Niederflur, wo bleibst du nur?

Die Niederflurwagen für den 37er, von meiner Großmutter schon seit Jahren gefordert, lassen weiterhin auf sich warten.

In diesem Fall melde ich mich im Namen meiner Großmutter zu Wort. Diese musste nämlich erst kürzlich wieder erfahren, dass aktive Beteiligung am öffentlichen Leben nicht immer gleich zum erstrebten Ziel führt, so nützlich die Vorschläge auch sein mögen.

Den Fehler, Pensionisten des Alters wegen zum alten Eisen zu zählen, begeht heutzutage kaum noch jemand. Gerade meine Großmutter beweist immer wieder eindrucksvoll, wie viel durch Engagement erreicht werden kann. Was man allerdings bisweilen zu vergessen scheint, ist dass es gesundheitlich ab einem gewissen Alter oft nicht mehr ganz so gut läuft. Ganz normal, werden viele meinen, doch scheint dies eben nicht überall durchgedrungen zu sein, speziell bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben. Denn bei der Umstellung auf Niederflurwagen hat man auf die Straßenbahnlinie 37 offensichtlich vergessen.

Da dies für viele Menschen im 19. Bezirk ein großes Handicap darstellt, hat meine Großmutter bereits kurz vor den Bezirksvertretungswahlen 2005, Döblings Bezirksvorsteher einen Besuch abgestattet. Als sie diesen Missstand ihm gegenüber zur Sprache brachte, versicherte Adolf Tiller, nunmehr seit 27 Jahren seines Amtes waltend, diesen Umstand auf politischer Ebene zur Sprache zu bringen.

„Nun schreiben wir das Jahr 2007“, meinte meine Großmutter bei meinem letzten Besuch sichtlich enttäuscht, „und seitdem hat sich immer noch nichts getan!“ Auch wenn also die Wahlen 2005 gut ausgegangen sind, sollte man nicht auf die Anliegen der Wähler vergessen – denn die Stufen der alten Waggons werden wohl nicht von selbst niedriger!

 

Thomas Heindl

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