Öffentliche WCs: Donaustadt hält Dichte-Rekord

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Einst wurde die Münztoilette als ertragsreiches und krisensicheres Geschäft gepriesen - heute hat man höchstens als Benutzer, kaum als Betreiber Freude an einem öffentlichen WC.

<RTE>Reinigung, Instandhaltung und Vandalen treiben die Kosten in die Höhe. Der „Größte“ der Branche, die ÖBB, stellen an 462 der 1.372 so genannten Verkehrsstationen Klosetts zur Verfügung. Alleine für die Pflege fallen jährlich 3,5 Mio. Euro an.  
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Zuletzt hatte es Aufregung um fünf ÖBB-WC in der Obersteiermark gegeben. Wegen niedriger Passagier-Frequenz und deswegen unverhältnismäßig hohen Betriebskosten stand eine Schließung im Raum. Angestrebt wurde eine Kooperation mit den betroffenen Gemeinden, was in einem Fall bereits gelungen ist, so ÖBB-Sprecher Nikolaus Käfer. In ganz Österreich klappt diese Zusammenarbeit bei 16 Stationen.  
<p>319 öffentliche WC-Anlagen in Wien  
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Und wie halten es die Landeshauptstädte mit den Bedürfnissen ihrer Bürger? In Wien versprechen 319 öffentliche WC-Anlagen Linderung in freier Wildbahn. Mit jeweils einem Abort auf 5.000 Wiener sei man „flächendeckend“ versorgt, unterstrich Sabine Maier von der zuständigen Magistratsabteilung 48 im APA-Gespräch. Quantitativer Rekordhalter ist dabei die Donaustadt.  
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Sie präsentiert sich – zumindest unter dem Aspekt der Toiletten-Dichte – als Eldorado. Hier stehen den Bedürftigen ganze 48 Anlagen offen, ein unangefochtener Spitzenwert. Im bevölkerungsreicheren Favoriten stehen Toilettengängern lediglich 15 WCs offen. Gröbere Probleme bei einem dringenden Bedürfnis dürften Passanten in der Josefstadt bekommen. Hier finden sich nur zwei Anlagen – der Wiener WC-Negativrekord.  
<p>Jährlich gehen 3,2 Mio. Euro das Klo runter  
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Bezahlt werden die Bedürfnisanstalten aus Mitteln der Bezirksbudgets. Insgesamt 3,2 Mio. Euro werden so jährlich in der Bundeshauptstadt in den Betrieb und die Instandhaltung der stillen Örtchen investiert. Ständig Personal anwesend ist lediglich in den 33 meistfrequentierten der 319 Anlagen. Hier ist der Besuch der Kabinen kostenpflichtig, Kinder bis 14 Jahre erleichtern sich allerdings gratis.  
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Von den historischen Öl-Pissoirs, in denen mittels Öl-Zitronen-Gemisch statt durch Wasserspülung die Geruchsbelästigung minimiert werden soll, stehen noch 70. Lediglich 18 stehen unter Denkmalschutz und dürfen sich somit in relativer Sicherheit wiegen.  
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In der Obhut der Wiener Linien verrichten 74 WC-Anlagen ihre Arbeit, die allerdings bereits in der Gesamtzahl enthalten sind. Von den Betreibern der öffentlichen Verkehrsmittel in der Bundeshauptstadt werden für Toiletten nur die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Betreut werden diese von der MA 48, bezahlt aus den Mitteln des Bezirksbudgets.

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