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Olympia droht künftig Turnier ohne NHL-Stars

Olympia droht in Zukunft ein Turnier ohne NHL-Stars. Gary Bettman, der Boss der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL, deutete an, dass die Winterspiele in Vancouver im kommenden Februar die letzten Winterspiele mit NHL-Beteiligung sein könnten.

“Wir profitieren ganz anders von Olympischen Spielen in Nordamerika, als wenn sie in Japan, Italien oder Russland ausgetragen werden. Eishockey-Spiele 2014 in Sotschi werden hier wahrscheinlich nicht zur besten Sendezeit übertragen. Ich bin mir nicht sicher, ob es das ist, was wir uns erhoffen, wenn wir dafür extra unseren Spielplan unterbrechen”, erklärte Bettman, und löste damit bei den meisten Profis einen Sturm der Entrüstung aus.

Auch einige Team-Besitzer sehen keinen Vorteil darin, ausgerechnet in einer Zeit, in der Eishockey nicht mit den weitaus populäreren Sportarten American Football und Baseball konkurriert, den Spielbetrieb einzustellen – zumal einige Vereine ohnehin keine Profis für Olympia abstellen.

Die Gedankenspiele in den Chef-Etagen sorgen in der NHL für Gesprächsstoff. Besonders für die Russen ist Liga-Boss Bettman der “bad man”, der böse Bube – schließlich finden die nächsten Winterspiele 2014 in ihrer Heimat in Sotschi statt. “Wenn mir jemand sagt, dass ich nicht für mein Land bei Olympia spielen darf, sage ich Tschüss”, hat Alexander Owetschkin bereits angekündigt. Der Stürmer der Washington Capitals gilt als der beste Spieler der Liga, sein Wort hat Gewicht.

Und so drohen nach Owetschkins Offensive auch dessen prominente Landsleute Jewgeni Malkin (Pittsburgh Penguins) und Ilja Kowaltschuk (Atlanta Thrashers) notfalls mit einer russischen Revolte. “Ich stimme Alex absolut zu. Auch wenn ich eine Geldstrafe zahlen müsste, würde ich trotzdem gehen”, meinte Malkin. “Wir haben bereits gesagt, dass wir auf jeden Fall in Sotschi dabei sind”, so Kowaltschuk. Scott Niedermayer kann die russischen Ressentiments nachvollziehen. “Die NHL sollte fair sein und Owetschkin und Co die gleiche großartige Chance einräumen, die sie uns Kanadiern im Februar gibt”, so der Kapitän der Anaheim Ducks. Seit 1998 sind NHL-Profis bei den Winterspielen dabei.

Um eine Pause in der Saison zu vermeiden, hatte Bettman dem damaligen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Juan Antonio Samaranch, sogar vorgeschlagen, Eishockey ins Programm der Sommerspiele aufzunehmen. “Ich hatte meinen Satz noch gar nicht beendet, da kam von ihm schon ein Nein”, erinnert sich Bettman. “Die Winterspiele sind zu sehr vom Eishockey abhängig, gerade in Sachen Aufmerksamkeit und Ticketverkauf. Diesbezüglich sind wir vielleicht deren größtes Event”, so Bettman.

Wenn in genau zwei Monaten das olympische Eishockey-Turnier beginnt, erwarten Fans, Fachleute und auch Profis ein Sportspektakel der Superlative. “Das wird unglaublich”, sagt Sidney Crosby, Kapitän von Meister Pittsburgh Penguins.

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