Niederösterreich öffnet ohne Massenanstürme

Die Parkplätze von Shoppingcentern waren am Montag voll.
Die Parkplätze von Shoppingcentern waren am Montag voll. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Die Lockdownöffnung in Niederösterreich lief am Montag ohne große Anstürme ab. Die Parkplätze von Bau- und Gartenmärkten waren voll, körpernahe Dienstleister sprechen von vollen Auftragsbüchern.

Das Ende des coronabedingten Lockdowns hat dem Handel in Niederösterreich durchwegs gutes Geschäft beschert, Massenanstürme sind am Montag allerdings ausgeblieben. Ordentlich gefüllte Parkplätze gab es nach Angaben der Sparte Handel der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ) vor allem bei den Bau- und Gartenmärkten. Keinen Run, aber durchwegs volle Terminkalender verzeichneten auch die körpernahen Dienstleister im Bundesland.

Geschäfte-Öffnung "nicht so dramatisch"

Seitens der WKNÖ hieß es auf APA-Anfrage, dass der Ansturm "nicht so dramatisch" wie nach dem Ende des ersten Lockdowns im Vorjahr gewesen sei. Als Grund wurde u.a. "Click & Collect" ins Treffen geführt, das diesmal bei vielen Händlern zur Anwendung gekommen war und Bedürfnisse abgefedert hatte. Umsätze in mehreren Sparten sollen in den kommenden Tagen und Wochen Feierlichkeiten wie der Muttertag sowie Firmungen und Erstkommunionen liefern. Der "nächste große Schritt" für den Handel - Stichwort Einkaufserlebnis - sei die für 19. Mai geplante Öffnung der Gastronomie.

Den allgemeinen Eindruck eines nicht allzu turbulenten Eröffnungstages bestätigte auch die Landespolizeidirektion Niederösterreich. Ein Sprecher betonte am frühen Nachmittag, dass es zu keinen nennenswerten Vorfällen gekommen sei.

Einkaufszentren gut besucht

Gut besucht waren der St. Pöltner Traisenpark, das Einkaufszentrum G3 in Gerasdorf bei Wien (Bezirk Korneuburg) und die Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf (Bezirk Mödling). Einmal mehr zum Renner wurde ein Geschäft für Mode und Wohn-Accessoires im SCS Park, vor dem sich eine Menschenschlange bildete.

Im Wiener Neustädter Fischapark lief laut Center-Leiter Christian Stagl "alles in geordneten Bahnen" ab. Die Kundenfrequenz sei am Montag in Ordnung gewesen, auch die hauseigene Teststation sei gut angenommen worden. Für das Einkaufszentrum in der Statutarstadt begann die Dürreperiode nicht erst mit der sogenannten Osterruhe, sondern bereits mit dem Start der coronabedingten Ausreisekontrollen am 13. März. "Das war wie ein Lockdown für uns. Für die Händler war es ganz schwierig. Sie hatten offen, es waren aber keine Kunden da", blickte Stagl zurück.

Körpernahe Dienstleister zufrieden

Zufriedenheit herrschte bei den körpernahen Dienstleistern. Christine Schreiner, WKNÖ-Innungsmeisterin der Fußpfleger, Kosmetikerinnen und Masseure, sprach davon, dass viele Kunden bereit gewesen seien, ihre zuvor aufgrund der Corona-Maßnahmen verschobenen Termine nachzuholen. Generell sei die gesamte Branche "froh und erleichtert, dass Niederösterreich den Lockdown beendet hat und wir wieder aufsperren dürfen". Zuletzt sei nämlich "die Grenze der Belastbarkeit erreicht gewesen" - nicht nur finanziell, Auswirkungen seien auch physischer und psychischer Natur.

Den in den vergangenen Wochen entgangenen Ertrag könne man jedoch auch bei vollen Auftragsbüchern "nie wieder reinbringen", konstatierte Schreiner: "Bei uns geht es um Zeit, ich kann keine zwei Kunden auf einmal bedienen." Aktuell sehe die Nachfragelage nicht schlecht aus, dennoch heiße es hinsichtlich des weiteren Pandemie-Verlaufs abwarten. "Jetzt ist jetzt. Ich konzentriere mich überhaupt nicht auf den Herbst, hoffe aber, dass es der letzte Lockdown war", sagte die in Seitenstetten (Bezirk Amstetten) ansässige Unternehmerin.

(APA/Red)

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