NÖM setzt in Krise auf Gentechnikfreiheit und Exporte

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Die NÖM setzt in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen die Konsumenten mit Kaufzurückhaltung vor allem bei teureren Produkten reagieren, auf Gentechnikfreiheit und das Auslandsgeschäft.

Die NÖM AG produziert seit 1. Mai 2009 die gesamte “Weiße Palette”, also alle Milchbasisprodukte, gentechnikfrei und lobt dies auch auf den Packungen mit einem Logo aus.

“Damit ist die NÖM die erste Molkerei Europas, der das gelungen ist”, zeigte sich NÖM-Vorstand Alfred Berger am Dienstag bei einer Pressekonferenz erfreut. Zweieinhalb Jahre habe man gemeinsam mit den Bauern daran gearbeitet – “mit viel Herzblut und Kohle”. Daher bedanke sich die NÖM auch dafür bei ihren Milchbetrieben mit einer Plakatkampagne in Niederösterreich und dem Burgenland.

Für die Konsumenten entstünden aus der Umstellung keine Mehrkosten, wurde betont. Die 4.400 Milchbauern aus Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland, die in der MGN Milchgenossenschaft NÖ zusammengefasst sind und ausschließlich an den NÖM-Standort in Baden liefern, erhalten 1 Cent netto je Kilogramm mehr Milchgeld, ergänzte MGN-Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer. Die NÖM bezahlt ihren Milchbauern derzeit also 25,5 Cent/kg netto bzw. 28,25 Cent/kg brutto.

Eigentlich werde die gesamte Rohmilch (300 Mio. kg pro Jahr), die die NÖM in Österreich verarbeitet, gentechnikfrei produziert, sagte Berger. Also sei auch die bunte Palette, also Joghurt, Buttermilch, FruFru & Co, gentechnikfrei. Es sei aber schwierig zu garantieren, dass etwa bei der Mango im Joghurtdrink ebenfalls auf Gentrechnik verzichtet wurde. Daher könne es nicht auf der Packung ausgewiesen werden.

Die Konsumenten sollen durch die Umstellung auf gentechnikfreie Produktion “Sicherheit haben” und zum Kauf heimischer Produkte animiert werden, waren sich Berger und Gruber-Doberer einig. Gerade in dieser für die Milchbauern schwierigen Zeit – der Erzeugermilchpreis ist innerhalb eines Jahres um 30 Prozent gesunken – sei eine Partnerschaft zwischen Handel, Konsumenten und Milchproduzenten wichtig. Es sei “unbegreiflich”, wie eine Situation entstehen konnte, dass 1 Seidel Bier soviel kostet wie die Bauern für 10 Liter Milch bekommen, appellierte der MGN-Chef erneut an die Solidarität der Konsumenten.

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