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ÖOC rehabilitierte sieben "Sünder" von Turin

Kurz vor Ende der Amtszeit von Leo Wallner als Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees hat das ÖOC den seit dreieinhalb Jahren währenden Konflikt mit dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) beigelegt.

Das ÖOC gab am Dienstag in einer Presseaussendung bekannt, dass die sieben aktuellen oder ehemaligen ÖSV-Mitglieder – Biathlon-Sportdirektor Markus Gandler, Arzt Peter Baumgartl, die Langlauf-Trainer Gerald Heigl und Gerhard Urain, Physiotherapeut Volker Müller, Masseur Andreas Eder und Materialtechniker Reinhard Neuner – “als rechtlich rehabilitiert gelten”.

Damit steht einer Entsendung des erfolgreichen Biathlon-Teams inklusive Betreuer und Sportdirektor zu den Olympischen Spielen im Februar 2010 nach Vancouver nichts mehr im Weg. “Das freut mich riesig”, lautete die erste Reaktion von Gandler. “Das bringt natürlich mehr Ruhe ins Team und macht vieles leichter”, meinte der Tiroler mit Blickrichtung Vancouver, wo Österreichs Skijäger an ihre tollen WM- und Weltcup-Erfolge anschließen möchten. Schröcksnadel hatte mehrfach gefordert, die “ungerechtfertigten ÖOC-Sperren” aufzuheben, oder der ÖSV werde die Medaillenkandidaten aus dem Biathlonlager nicht zu den Olympischen Spielen entsenden.

Das ÖOC hatte nach dem Dopingskandal bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin das gesamte damalige Biathlon-Betreuerteam sowie Langlauf-Betreuer, insgesamt 13 ÖSV-Mitglieder, für “nicht mehr akkreditierungswürdig” erklärt, weil das Vertrauen in die Verhinderung von Dopingvergehen nicht gegeben sei. Der Vorwurf lautete, dass sich Biathleten und Langläufer in Turin zur Förderung ihrer Praktiken bewusst Quartiere außerhalb des Olympischen Dorfes gesucht hätten, was Gandler und Kollegen stets vehement bestritten haben.

Am 29. Juli 2009 hatte das ÖOC bei einer Vorstandssitzung bereits die im Juni 2007 verhängten Sanktionen gegen die fünf Betreuer Alfred Eder, Walter Gapp, Walter Hörl, Heinz Mühlbacher und Stefan Rohrmoser zurückgenommen, nun folgten die restlichen sieben Österreicher. Der 13. Betreuer war der Liechtensteiner Emil Hoch.

Der Schritt folgte am Dienstag nach einem Meeting zwischen einer vom ÖOC-Vorstand nominierten Kommission mit dem bald scheidenden Präsident Wallner und den Vorstandsmitgliedern Dieter Kalt, Herbert Hübel und Fritz Niederndorfer auf der einen Seite sowie ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. “Nach Auflistung aller bisher erfolgten Gespräche und der ergangenen Prüfberichte verschiedener Institutionen wurde beschlossen, den ÖSV zu informieren, dass aufgrund der neuen gesetzlichen Anti-Dopingregelungen in Österreich und des erfolgten Abschlussberichtes der SOKO Doping nachstehende Personen als rechtlich rehabilitiert gelten”, begründete das ÖOC mittels Presseaussendung die Entscheidung samt Nennung der rehabilitierten Namen.

Das ÖOC hofft, dass damit die Probleme mit dem ÖSV beseitigt sind. “Mit diesem Beschluss sollte die seit den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 in Österreich anhängige Diskussion als abgeschlossen betrachtet werden”, hieß es in der Aussendung weiter. Schröcksnadel wollte sich vorerst nicht zu der Entscheidung äußern.

Das ÖOC schloss sich damit auch der Ansicht des Internationalen Skiverbands (FIS) an. Die FIS hatte bereits im Februar 2008 gegen Gandler, Andreas Eder und Heigl den Vorwurf von Dopingvergehen fallengelassen. Hoch war dagegen auf Lebenszeit von allen FIS-Veranstaltungen ausgeschlossen worden. Die FIS sprach zudem wegen Verletzungen der Anti-Doping-Bestimmungen zweijährige Sperren gegen die Athleten Johannes Eder, Martin Tauber und Roland Diethart aus, der von der FIS nicht sanktionierte Jürgen Pinter wurde im November 2008 vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) für vier Jahre gesperrt.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte zudem Ende April 2007 die Skilangläufer Diethart, Johannes Eder, Pinter und Tauber sowie die Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann, die ihre Karriere nach Turin beendet haben, auf Lebenszeit von Olympia ausgeschlossen. Die vier Langläufer legten beim Sportgerichtshof Einspruch ein, der CAS lehnte im Jänner 2008 die Einsprüche von Eder, Pinter und Tauber ab und verkürzte die Sperre von Diethart.

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