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Olympia als Hauptziel von Loitzl und Schlierenzauer

Die Olympischen Spiele im Februar in Vancouver sind der erklärte Saisonhöhepunkt von Wolfgang Loitzl (29) und Gregor Schlierenzauer (19) in der Ende November in Kuusamo (Finnland) beginnenden Saison.
ÖSV- Trio bei vier Saison-Highlights Titelverteidiger

Die zwei erfolgreichsten Springer des vergangenen Winters wollen sich aber nicht ausschließlich auf das “Highlight” konzentrieren, nennen auch Gesamt-Weltcup und Tournee als Ziele.

Der Vergleich innerhalb der starken ÖSV-Mannschaft beflügelt beide. “Der Wolfi hat sicher einen Teil dazu beigetragen, dass ich sehr stark war. Aber ich glaube, er hat auch sehr viel profitiert”, erklärte Weltcupsieger Schlierenzauer, der gelassener geworden ist und nach dem Schulabschluss eine neue Herausforderung neben dem Sport sucht, im Gespräch mit der APA. Weltmeister Loitzl, kürzlich als Sportler des Jahres geehrt, äußerte sich kritisch gegenüber der starken Reduktion des Preisgeldes für den Sieger. Er ist nach einem “schwierigen Sommer” keineswegs beunruhigt. “Ich weiß, dass mein Setup da nicht so gut funktioniert wie im Winter. Ich bin nicht so weit weg.”

Das sagten Wolfgang Loitzl (Weltmeister und Tourneesieger) und Gregor Schlierenzauer (Weltcupsieger) im APA-Gespräch:

Wie lief nach Ihrer bisher erfolgreichsten Saison die Vorbereitung auf den Olympia-Winter?

Loitzl: “Ich habe eine längere Pause gemacht als sonst. Es ist wichtig, dass man beim Training frisch im Kopf ist, sonst bringt es gar nichts. Ich habe versucht, mich weiterzuentwickeln. Das hat ganz gut funktioniert, allerdings hat mich eine Entzündung im rechten Knie etwas gehandicapt. Es ist aber nicht der Rede wert, weil ich über die letzten Jahre körperlich so viel gemacht habe, dass ich ein hohes Niveau habe.”

Schlierenzauer: “Heuer war die Vorbereitung anders, durch meine Verletzung (Seitenbandriss im rechten Knie Ende März, Anm.) und den Schulabschluss habe ich Herausforderungen gehabt. Ich habe mit dem Training und Springen später begonnen und deshalb die ersten Sommerbewerbe ausgelassen. Mit dem Knie habe ich beim Springen Gott sei Dank keine Probleme, aber manchmal spüre ich es beim Krafttraining. Die Erfahrung der vergangenen drei Jahre helfen mir sicher weiter. Ich bin gelassener geworden.”

Welche Akzente haben Sie gesetzt, worauf liegt das Hauptaugenmerk?

Loitzl: “Ich habe ein gutes Paket, eine Möglichkeit zum Verbessern ist die Verbindung vom Absprung in die Flugphase. Das ist im vergangenen Winter besser gelungen als die Jahre zuvor. Auch im heurigen Sommer habe ich versucht, da den Hebel anzusetzen. Wie in den letzten Jahren war Nik Huber für mich als Trainer zuständig, mit Alex Pointner habe ich nur einige ausgesuchte Kurse gemacht. Es war ähnlich wie 2008 ein schwieriger Sommer, weil das Niveau selten so gut war, dass ich handlungsfähig war. Aber ich weiß, dass mein Setup im Sommer nicht so funktioniert wie im Winter, daher hat es mich nicht beunruhigt.”

Schlierenzauer: “Ich gehe die neue Saison nicht anders an als die bisherigen. Natürlich stehe ich als Weltcupsieger mehr unter Beobachtung. Ich versuche einfach auf Leistung zu gehen, die steht im Vordergrund, dann wird man sehen, wozu es reicht. Beim Material tüftle ich natürlich schon immer herum, aber es hat sich eigentlich nichts geändert. Wieso soll man nach einer Rekordsaison auch etwas ändern. Nach dem Schulabschluss habe ich jetzt mehr Zeit. Die Doppelbelastung war zäh, aber jetzt hat es auch den Nachteil, dass man nur mehr den Sport im Kopf hat. Ich habe schon für kommende Saison etwas geplant, was ich zusätzlich machen werde, aber das verrate ich jetzt noch nicht. Etwas, das nicht zuviel Arbeit ist, aber doch eine Beschäftigung und Herausforderung.”

