NR-Wahl: Die türkisen, roten, blauen, pinken und grünen Hochburgen

Die ÖVP ist traditionell in ländlichen Gebieten im Westen Österreichs stark.
Die ÖVP ist traditionell in ländlichen Gebieten im Westen Österreichs stark. ©APA/HANS PUNZ
Bei der letzten NR-Wahl punktete die ÖVP traditionell in Tirol und im Burgenland, Peter Pilz grub den Grünen ihr Wasser in Wien ab. Die SPÖ waren im Burgenland besonders stark. Eine Überraschung gab es hingegen bei der FPÖ.

73 Prozentpunkte lagen 2017 zwischen dem besten und dem schlechtesten Ergebnis der ÖVP - nämlich 83,3 Prozent in der Tiroler Kleinstgemeinde Hinterhornbach und 10,3 Prozent in Golling a.d. Erlauf/NÖ. Im kleinen Tiroler Dorf Spiss musste sie aber auch ihr größtes Minus (19,5 Prozentpunkte) verschmerzen. Am stärksten (um 22,6 Punkte) zulegt hat die ÖVP im oststeirischen Gersdorf an der Feistritz.

FPÖ wechselte von der Steiermark nach Kärnten

Insgesamt bestätigten sich die traditionellen Hochburgen der Parteien - abgesehen von der FPÖ. Sie machte 2017 ihre besten Ergebnisse nicht in der Steiermark, sondern in Kärnten. Wahlsieger ÖVP konnte hingegen wie immer auf die Top-Gemeinden in Tirol und Vorarlberg bauen, die SPÖ war wie gewohnt im Burgenland stark. NEOS waren in Vorarlberg am stärksten, die Liste Pilz in den ehemaligen Grünen Wiener Hochburgen - in denen allerdings auch die (bundesweit unter die Vier-Prozent-Hürde gefallenen) Grünen selbst noch, neben einigen Vorarlberger Gemeinden, ihre besten Ergebnisse schafften.

Großer Wahlsieger war 2017 die ÖVP - mit bundesweit einem kräftigen Plus auf 31,5 Prozent. Die Stärke der von Sebastian Kurz auf Türkis umgefärbten Volkspartei zeigte sich auch in ihren schwächsten Ergebnissen: In keiner Gemeinde war die ÖVP schwächer als 10,3 Prozent.

SPÖ im Burgenland am stärksten

Die SPÖ - die insgesamt schwach auf 26,9 Prozent zulegte - lag hingegen in 133 Gemeinde unter 10,3 Prozent. Und in zwei Gemeinden, in der ÖVP-Hochburg Hinterhornbach und im Vorarlberger Schröcken, entschied sich kein einziger Wähler für sie. Auch die Top-Werte der SPÖ blieben weit unter denen der ÖVP. Am besten lief es wie immer im Burgenland, das stärkste Ergebnis lieferte die dort kleinste Gemeinde Tschanigraben mit 67,6 Prozent. Im Burgenland - in Inzenhof - setzte es aber auch den stärksten Einbruch um 32,6 Prozentpunkte. Die SPÖ legte teilweise aber auch deutlich zu - allen voran die fünf Wiener Inner-Gürtel-Bezirken Neubau, Mariahilf, Josefstadt, Alsergrund und Wieden, mit 13,1 bis 10,0 Prozentpunkten Plus.

FPÖ in Kärnten mit dem besten Ergebnis

Die FPÖ (österreichweit 26,0 Prozent) nahm der SPÖ Kärnten ab - und dort lukrierte sie 2017 auch ihre besten Gemeindeergebnisse: 53,8 Prozent (bei einem Plus von 23,7 Prozentpunkten) in Deutsch-Griffen waren der blaue Topwert. Über die 50-Prozent-Marke kam die noch von Heinz-Christian Strache geführte Partei auch im oberösterreichischen St. Georgen am Fillmannsbach und zwei weiteren Kärntner Gemeinden. Das niedrigste Ergebnis waren 7,2 Prozent im Tiroler Kaunertal; in acht Gemeinden wählten keine zehn Prozent blau. Das größte Plus (28,1) verzeichnete die FPÖ in der Tiroler Kleinstgemeinde Namlos, die größte Einbuße im Osttiroler St. Jakob in Defereggen (13,8).

NEOS in Vorarlberg stark

NEOS verdankten ihrem damaligen Parteichef Mathias Strolz das stärkste Gemeindeergebnis und das größte Minus: In seinem Vorarlberger Heimatort Dalaas wählten 19,5 Prozent pink - aber das waren um 20,5 Prozentpunkte weniger als 2013. In sechs Gemeinden - darunter Tiroler ÖVP- und burgenländische SPÖ-Hochburgen - entschied sich niemand für NEOS.

Grüne Hochburgen in Wien

Die vom Ex-Grünen Peter Pilz gegründete Liste JETZT punktete vor allem in Grünen Hochburgen - und zog mit 4,4 Prozent statt ihnen ins Parlament ein. Das stärkstes Ergebnis gab es in Wien-Neubau mit 12,1 Prozent. In elf Gemeinden fand Pilz keinen einzigen Anhänger.

Die Grünen (sie flogen mit nur mehr 3,8 Prozent aus dem Nationalrat) verloren zwar am stärksten in ihren alten Wiener Hochburgen - Neubau, Mariahilf -, aber dennoch hatten sie dort noch ihre stärksten Ergebnisse. Den höchsten Grün-Anteil lieferte jedoch das Vorarlberger Schnepfau, mit 13,1 Prozent.

>> Alles zur Nationalratswahl

(APA/red)

  • VIENNA.AT
  • Nationalratswahl
  • NR-Wahl: Die türkisen, roten, blauen, pinken und grünen Hochburgen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen