Österreicher sind EU-weit die zweiteifrigsten Öffi-Benützer

Öffis sind in Österreich höchst beliebt - z.B. die Wiener U-Bahn
Öffis sind in Österreich höchst beliebt - z.B. die Wiener U-Bahn ©APA (Sujet)
Nicht nur die Wiener sind Öffi-Fans: Die Österreicher sind die zweiteifrigsten Benützer öffentlicher Verkehrsmittel in der Europäischen Union (EU). Nur in Tschechien benützen die Menschen noch häufiger Bahn und Bus.
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Nach wie vor unangefochtener Europa-Spitzenreiter bleibt allerdings die Schweiz. Dies geht aus einer Untersuchung der EU-Kommission hervor, die am Sonntag vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) veröffentlicht wurden.

Platz zwei hinter Tschechien

Demnach wurden 2012 in Österreich pro Person 2.970 Kilometer mit Bahn, Bus und städtischen öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt – insgesamt also rund 25 Milliarden Kilometer. Die Alpenrepublik liegt damit nur noch knapp hinter Tschechien mit 2.975 Kilometer pro Person. Überdies zählt Österreich zu jenen elf EU-Staaten, wo aktuell mehr mit Öffis gefahren wird als im Jahr 2000.

Österreich bald Spitzenreiter?

Laut VCÖ könnte Österreich bald Spitzenreiter sein, denn in Tschechien sei die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel rückläufig, während die Fahrgastzahlen hierzulande Jahr für Jahr wachsen. Auf Platz drei landete Belgien mit 2.775 Kilometer pro Person. Deutschland landete mit 1.990 Kilometern auf Rang 12, deutlich hinter Ungarn (2.685 km/4.) oder auch Italien (2.535 km/6.). Schlusslicht ist Litauen mit 1.015 Kilometern pro Kopf.

Schweiz in Europa nach wie vor Erster

Europas Champion punkto öffentlichem Verkehr ist aber nach wie vor die Schweiz. “Alle EU-Staaten können in diesem Bereich noch sehr viel von der Schweiz lernen”, betonte Markus Gansterer vom VCÖ. Die Eidgenossen fahren pro Kopf und Jahr 3.295 Kilometer mit den Öffis. Der VCÖ fordert daher auch für Österreich häufigere Verbindungen in den Ballungsräumen. “Dass ein Ballungsraum wie Linz keine S-Bahn hat, wäre in der Schweiz undenkbar”, so Gansterer.

Mehr Geld für Öffis

Gemeinden und Länder sollten vom Bund mehr Mittel für den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs erhalten. In der Schweiz gebe es dafür Finanzierungstöpfe, die unter anderem aus den Einnahmen der flächendeckenden Lkw-Maut gespeist würden, hieß es in einer Aussendung.

Zudem habe die Schweiz Mindeststandards für die Versorgung von Gemeinden und Städten mit Bahn- und Busverbindungen definiert.

EU-Trend zum Öffentlichen Verkehr

Die Zahlen zeigen auch, dass es in den meisten EU15-Staaten einen Trend zum Öffentlichen Verkehr gebe, während in den osteuropäischen Ländern die Benützung von Bahn und Bus rückläufig sei. So werde in der Slowakei heute um ein Drittel weniger mit Öffis gefahren als noch im Jahr 2000, in Polen um ein Viertel weniger.

(apa/red)

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