Wie sehen Sie ihre aktuellen Leistungen wenige Wochen vor dem Saisonauftakt?

Loitzl: “Der Schlieri ist sehr, sehr gut beisammen. Dahinter ist mit Morgi (Morgenstern), Kofi (Kofler) und Zauner David ein ganz gutes Niveau. Ich selbst habe im Sommer nicht die Leistungen gebracht, die ich nach dem (erfolgreichen) Winter erwartet hätte. Aber bei den Meisterschaften habe ich gesehen, dass ich nicht so weit weg bin.”

Schlierenzauer: “Ich hebe mich leistungsmäßig nicht ab von den anderen. Ich versuche einfach, hart an mir zu arbeiten, mich zu verbessern. Das richtige Kräftemessen ist sicher im Winter. Es ist sehr gut, wenn jemand da ist zum Vergleichen, man kann sich überall sehr viel herausholen. Letztes Jahr hat sicher auch der Wolfi einen Teil dazu beigetragen, dass ich sehr stark war. Aber ich glaube, er hat auch sehr viel profitiert.”

Welche Ziele haben Sie sich für den kommenden Winter gesetzt?

Loitzl: “Natürlich sind die Olympischen Spiele die Nummer eins, dazu für mich als Titelverteidiger die Tournee. Und der Gesamt-Weltcup ist auch im Hinterkopf. Ich bin kein Fan davon, dass man auf einen
Zeitpunkt X hintrainiert, ich will alle Weltcup-Bewerbe bestreiten, vielleicht vor Olympia eine Pause machen. Ich will einen guten Rhythmus und eine gute Form aufbauen, damit ich beim Höhepunkt die meiste Energie und das größte Selbstvertrauen habe.”

Schlierenzauer: “Ich habe mir ein Highlight gesetzt, das sind die Olympischen Spiele. Ich hoffe, dass ich dabei bin, denn das ist ein Kindheitstraum, und Erfahrungen sammeln kann. Der Weltcup zählt auch viel, ausschließen tut sich gar nichts. Wenn die Leistung passt, ist sehr viel möglich, so werde ich es heuer angehen.”

Wie beurteilen Sie das neue Reglement, bei dem u.a. unterschiedliche Windbedingungen in der Note berücksichtigt werden?

Loitzl: “Ich finde es von vornherein nicht notwendig, das einzuführen. Skispringen ist ein Freiluftsport. Das hat seinen Reiz, auch wenn man sich als Springer oder Trainer aufregt über schlechten
Wind. Durch das Reglement wird versucht, den Wind auszuschalten. Aber es passiert nicht das, was bezweckt wird, da muss vielleicht noch nachgebessert werden. Das Verändern des Anlaufs finde ich gut, da bringt man Wettkämpfe durch, die man normal abbrechen müsste.”

Schlierenzauer: “Grundsätzlich ist es eine tolle Idee, den Sport fairer zu machen, ABER: Skispringen ist ein Freiluftsport, da hat manchmal einer Glück, manchmal Pech. Die Leute erinnern sich und diskutieren lange, wenn etwas Außergewöhnliches passiert, das geht hier verloren. Es geht um höher, weiter, schneller. Ich bin nicht sicher, ob man ein Regelwerk finden kann, dass der Computer das genau einberechnet. Die größte Herausforderung ist die Durchsichtigkeit für Zuschauer und Athleten. Die Sportart war einfach, der Weiteste hat meistens gewonnen. Das steht jetzt in Frage. Gut ist, dass man den Bewerb bei komplizierten Verhältnissen besser durchbringen kann.”

Wie stehen Sie zur Neuverteilung des Preisgeldes, das für die Besten deutlich reduziert wird, damit alle 30 Finalisten beteilt werden können?

Loitzl: “Es ist ein zu tiefer Einschnitt. Die besten Sportler werden nicht mehr honoriert, man bekommt als Erster nicht viel mehr als Fünfter. Bisher war ein deutlicher Unterschied, man konnte einiges
verdienen. Es ist gerechtfertigt, dass auch der 30. etwas bekommt, aber besser wäre, wenn das Gesamtpreisgeld aufgestockt würde. Wenn der Sieger statt 30.000 nur 25.000 Franken verdient wäre das noch denkbar, aber statt 30.000 nur 10.000, das ist ein Einschnitt. Bei so einer Reduktion würde ein Alpiner in Kitz wahrscheinlich sagen, das tue ich mir nicht mehr an. Ich betreibe den Sport nicht wegen des Geldes, aber es geht auch um Anerkennung der Leistung und um das, was die FIS von uns hat.”

