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Niemetz: Schicksalstag für Schwedenbomben steht bevor

Quo vadis, Niemetz Schwedenbombe?
Quo vadis, Niemetz Schwedenbombe? ©APA
Die Schwedenbombe tickt: Am Donnerstag endet der Countdown für den Wiener Süßwarenfabrikanten Niemetz endgültig. Dann entscheidet sich, ob das insolvente Unternehmen dank externer Beteiligung weiter bestehen bleiben kann oder verkauft werden muss. Am frühen Nachmittag werden die Gläubiger darüber abstimmen.
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Als potenzieller Retter für Niemetz gilt Investor Erhard Grossnigg bzw. seine Austro-Holding. Parallel wird noch mit Kaufinteressenten verhandelt, die bereits verbindliche Angebote gelegt haben.

Entscheidung wurde verschoben

Eigentlich hätte die Entscheidung über die Zukunft des schwer angeschlagenen Schwedenbombenherstellers schon am 7. Mai fallen sollen. Die Gläubigervertreter stimmten bei der Sanierungsplantagsatzung jedoch einer Fristverlängerung zu. Grossnigg hatte nämlich zuvor – gewissermaßen in letzter Minute – Interesse an einer Beteiligung am Traditionsbetrieb bekundet und den Gläubigern eine 75-Prozent-Barquote in Aussicht gestellt, sich allerdings noch etwas Zeit für die Kapitalaufbringung erbeten.

Anerkannt wurden insgesamt 4,4 Mio. Euro an Forderungen, was bei einer 75-Prozent-Quote 3,3 Mio. Euro an Ausschüttungen bedeutet. Wird diese Lösung abgenickt, übernimmt Grossnigg 70 Prozent des Betriebs, der Rest soll bei den Gesellschaftern – also der Familie Niemetz – bleiben.

Meistbietende für Niemetz

Parallel wird aber auch – für den Fall eines Verkaufs – mit jenen Interessenten weitergesprochen, die bereits verbindliche Angebote gelegt haben. Sechs Unternehmen haben dies getan. Allerdings dürfte derzeit nur noch mit den bisherigen zwei Höchstbietern – also dem Lebensmittelgroßhändler Interfood aus Tirol sowie der rumänischen Heidi Chocolate S.A. – seit vier Wochen Teil des Julius-Meinl-Firmenimperiums – “intensiv” verhandelt, wie die APA aus Gläubigerkreisen erfuhr.

Interfood hatte kürzlich 3,6 Mio. Euro für die Niemetz-Übernahme geboten. Heidi Chocolate will sich die Sache 3 Mio. Euro kosten lassen.

Manner interessiert an Schwedenbomben

Der Wiener Schnittenfabrikant Manner sowie der Risikokapitalgeber GCP (gamma capital partners GmbH), der die Schwedenbombe an die Börse bringen will, haben zuletzt ebenfalls ihr Interesse an Niemetz bekräftigt. Der Confiserie Heindl war die geforderte 75-Prozent-Quote indes zu hoch, sie hat deshalb zu Beginn der Woche ihren Rückzug bekannt gegeben.

(apa/red)

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