Neues Sanierungskonzept für bauMax - NÖ kauft Sammlung Essl nicht

Wird der Verkauf der Sammlung Essl der lädierten Kette bauMax zugute kommen?
Wird der Verkauf der Sammlung Essl der lädierten Kette bauMax zugute kommen? ©APA (Sujet)
Die strudelnde Baumarktkette bauMax, deren Gründer Karlheinz Essl gerade seine Kunstsammlung der Republik Österreich verkaufen will, arbeitet an einem neuen Sanierungskonzept. Fix ist indessen auch, dass das Land NÖ die Sammlung nicht ankaufen will.
Sanierungskonzept für bauMax
Negative Reaktionen
Idee: Essl-Sammlung-Verkauf
bauMax in der Krise

Von den Sanierungsplänen für bauMax berichtet die Tageszeitung “Die Presse” am Donnerstag. Demnach sollen fünf der sieben Osttöchter – Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Slowenien und Türkei – geschlossen werden.

Sanierung für die Baumarkt-Kette

Bis Ende April soll das Konzept mithilfe den Beratern von Roland Berger stehen. Gläubigerbanken, Leasinggesellschaften und Kreditversicherer sollen an einem Strang ziehen.

Der Verkauf der 7.000 Werke umfassenden Kunstsammlung ist dem Zeitungsbericht zufolge Teil eines neuen Sanierungsplans. Der neue Plan soll das bereits 2012 erarbeitete und Mitte 2013 revidierte Restrukturierungskonzept – ebenfalls von Roland Berger – ersetzen.

Altes Konzept gescheitert

Die Ziele des alten Konzepts seien nicht erreicht worden. Die Märkte in Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Slowenien und der Türkei sollen liquidiert werden, wobei Vermögenswerte verkauft und damit Verbindlichkeiten zumindest teilweise getilgt würden, schreibt die Zeitung.

Status Quo bei bauMax

Aktuell gibt es in Österreich 66 bauMax-Standorte, 24 in Tschechien, 14 in der Slowakei, 15 in Ungarn, vier in Slowenien, sieben in Kroatien, 15 in Rumänien, acht in Bulgarien und sieben in der Türkei. In Summe beschäftigt bauMax rund 8.900 Personen, davon rund 4.000 in Österreich.

Kein Ankauf durch Land Niederösterreich

Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) hat am Donnerstag eine klare Festlegung seitens des Landes Niederösterreich im Zusammenhang mit der Kunstsammlung Essl getroffen. “Kooperation selbstverständlich ja, Ankauf nein”, sagte er am Rande eines Pressegesprächs zum Thema “Zukunftsperspektive für die NÖ Kulturlandschaft”.

Pröll verwies dabei auch auf “viele Fragezeichen”, die es gebe. Das gelte vor allem für die Zukunft des Unternehmens bauMax.

Das Angebot von Karlheinz Essl

Karlheinz Essl hatte der Republik Österreich am Montag als Beitrag zur Sanierung der familieneigenen angeschlagenen Baumarktkette seine 7.000 Exponate umfassende Privatsammlung zum Kauf angeboten. Laut Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) soll dazu am kommenden Mittwoch ein Runder Tisch stattfinden, zu dem u.a. auch Vertreter des Landes NÖ geladen sind.

Pröll merkte überdies an, dass die Neustrukturierung der Kulturlandschaft “nicht von einer Stunde auf die andere aus dem Ärmel geschüttelt” worden sei. Das Land beschäftige sich vielmehr “seit Jahren” damit. Damit sah er den “Verdacht ausgeräumt”, dass die Situation um Essl Einfluss auf das Donnerstag-Pressegespräch genommen habe.

Auch Secession ist gegen Ankauf

Am Donnerstag trat auch die Secession gegen einen Ankauf der Essl-Sammlung durch den Bund auf.

“Dass überhaupt in Erwägung gezogen wird, einen Betrag in der kolportierten Höhe von 86 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, sehen wir als Affront gegenüber den österreichischen Kunstinstitutionen”, so der Vorstand der Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession in einer Aussendung: “Die Verlautbarung des Ehepaares Essl, die Sammlung würde die Vielfalt der österreichischen Kunstproduktion im internationalen Kontext der letzten Jahrzehnte repräsentieren, halten wir schlicht für anmaßend und unrichtig – großen Konvoluten einzelner KünstlerInnen stehen ebenso große Lücken gegenüber.”

Team Stronach warnt vor Rundem Tisch

Auch das Team Stronach warnte vor dem angekündigten Runden Tisch. Er befürchte, dass ein Ankauf der Sammlung scheibchenweise schmackhaft gemacht werden solle, so Kultursprecher Marcus Franz in einer Aussendung.

(apa/red)

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