Wer ist Ihre wichtigste Bezugsperson?

Loitzl: “Wenn’s ums Springen geht, würde ich sagen der Nik Huber (Trainer im Stützpunkt Salzburg-Rif, Anm.), weil ich mit ihm viel Zeit verbracht habe im Training, wo es nicht immer lustig war mit mir. Und außerhalb des Sports sicher meine Frau.”

Schlierenzauer: “Die Familie ist natürlich sehr wichtig, Mama, Papa und natürlich auch mein Onkel (Berater Markus Prock, Anm.).

Wie lief nach Ihrer bisher erfolgreichsten Saison die Vorbereitung
auf den Olympia-Winter?

Loitzl: “Ich habe eine längere Pause gemacht als sonst. Es ist
wichtig, dass man beim Training frisch im Kopf ist, sonst bringt es
gar nichts. Ich habe versucht, mich weiterzuentwickeln. Das hat ganz
gut funktioniert, allerdings hat mich eine Entzündung im rechten Knie
etwas gehandicapt. Es ist aber nicht der Rede wert, weil ich über die
letzten Jahre körperlich so viel gemacht habe, dass ich ein hohes
Niveau habe.”

Schlierenzauer: “Heuer war die Vorbereitung anders, durch meine
Verletzung (Seitenbandriss im rechten Knie Ende März, Anm.) und den
Schulabschluss habe ich Herausforderungen gehabt. Ich habe mit dem
Training und Springen später begonnen und deshalb die ersten
Sommerbewerbe ausgelassen. Mit dem Knie habe ich beim Springen Gott
sei Dank keine Probleme, aber manchmal spüre ich es beim
Krafttraining. Die Erfahrung der vergangenen drei Jahre helfen mir
sicher weiter. Ich bin gelassener geworden.”

Welche Akzente haben Sie gesetzt, worauf liegt das Hauptaugenmerk?

Loitzl: “Ich habe ein gutes Paket, eine Möglichkeit zum Verbessern
ist die Verbindung vom Absprung in die Flugphase. Das ist im
vergangenen Winter besser gelungen als die Jahre zuvor. Auch im
heurigen Sommer habe ich versucht, da den Hebel anzusetzen. Wie in
den letzten Jahren war Nik Huber für mich als Trainer zuständig, mit
Alex Pointner habe ich nur einige ausgesuchte Kurse gemacht. Es war
ähnlich wie 2008 ein schwieriger Sommer, weil das Niveau selten so
gut war, dass ich handlungsfähig war. Aber ich weiß, dass mein Setup
im Sommer nicht so funktioniert wie im Winter, daher hat es mich
nicht beunruhigt.”

Schlierenzauer: “Ich gehe die neue Saison nicht anders an als die
bisherigen. Natürlich stehe ich als Weltcupsieger mehr unter
Beobachtung. Ich versuche einfach auf Leistung zu gehen, die steht im
Vordergrund, dann wird man sehen, wozu es reicht. Beim Material
tüftle ich natürlich schon immer herum, aber es hat sich eigentlich
nichts geändert. Wieso soll man nach einer Rekordsaison auch etwas
ändern. Nach dem Schulabschluss habe ich jetzt mehr Zeit. Die
Doppelbelastung war zäh, aber jetzt hat es auch den Nachteil, dass
man nur mehr den Sport im Kopf hat. Ich habe schon für kommende
Saison etwas geplant, was ich zusätzlich machen werde, aber das
verrate ich jetzt noch nicht. Etwas, das nicht zuviel Arbeit ist,
aber doch eine Beschäftigung und Herausforderung.”

Wie sehen Sie ihre aktuellen Leistungen wenige Wochen vor dem
Saisonauftakt?

Loitzl: “Der Schlieri ist sehr, sehr gut beisammen. Dahinter ist mit
Morgi (Morgenstern), Kofi (Kofler) und Zauner David ein ganz gutes
Niveau. Ich selbst habe im Sommer nicht die Leistungen gebracht, die
ich nach dem (erfolgreichen) Winter erwartet hätte. Aber bei den
Meisterschaften habe ich gesehen, dass ich nicht so weit weg bin.”

