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Nova Rock: Mother´s Cake nahmen Hitze mit Humor

Heute spielten Mother´s Cake am Nova Rock.
Heute spielten Mother´s Cake am Nova Rock. ©APA/HERBERT P. OCZERET
Die Hitze am Nova Rock macht nicht nur den Besuchern zu schaffen, doch das Tiroler Trio Mother´s Cake nahm die sommerlichen Temperaturen mit Humor.
Mother´s Cake @ Nova Rock
New Model Army @ Nova Rock

Immer dasselbe? Ja, als Festivalbesucher fühlt man sich manchmal wie in "Und täglich grüßt das Murmeltier". Während Bill Murray im Filmklassiker allerdings eine winterliche Zeitschleife durchleiden muss, ist es im Fall des diesjährigen Nova Rock das genaue Gegenteil: Hitze, Hitze, Hitze. Deshalb suchten die Besucher am Freitagnachmittag auch gerne die Schattenplätze vor den Bühnen auf.

Wie mit dem Lineal gezogen schien da die Grenze zur sonnenbeschienenen Fläche, als das Tiroler Trio Mother's Cake auf der Blue Stage seinen von psychedelischen Ausflügen infiltrierten Stoner Rock servierte. Gerne wurden die Songs in die Länge gezogen, gab es instrumentale Passagen, die zur sommerlichen Atmosphäre passten und natürlich einige launige Ansagen von Sänger und Gitarrist Yves Krismer. "Jetzt spielen wir 'The Sun' als Hommage an die gelbe Sau", ließ er den harten Kern vor der Bühne wissen. Eine Beschreibung, die dieser Tage so manchem schweißgeplagten Musikfan in Nickelsdorf wohl aus der Seele spricht.

Zeitgleich ging es auf der Red Stage äußerst technisch zu: Die britische Prog-Band Tesseract hält nämlich nichts von einfachen Songstrukturen, sondern pflügt gerne durch arhythmische Abschnitte, die es dem geneigten Headbanger wahrlich nicht einfach machen, da irgendwie mitzuhalten. Was man auch an den abgehackten Bewegungen von Sänger Daniel Tompkins erkannte, der die Stücke mit melodischem Ausdruck eine Spur in Richtung Nachvollziehbarkeit rückte.

Dass man es als Musiker auch nicht unbedingt besser hat als der gewöhnliche Nova Rocker, gab Trivium-Bassist Paolo Gregoletto zu. "An solchen Tagen ist es echt schwer", lachte er im APA-Gespräch vor dem Auftritt seiner Band - immerhin kann es auch Backstage ganz schön warm werden. Für die Gruppe sind die Festivalshows dennoch eine lohnende Angelegenheit. "Es ist eine gute Routine, die man hier ausspielen kann. Du erreichst einfach neue Leute, und natürlich ist das wichtig. Immer, wenn wir in Europa bei Festivals gespielt haben, ist unser Publikum größer geworden."

Bands trotzen Hitze am Nova Rock 2019

Die Band ist immer noch mit dem 2017er Album "The Sin and the Sentence" unterwegs - für viele ein Schritt zurück zu alten Großtaten der Formation um Sänger und Gitarrist Matt Heafy. "Wir wollen definitiv die Art und Weise, wie wir diese Songs geschrieben haben, beibehalten", stellte Gregoletto in Aussicht. "Es ist gut, daran anzuknüpfen." Derzeit jongliere man mit ein paar Ideen und Riffs herum, wirklich konkret ist die Arbeit am Nachfolger allerdings noch nicht.

Wie aber erkennt die Band, ob etwas entsteht, das funktionieren wird? "Du spürst das einfach, besonders wenn du die Sachen oft spielst. Deshalb ist es sehr wichtig, gemeinsam im Proberaum zu sein. Da stellt sich heraus, was gut ist und was nicht." Frischen Wind hat auch der neue Drummer Alex Bent gebracht, "das hat sicher gut getan", nickte Gregoletto. "Die Herausforderung, interessante Musik zu schreiben, bleibt aber natürlich. Es ist ein Balanceakt, in den viele Faktoren hineinwirken. Aber wenn wir dem folgen, was in unseren Köpfen und Herzen ist, dann stimmt die Richtung meist."

Für das Nova Rock versprach Gregoletto jedenfalls eine Mischung aus alten und neuen Stücken. "Wir haben mittlerweile ja acht Alben, da musst du wirklich gut auswählen, was du weglässt. Das wird mit der Zeit immer schwieriger." Und ansonsten gelte natürlich: "Nutze deine freien Tage und pass auf dich auf, sonst stirbst du", lachte der Bassist, "besonders an so heißen Tagen wie heute."

(APA/Red)

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