Österreichs Wirtschaft erholt sich rascher als erwartet

Österreichs Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet.
Österreichs Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet. ©pixabay.com (Sujet)
Österreichs Wirtschaftsleistung dürfte schon bald wieder auf das Vorkrisenniveau gelangen. Experten und CEOs diskutierten aktuell Perspektiven nach der Krise.

Österreichs Wirtschaft dürfte sich nach der Corona-Pandemie rascher erholen als erwartet. Dies berichtete die Wifo-Ökonomin Margit Schratzenstaller bei der Veranstaltung Medien.Mittelpunkt im Ausseerland. "Es zeichnet sich jetzt ab, dass sich die Konjunktur recht schnell erholen wird, vielleicht schneller als wir eigentlich gedacht haben. Das Vorkrisenniveau - zumindest was das BIP anbelangt - könnte in den nächsten Monaten erreicht werden", sagte Schratzenstaller.

Struktureller Wandel in vielen Bereichen gefordert

Die durch Lockdowns und Umsatzeinbrüche bedingte Wirtschaftskrise habe zwar transformatorisches Potenzial, habe strukturelle Probleme aber auch verschärft. Es brauche strukturellen Wandel im Bildungssystem, Digitalisierung, mehr Ökologisierung und Gleichbehandlung. Hier geschehe von der Politik noch zu wenig.

Arbeitsmarkt entwickelt sich besser als erwartet

AMS-Chef Johannes Kopf erklärte bei der Veranstaltung, die sich Perspektiven und Lösungen nach der Krise widmet, dass sich auch der Arbeitsmarkt besser als die Prognosen entwickle. Hinter den Detailzahlen gebe es aber nach wie vor Probleme.

Als Beispiel nannte Kopf die Arbeitslosigkeit der Niedrigqualifizierten. Die Arbeitslosenquote bei Pflichtschulabsolventen betrage 28 Prozent, in Wien liege diese sogar bei 38 Prozent. Durch den Digitalisierungsschub kämen die Niedrigqualifizierten nicht mit - trotz Ausbildungsgarantie und umfangreicher AMS-Maßnahmen. "Wir sind damit Vorbild in Europa, und trotzdem ist die Quote so hoch und steigt." Laut Kopf müsste in der Ausbildung deutlich früher angesetzt werden. "Ich habe das unlängst ganz provokant gesagt: Nehmt's mir 100 Millionen weg und gebt's es dem Kindergarten."

Digitalisierung als Gewinner der Corona-Pandemie

Magenta-Telekom-CEO Andreas Bierwirth betonte vor allem das transformatorische Potenzial der Pandemie. "Der Gewinner dieser Krise heißt Digitalisierung." Eveline Pupeter, Geschäftsführerin der emporia Telecom, bezeichnete die Krise gar als "Turbo" für ihr Geschäft. Das auf Senioren-Handys spezialisierte Unternehmen erzielte in Pandemie-Zeiten 50 Prozent Umsatzzuwachs.

Miba-Vorstandsvorsitzender Peter Mitterbauer berichtete, dass sein Unternehmen vor allem dank breiter Aufstellung gut aus der Krise gekommen sei. Unterstützungsprogramme wie die Kurzarbeit hätten Früchte getragen. Größtes Problem derzeit seien die langen Lieferzeiten und hohe Preise für Rohmaterialien.

UNIQA-Vorstand René Knapp zeigte sich überzeugt, dass vor allem das Thema Homeoffice bleiben werde. Wirtschaftlich sei man beim Versicherungskonzern gut durch die Pandemie gekommen. Weniger Autoverkehr und weniger Hospitalisierungen abseits von Corona hätten sich positiv auf das Ergebnis des Unternehmens niedergeschlagen, erzählte Knapp.

(APA/Red)

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