Schlierenzauer: “Ich hebe mich leistungsmäßig nicht ab von den
anderen. Ich versuche einfach, hart an mir zu arbeiten, mich zu
verbessern. Das richtige Kräftemessen ist sicher im Winter. Es ist
sehr gut, wenn jemand da ist zum Vergleichen, man kann sich überall
sehr viel herausholen. Letztes Jahr hat sicher auch der Wolfi einen
Teil dazu beigetragen, dass ich sehr stark war. Aber ich glaube, er
hat auch sehr viel profitiert.”

Welche Ziele haben Sie sich für den kommenden Winter gesetzt?

Loitzl: “Natürlich sind die Olympischen Spiele die Nummer eins, dazu
für mich als Titelverteidiger die Tournee. Und der Gesamt-Weltcup ist
auch im Hinterkopf. Ich bin kein Fan davon, dass man auf einen
Zeitpunkt X hintrainiert, ich will alle Weltcup-Bewerbe bestreiten,
vielleicht vor Olympia eine Pause machen. Ich will einen guten
Rhythmus und eine gute Form aufbauen, damit ich beim Höhepunkt die
meiste Energie und das größte Selbstvertrauen habe.”

Schlierenzauer: “Ich habe mir ein Highlight gesetzt, das sind die
Olympischen Spiele. Ich hoffe, dass ich dabei bin, denn das ist ein
Kindheitstraum, und Erfahrungen sammeln kann. Der Weltcup zählt auch
viel, ausschließen tut sich gar nichts. Wenn die Leistung passt, ist
sehr viel möglich, so werde ich es heuer angehen.”

Wie beurteilen Sie das neue Reglement, bei dem u.a. unterschiedliche
Windbedingungen in der Note berücksichtigt werden?

Loitzl: “Ich finde es von vornherein nicht notwendig, das
einzuführen. Skispringen ist ein Freiluftsport. Das hat seinen Reiz,
auch wenn man sich als Springer oder Trainer aufregt über schlechten
Wind. Durch das Reglement wird versucht, den Wind auszuschalten. Aber
es passiert nicht das, was bezweckt wird, da muss vielleicht noch
nachgebessert werden. Das Verändern des Anlaufs finde ich gut, da
bringt man Wettkämpfe durch, die man normal abbrechen müsste.”

Schlierenzauer: “Grundsätzlich ist es eine tolle Idee, den Sport
fairer zu machen, ABER: Skispringen ist ein Freiluftsport, da hat
manchmal einer Glück, manchmal Pech. Die Leute erinnern sich und
diskutieren lange, wenn etwas Außergewöhnliches passiert, das geht
hier verloren. Es geht um höher, weiter, schneller. Ich bin nicht
sicher, ob man ein Regelwerk finden kann, dass der Computer das genau
einberechnet. Die größte Herausforderung ist die Durchsichtigkeit für
Zuschauer und Athleten. Die Sportart war einfach, der Weiteste hat
meistens gewonnen. Das steht jetzt in Frage. Gut ist, dass man den
Bewerb bei komplizierten Verhältnissen besser durchbringen kann.”

Wie stehen Sie zur Neuverteilung des Preisgeldes, das für die Besten
deutlich reduziert wird, damit alle 30 Finalisten beteilt werden
können?

Loitzl: “Es ist ein zu tiefer Einschnitt. Die besten Sportler werden
nicht mehr honoriert, man bekommt als Erster nicht viel mehr als
Fünfter. Bisher war ein deutlicher Unterschied, man konnte einiges
verdienen. Es ist gerechtfertigt, dass auch der 30. etwas bekommt,
aber besser wäre, wenn das Gesamtpreisgeld aufgestockt würde. Wenn
der Sieger statt 30.000 nur 25.000 Franken verdient wäre das noch
denkbar, aber statt 30.000 nur 10.000, das ist ein Einschnitt. Bei so
einer Reduktion würde ein Alpiner in Kitz wahrscheinlich sagen, das
tue ich mir nicht mehr an. Ich betreibe den Sport nicht wegen des
Geldes, aber es geht auch um Anerkennung der Leistung und um das, was
die FIS von uns hat.”

Wer ist Ihre wichtigste Bezugsperson?

Loitzl: “Wenn’s ums Springen geht, würde ich sagen der Nik Huber
(Trainer im Stützpunkt Salzburg-Rif, Anm.), weil ich mit ihm viel
Zeit verbracht habe im Training, wo es nicht immer lustig war mit
mir. Und außerhalb des Sports sicher meine Frau.”

Schlierenzauer: “Die Familie ist natürlich sehr wichtig, Mama, Papa
und natürlich auch mein Onkel (Berater Markus Prock, Anm.).

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