler Tanja Frank und Thomas Zajac, sowie der im Kletten antretende Jakob Schubert oder die im Karate kämpfende Bettina Plank, beides neue Sportarten im Zeichen der Fünf Ringe, gaben gern Auskunft. Beeindruckt von ihrem Hofburgbesuch waren beispielsweise die Ruderinnen Louisa Altenhuber und Valentina Cavallar. "Ich fand sehr schön, was gesagt wurde, dass das Verbindende angesprochen wurde", sagte Altenhuber.

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(APA/Red)

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