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Sturzchaos in Kitzbühel -Team Vorarlberg siegt

Jannik Steimle gewann in Kitzbühel 5. Etappe der Österreich-Radtour
Jannik Steimle gewann in Kitzbühel 5. Etappe der Österreich-Radtour ©APA (EXPA)
Von schweren Stürzen ist am Donnerstag die 5. Etappe der Österreich-Rundfahrt überschattet worden. Den Sieg holte der Deutsche Jannik Steimle vom Team Vorarlberg Santic

In Kitzbühel ist man vom Hahnenkammrennen böse Stürze gewohnt, doch am Freitag waren die Rettungskräfte auf den letzten 20 Kilometern vielfach gefordert. Am schwersten erwischte es den heurigen Etappensieger Giovanni Visconti, der nach einer Tunnelausfahrt und einer folgenden scharfen Rechtskurve mit anderen Fahrern 1.500 m vor dem Ziel schwer zu Sturz kam, und den rund 20 km vor dem Ziel in einer Abfahrt verunfallten Kasachen Stepan Astafjew. Bei Visconti bestand Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung, Astafjew erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Beide wurden mit dem Helikopter in das UKH Salzburg geflogen.

Beim Niederländer Laurens ten Dam bestand Verdacht auf eine Schlüsselbein- und Hüftverletzung. Der Etappensieger Carlos Barbero aus Spanien wurde mit Verletzungen an einer Schulter ebenfalls mit der Rettung in ein Spital gebracht.

Sieger freut sich nur bedingt

Steimles Jubel über den zweiten Sieg nach dem Prolog in Wels währte nur kurz. "Das ist eine unglaubliche Woche für mich, was wir hier abliefern ist grandios", sagte der Vorarlberg-Legionär, wünschte aber gleichzeitig den Sturzopfern gute Besserung. "Ich freue mich über den Sieg, aber wenn man gesehen hat, mit wievielen km/h die anderen geflogen sind ..."

Für Gamper kam der dritte Rang überraschend. "Es war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich einen guten Sprint gefahren bin", sagte der Fahrer des Teams Tirol KTM. "Ich wollte unbedingt unter den ersten fünf in die letzte Kurve, es war wirklich gefährlich und sehr hektisch."

Vorjahressieger Hermans fährt im Roten Trikot zur alles entscheidenden Bergankunft zum Alpenhaus in 1.670 m Höhe. Der Belgier hat acht Sekunden Vorsprung auf den Australier Ben O'Connor und 13 auf den Kolumbianer Winner Anacona. Riccardo Zoidl, der Gewinner von 2013, ist 1:10 Minute dahinter Sechster.

Der 7,1 km lange und bis zu 22 Prozent steile Anstieg zum Horn hatte Zoidl bisher kein Glück gebracht. "Vielleicht geht es diesmal auf", sagte der 31-Jährige. Er habe sich seit langem überlegt, wie er es am besten angehen solle. "Vielleicht fahre ich unten meinen eigenen Rhythmus und riskiere 15 Sekunden zu verlieren, kann dafür aber auf den letzten Kilometern viel gutmachen", erklärte der Profi des Teams CCC.

Zoidls Teamkollegen hatten in der Abfahrt von der Bergwertung Niederau in der Wildschönau den attackierenden Visconti gejagt. Dabei kam es bei hohem Tempo zu den ersten gefährlichen Unfällen. Ten Dam und Astafjew stürzten schwer. "Wir hätten ruhig langsamer runterfahren können", meinte Zoidl später nachdenklich.

Massensturz

Kurz vor dem Ziel kam es bei der Ausfahrt aus einem Tunnel und einer gleich danach folgenden scharfen Rechtskurve zu einem Massensturz. Betroffen war u.a. der Oberösterreicher Sebastian Schönberger, der noch ins Ziel fuhr, sich danach aber auf die Fahrbahn legte. Es bestand Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, er wurde zur Kontrolle ins Spital gebracht.

"Auf den letzten 1.000 Metern ein Tunnel und dann gleich scharf rechts, das ist lebensgefährlich", kritisierte Stephan Rabitsch (Felbermayr Wels). Und der deutsche Tirol-KTM-Legionär Georg Zimmermann, der Führende der Bergwertung, meinte, hier wolle man keine Zielankunft mehr. "Nach dem Tunnel mit 70 km/h scharf rechts, da hat's richtig gecrasht."

Zoidl kam im Gegensatz zu Schönberger gut durch. "Ich habe schon geahnt, dass da etwas passieren wird und habe mich ganz hinten ins Feld zurückfallen lassen. Das war ein abartiger Crash, die meisten sind geradeaus geschossen. Ich bin froh, dass ich gut durchgekommen bin." Als Veranstalter sei man auf die örtlichen Gegebenheiten angewiesen, meinte der 31-Jährige. "Aber ein Tunnel vor einem Sprint, das ist immer heikel."

(APA)

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