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Neues Leben für Geisterhaus

Kornhäusel-Villa &copy APA
Kornhäusel-Villa &copy APA
Dem Geisterhaus von Ottakring wird neues Leben eingehaucht - Die Kornhäusel-Villa drohte zu verfallen - Ein Wohnprojekt rettet nun eines der letzten Baujuwele der Wiener Vorstadt.

Draußen, in der Gegenwart, wo der „J“ seine Endstation hat, nimmt kaum jemand Notiz von ihr. Meterhohe Planken und mächtiger Baumbestand schirmen das geheimnisvolle Geisterhaus hermetisch ab. Viele Jahre hatte ausschließlich der Zahn der Zeit Zutritt und nagte beharrlich an der „Kornhäusel-Villa“, einem der letzten Baujuwele Ottakrings, wahrscheinlich der gesamten Wiener Vorstadt. Jetzt wird das 1804 fertig gestellte Herrschaftshaus in ein modernes Wohnprojekt eingebunden und so gerade noch vor dem Verfall gerettet.

Bedeutender Architekt plante die Villa

Der Großhändler Joseph Jenamy gab das Gebäude bei Joseph Georg Kornhäusel in Auftrag. Dieser Kornhäusel (1782-1860) war zu seiner Zeit einer der bedeutendsten Architekten des Klassizismus und hinterließ an zahlreichen Orten der K.u.K.-Monarchie seine Spuren:
Angefangen beim Husarentempel in Mödling über die Innenausstattung der Albertina und dem Umbau des Schottenstifts bis zum Theater in der Josefstadt, Schloss Eisgrub in Mähren und der Synagoge in der Seitenstettengasse.

Als Kornhäusel die Villa für Jenamy errichten ließ, war Ottakring noch ein idyllischer, von der Kaiserhauptstadt ziemlich weit entfernter Weinhauerort am Rande des Wienerwaldes. Der Ottakringer Bach rauschte friedlich vor sich hin und die Pferdefuhrwerke klapperten die Trampelpfade entlang. 200 Jahre später ist das ehemalige Dorf längst Teil der Millionenmetropole, statt des in den Untergrund verbannten Baches rauscht der Autoverkehr, die Straßenbahnlinien „J“ und “10“ kreuzen einander im allgemeinen Schienengewirr.

Verfallen, aber schön

Im Inneren der Kornhäusel-Villa ist es hingegen beängstigend still, kalt und feucht. Die Decken hängen durch, die Mauern bröckeln, der Boden ist uneben und löchrig. Aber immer noch windet sich der Stiegenaufgang elegant ins einsturzgefährdete Obergeschoß und die historischen Kreuzkappengewölbe werden von vornehmem Stuck verziert. Dabei hatte das Bauwerk viel mehr als nur architektonische Schönheit zu bieten.

1880 wurde nämlich auf dem Areal die „Erste Wiener Kindermilchanstalt“ gegründet, eine für damalige Verhältnisse hypermoderne Institution. Tierhaltung und Milchverarbeitung wurde auf höchstem hygienischen Niveau abgewickelt, die nahrhafte Qualitätsware anschließend an die Wiener Kinderspitäler ausgeliefert. Von den Stallungen sind nur noch Berge von Holzbrettern und Ziegel – die mit dem Doppeladler – übrig. Doch auch diese werden bald Geschichte sein, denn die Baumaschinen ziehen immer engere Kreise um die denkmalgeschützte Villa und schaffen Platz für die Zukunft.

Alter Glanz für´s Baujuwel

Und in dieser Zukunft wird sich ein s-förmiger Bau mit 91 Wohnungen an dem ehemaligen Landsitz vorbeischlängeln. Das altehrwürdige Gemäuer wird restauriert, die alte Holzveranda in ein Kaffeehaus umgestaltet, auch die Innenräume sollen wieder in altem Glanz erstrahlen. Aus dem heruntergekommenen Grätzel könnte ab Mitte 2007 ein lebendiger Bezirksteil mit jeder Menge öffentlichem Freiraum werden. Herrn Kornhäusel tät’s sicher gefallen.

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