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Österreichs Spitzenpolitik bisher großteils vom Coronavirus verschont

Außenminister Schallenberg war bisher als einziges Regierungsmitglied Corona-positiv
Außenminister Schallenberg war bisher als einziges Regierungsmitglied Corona-positiv ©APA/AFP/POOL/LISI NIESNER
Während Spitzenpolitiker anderer Länder bereits Bekanntschaft mit dem Coronavirus machen mussten, sind diese in Österreich bisher großteils verschont geblieben. Einzige Ausnahme: Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP).
Schallenberg als Einziger Corona-positiv
Enger Blümel-Mitarbeiter positiv getestet

Staatenlenker wie Donald Trump, Boris Johnson oder Jair Bolsonaro hatten bereits mehr oder weniger heftige persönliche Begegnungen mit dem Coronavirus. Österreichs Spitzenpolitik ist dagegen bisher großteils von der Pandemie verschont geblieben.

In Österreich nur Corona-Einzelfälle

Mit Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) wurde erst ein Regierungsmitglied positiv getestet. Auch in den Bundesländern gab es vorerst nur einen Politiker-Cluster, nämlich in Vorarlberg. Das Parlament war bloß von Einzelfällen betroffen.

Dieser erfreuliche Trend ist insofern überraschend, als Politiker in der Regel mehr unter Menschen kommen als viele andere Gruppen, umso mehr in Wahlkämpfen. Bei Michael Ritsch war die Kampagne freilich schon vorbei, als er sich infizierte. Kaum zum Bregenzer Bürgermeister gewählt, erkrankte der Sozialdemokrat unmittelbar nach einer Landtagssitzung. Auch zwei seiner drei Klubkollegen wurden positiv getestet, zudem eine neben Ritsch sitzende freiheitliche Abgeordnete.

Nationalrat: Infektionen, aber keine Clusterbildungen

Solche Clusterbildungen gab es im Nationalrat vorerst nicht, sehr wohl aber Infektionen, die großteils die ÖVP betrafen. Der erste Corona-positive Abgeordnete war Johann Singer Mitte März. Später erkrankten auch noch Maria Großbauer, Johannes Schmuckenschlager sowie Martin Engelberg, wobei letzterer sogar im Spital behandelt werden musste. Bei den NEOS wurde Karin Doppelbauer positiv getestet.

In der Landespolitik war Christian Stöckl, Finanzlandesrat in Salzburg, an Corona erkrankt. Seine Regierungskollegen steckte er ebenso wenig an wie seine Mitarbeiter. Zu den ersten prominenten Corona-Fällen gehörte die Wiener Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ), die sich Mitte März eine Infektion einfing, längst aber wieder ihrer Arbeit nachgeht. Ebenfalls in der ersten Welle Corona-positiv war der Korneuburger Bürgermeister und niederösterreichische Landtagsabgeordnete Christian Gepp (ÖVP). Aktuell erkrankt ist der oberösterreichische SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder. Da er in Kontakt zum Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) gestanden ist, musste der Stadtchef in Quarantäne.

Politiker teils in Quarantäne

Das ist ein Gefühl, das mittlerweile etliche Spitzenpolitiker kennen, auch wenn sie letztlich nicht positiv getestet wurden. Zum längeren Home-Office waren etwa der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) und Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl sowie Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (beide ÖVP) verpflichtet.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) entging zuletzt der Quarantäne, da er im entscheidenden Zeitraum nicht mit einem seiner engsten - corona-positiven - Mitarbeiter in Kontakt war. Gleiches erlebte vor rund zwei Wochen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

(APA/Red)

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