Nur 22 Festwochenkonzerte im Musikverein

In einem "deutlich abgespeckten Büchlein" hat Musikvereins-Intendant Thomas Angyan am Dienstag seine nur 22 Konzerte im Rahmen der nächsten Wiener Festwochen. Das übrige Musikprogramm findet im Konzerthaus statt - ohne von diesem veranstaltet zu werden. Neben einem Inhalt zwischen Reger-Requiem, "Les Noces" und viel Paris bleiben die Festwochenkonzerte kulturpolitisch eine Baustelle.

Erst in der kommenden Woche wird Hinterhäuser das Programm der Festwochen präsentieren – darunter wohl auch die musikalischen “Inseln”, die die Festwochen diesmal im Konzerthaus veranstalten. Die Tücke dabei: Jene 200.000 Euro, die durch die Abschaffung des Frühlingsfestivals frei werden und dem Konzertprogramm zugutekommen sollten, fließen zu Gänze in diese “Inseln”. Dem Konzerthaus – und dann wegen des alternierenden Modus im nächsten Jahr dem Musikverein – bleibt davon nichts außer Mieteinnahmen. Die “traditionellen” Festwochenkonzerte im jeweils anderen Haus wurden stark gekürzt. Hinterhäuser habe sich in Absprache mit ihm aus den rund 70 Konzerten, die der Musikverein in der Festwochenzeit veranstaltet, rund ein Drittel ausgesucht.

“Markus (Hinterhäuser, Anm.) und ich sind eng befreundet und es wird nicht möglich sein, einen Keil zwischen uns zu treiben”, betonte Angyan sein “volles Verständnis, dass er sich im Musikbereich profilieren will”. Es sei “wichtig, richtig und gut”, dass Hinterhäuser bei den Konzerten Akzente setze. Glücklich sei man mit der Situation aber weder im Musikverein noch im Konzerthaus. Für die Zeit nach Hinterhäuser werde man sich erneut überlegen müssen, “wie wir mit den Festwochen sinnvoll zusammenarbeiten können und sollen”. Die derzeitige Lage der Förderung, die für die beiden Konzerthäuser de facto einen Totalentfall des Frühlingsfestivals-Budgets bedeutet, finde er “traurig”. Das weitere Vorgehen werde er “in engster Abstimmung” mit Konzerthauschef Matthias Naske planen.

Zwischen 11. Mai und 19. Juni tragen nun also nur 22 Konzerte das “Mascherl” der Festwochen – was bei manchem Künstler, der in derselben Periode spielt, aber nicht ausgewählt wurde, durchaus Unmut ausgelöst habe. Eröffnet wird der Reigen von den Wiener Philharmonikern unter Riccardo Muti mit Berlioz’ “Messe solennelle”, daneben tritt das Orchester auch mit Daniel Barenboim um Max Regers “Requiem” für die Opfer des ersten Weltkrieges, sowie mit Mariss Jansons auf. Aus den beiden Symphoniker-Programmen dieser fünfeinhalb Wochen hat es nur eines – mit Leonidas Kavakos und Vladimir Jurowski – ins Programm geschafft. Auch das RSO ist nur einmal vertreten, dafür mit elf Solisten und einem “großartigen” Programm, das Hinterhäuser erarbeitet hat und das nach “sehr langer Zeit” wieder Strawinskis “Les Noces” auf die Konzertbühne bringt.

Harnoncourt macht mit seinem Concentus Haydns “Jahreszeiten”, die ausländischen Gastorchester kommen aus Berlin (mit der Staatskapelle und Barenboim), aus Bologna (Abbado und sein Orchestra Mozart mit drei Terminen) sowie gleich zweimal aus Paris: Paavo Järvi steht am Pult des Orchestre de Paris, Philippe Jordans Chefdirigenten-Zeit bei den Wiener Symphonikern ab Herbst 2014 wird “vorbereitet” durch einen Besuch seines Orchestre de l’Opera de Paris, das erstmals in Wien gastiert – mit einem “opernlastigen Programm”. Als Solisten sind Maurizio Pollini – mit Orchesterkonzert und Recital -, Rudolf Buchbinder oder die beiden Schwestern Khatia und Gvantsa Buniatishvili mit Klavier zu vier Händen eingeladen.

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