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Österreichs Filmwirtschaft wuchs auch 2013

Immer weniger Kinos in Österreich
Immer weniger Kinos in Österreich
Seit zehn Jahren veröffentlicht das Österreichische Filminstitut (ÖFI) statistische Kompendien zur heimischen Filmwirtschaft - jährlich umfangreicher und vor allem auch komplexer. Das liegt nicht nur daran, dass die Branche trotz schwierigen wirtschaftlichen Umfelds kontinuierlich wächst (seit 2009 um 176 Mio. auf 873 Mio. Euro Gesamtumsatz), sondern auch an den groben Umbrüchen im Filmbereich.


Diese Umbrüche betreffen vor allem die Verwertung, also die Schnittstelle zwischen Film und Publikum. “Anders als in den vergangenen Jahren sind es nun weniger Fragen der Produktion und ihrer Rahmenbedingungen, die uns beschäftigen, als vielmehr die multioptionalen Zugriffsmöglichkeiten des Publikums und damit Fragen des Vertriebs”, erläutert ÖFI-Chef Roland Teichmann in seinem Vorwort zum Bericht.

Während das Kino trotz weit größeren Angebots als noch vor zehn Jahren von immer weniger Menschen der bevorzugte Ort für den Filmkonsum darstellt (nur mehr rund 15,2 Millionen Besucher im Jahr 2013, davon 4 Prozent für österreichische Filme), gewinnen Festivals und andere Sonderformen der Filmpräsentation an Relevanz, fasst das Filminstitut zusammen. Die Zahl der Kinos ist in den vergangenen vier Jahren von 160 auf 133 zurückgegangen, die Zahl der Kinosäle von 584 auf 548.

Quantitativ bleibt Fernsehen das bedeutendste Medium, die Blu-Ray-Absätze steigen, Streaming und Downloads gewinnen langsam, aber sicher an Bedeutung – nicht zuletzt durch den Markteintritt von internationalen Anbietern wie Netflix. Auch auf gesamteuropäischer Ebene gehen die Kinobesuche zurück: “Hier wird sich zeigen, ob dies auf das Ausbleiben von mehreren Blockbustern oder auf die steigende Fragmentierung des audiovisuellen Marktes zurückzuführen ist”, so Teichmann.

Zentral im neuen Filmwirtschaftsbericht sind einmal mehr die Bereiche Filmfinanzierung und Filmförderung. 2013 wurden von den Förderstellen Auszahlungen in Höhe von insgesamt knapp 77,5 Mio. Euro gemeldet, das ist laut den Angaben der höchste Gesamtwert, der je zur Verfügung stand. Dreiviertel dieser Gelder flossen in die Produktion, nur insgesamt 6,1 Prozent in die Projektentwicklung bzw. in die Verwertung.

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