Neues Stadtviertel für Wien: Zwischen Stadion und Praterstern

Das neue Stadtviertel in Leopoldstadt - im Vordergrund die neue WU
Das neue Stadtviertel in Leopoldstadt - im Vordergrund die neue WU ©APA (Sujet)
Der Bereich Prater, Messe, Krieau und Stadion in Wien-Leopoldstadt gehört zu einem "Zielgebiet der Wiener Stadtentwicklung", wie es in der Sprache der Stadtplanung heißt. Und tatsächlich: So viel wie dort hat sich in den vergangenen Jahren in kaum einem anderen Stadtviertel getan.
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Dass dies überhaupt möglich war, liegt an der verbesserten Erschließung des Gebiets in Leopoldstadt. 2008 wurde die U-Bahn-Linie U2 bis zum Stadion (und später bis in die Donaustadt) verlängert.

Herber Charme des Bahnhofs Praterstern

Der neue Glanz zeigt sich bereits beim “Entree” zum Zielgebiet, dem Bahnhof Praterstern. Der hat seinen einst herben Charme nach dem Umbau verloren und präsentiert sich inzwischen als moderne Zugstation. Wobei manches aber auch noch an frühere Verhältnisse erinnert: Obdachlose und Gruppen von Alkoholikern sind rund um den Platz weiterhin präsent.

Apropos Entree: Neu gestaltet wurde auch der benachbarte Riesenradplatz, im Gegensatz zum Praterstern aber nicht modern. Finanzierung und Ästhetik des Bauwerks waren und sind höchst umstritten. Einige dort ansässigen Unternehmen – etwa ein Restaurant, eine Großraumdisco und auch ein Wachsfigurenkabinett – sind mit dem Standort dem Vernehmen nach aber zufrieden. Für andere lief es weniger gut, ein Pächter ist inzwischen Pleite.

Großprojekt im Grätzl: Messe Wien

Eines der bis dato größten Projekt im Praterviertel war der Neubau des Wiener Messe- und Kongresszentrums, inklusive eines fast 100 Meter hohen Büroturms mit imposanter Spitze. Errichtet wurde das Messezentrum nach Plänen des Architekten Gustav Peichl.

Das Areal verfügt über eine Nutzfläche von rund 70.000 Quadratmeter. Der neue Campus der Wirtschaftsuniversität (WU) liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Messehallen, im – von der U-Bahn aus gesehen – hinteren Teil, direkt an der Südportalstraße.

Weitere Projekte im neuen Stadtviertel

Ebenfalls im Entstehen begriffen ist das Projekt “Messecarree Nord”, das auf der anderen Seite des Zentrums, also an der Ausstellungsstraße bzw. Vorgartenstraße, errichtet wird. Geplant sind dort unter anderem Gewerbeflächen und Lokale.

Unmittelbar anschließend erstreckt sich die Skyline des “Viertel Zwei”. Besonders prominent ist die OMV in diesem Büroimmobilienensemble vertreten. Der Öl- und Gaskonzern hat dort gleich zwei Gebäude bezogen, konkret die Häuser “Hoch Zwei” und “Plus Zwei”. In der neuen OMV-Zentrale wurden 2009 die bisherigen vier Wiener Konzernstandorte vereint.

Bewährt: Trabrennbahn und Happel-Stadion

Nicht wirklich neu sind die Trabrennbahn Krieau und das Happel-Stadion, wobei das Umfeld der Großarena für die Euro 2008 neu gestaltet wurde. Beim Stadion kann man auch in einem Einkaufszentrum shoppen – das aufgrund der Lage auch “Stadioncenter” genannt wurde.

In dem Bereich wird übrigens auch das neue Trainings- und Wettkampfzentrum für Leichtathletik entstehen. Die Krieau präsentiert sich hingegen seit einiger Zeit als Konzert-Location. Zuletzt war dort etwa Robbie Williams zu Gast.

Auch ein Thema: Prostitution im Prater

Nicht so wirklich geplant war die Stärkung eines anderen Gewerbes: Seit in Wien der Straßenstrich aus den Wohngebieten verbannt wurde, hat sich die Prostitution großteils in den Prater (vor allem den Bereich Perspektivstraße/Messestraße, Anm.) verlagert.

Nach Protesten wurde dort zumindest eine zeitliche Einschränkung auf die Nachtstunden fixiert. Demnächst könnte das Areal überhaupt in ein Wohngebiet umgewidmet werden, was dort zu einem Verbot der Straßenprostitution führen würde.

(apa/red)

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