ÖTV präsentierte neues Sportkonzept mit Individualförderung

ÖTV-Präsident Robert Groß
ÖTV-Präsident Robert Groß
Der Österreichische Tennisverband (ÖTV) hat am Mittwoch in einer Pressekonferenz in der Wiener Stadthalle sein neues Sportkonzept präsentiert. Der Verband wird ab 1. Jänner 2016 mit einer Million Euro jährlich ein Sieben-Punkte-Programm finanzieren, darunter wird die Individualförderung mit bis zu 15.000 Euro pro Jahr auf neue Beine gestellt.


Dem offensichtlichen Aufholbedarf im Damen-Tennis wird mit der Installierung von Jürgen Waber als Hauptverantwortlichem Rechnung getragen. Der Fed-Cup-Kapitän lädt die Damen und Mädchen ein, in der Trainingsbasis in Linz mit ihm und auch der ehemaligen Top-20-Spielerin Sybille Bammer zusammenzuarbeiten. Also auch dort, wo er schon Barbara Haas betreut.

Gleichzeitig installierte der ÖTV mit Bernd Wetter einen Damen-Touring-Coach, der speziell für den Übergang Jugend-Damen zuständig sein wird. Bei den Burschen wurde eine Trainings-Kooperation mit der “Tennisakademie Bresnik” vereinbart. Günter Bresnik, Wolfgang Thiem und Co. werden gemeinsam mit ÖTV-Coach Andreas Fasching die Verantwortung der technisch-taktischen Tennisausbildung sowie der Turnierplanung übernehmen.

Die Spieler Lucas Miedler, Gabriel Huber und Luka Mrsic werden mit der Akademie in der Südstadt trainieren. Man habe mit Bresnik ein sehr günstiges Angebot ausgemacht, so ÖTV-Präsident Robert Groß. Fasching wird mit David Pichler und Sebastian Ofner arbeiten.

“Wir wollen die besten Köpfe des Landes haben. Es soll ein Miteinander und nicht wie früher ein Gegeneinander geben”, sagte Groß. “Wir haben erkennen müssen, dass wir bei den Damen einen Aufholbedarf haben”, konstatierte der Oberösterreicher. Darum habe man gemeinsam mit Waber, Bresnik, Alexander Antonitsch, Sportkoordinator Florian Pernhaupt und Nachwuchs-Koordinatorin Marion Maruska u.a. auch das vorliegende Konzept entwickelt.

Einer der Hauptpunkte ist bei der Individualförderung die Einführung eines Korridors bei Damen und Herren zwischen 14 und 23 Jahren, der exakte Kriterien wie u.a. Ranglisten-Platzierungen in ITF-, Europa- und Weltranglisten je nach Alter vorgibt. Berücksichtigt werden auch Leistungstendenz und Kooperationsbereitschaft und Einstellung zum Sport. Das gesamte Sportkonzept ist unterabrufbar.

ÖTV-Geschäftsführer Thomas Hammerl berichtete von insgesamt 34 Sponsoren, die dem ÖTV zur Seite stehen. Etwa 600.000 Euro kommen aus diesen Quellen, eine Million Euro aus dem Bundessport-Förderungs-Fond (BSFF), der Rest von Mitgliedsbeiträgen. Das jährliche Gesamtbudget des Tennisverband liegt bei zwei Millionen. “Wir sind auch einer der wenigen Sportverbände, die mit Simacek über einen Hauptsponsor verfügen”, sagte Hammerl.

Laut aktuellem Stand sind nur etwa vier Spieler voll förderungswürdig, ein Sportkomitee (mit Groß, Pernhaupt, Maruska, Waber und Wolfgang Thiem) kann über eine halb so hohe Förderung in Höhe von 7.500 Euro entscheiden, wenn die Kriterien nicht ganz erfüllt werden. Die Leistungskurven der individuell geförderten Spieler werden halbjährlich evaluiert. Der Trainingsstandort ist im Gegensatz zu früheren Zeiten nicht mehr relevant. “Wenn ein Spieler in Spanien trainiert und die Kriterien im Korridor erfüllt, erhält er genauso die Förderung”, versicherte Groß.

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