Neue Details über Attentat auf Zoran Djindjic

Der frühere serbische Premier soll bei einem ersten Anschlagsversuch im Februar 2003 am Bein verletzt worden sein.Weitere News: Djindjic´ Witwe bestreitet die Behauptungen

Ein britischer Experte hat neue Einzelheiten zu den Hintergründen der Ermordung des früheren serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic enthüllt. Laut bisherigen offiziellen Angaben hatte sich der im März 2003 ermordete Djindjic wenige Wochen vor seinem Tod bei einem Fußballspiel am Kopaonik-Gebirge in Zentralserbien, wo er mit seiner Familie Urlaub machte, eine Beinverletzung zugezogen. Der frühere Chef von Scottland Yard, John Slater, bestritt am Montag für die Tageszeitung “Politika” diese Angaben. Djindjic sei bei einem ersten Attentatsversuch Anfang Februar verletzt worden, gab Slater an.

“Wahrscheinlich wollte er (Djindjic) vor der Öffentlichkeit die Tatsache verheimlichen, dass sein Bein bei einem Attentatsversuch verletzt wurde”, meinte der Brite zur damaligen offiziellen Version. Nach seinen Erkenntnissen war Djindjic verletzt worden, als sein Wagen bei einem ersten Anschlag vom Weg abgekommen war. “Es wurde kein großer Schaden angerichtet”, präzisierte der britische Sicherheitsexperte.

Nach dem ersten Attentatsversuch hätten deutsche Sicherheitsexperten und Slater Djindjic darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um eine erste Warnung handeln würde und ihm eine Reihe ganz konkreter Sicherheitsratschläge gegeben.”Nein, ich werde mich nicht einschüchtern lassen, ich werde mich so wie bisher verhalten”, soll der Premier erwidert haben.

Am 21. Februar kam es zu einem zweiten Attentatsversuch auf den serbischen Ministerpräsidenten, als er zum Belgrader Flughafen unterwegs war. Auch danach weigerte sich Djindjic nach Angaben Slaters, die Sicherheitsvorkehrungen zu ändern. “Ich bin der Meinung, dass er (Djindjic) womöglich noch am Leben wäre, hätte er einige unserer Ratschläge akzeptiert”, sagte Slater der Belgrader Tageszeitung.

Djindjic wurde am 12. März 2003 am Eingang des Regierungsgebäudes von einem Angehörigen der serbischen Sonderpolizei-Einheit “Rote Barette” erschossen. An dem Attentat war auch die damals mächtigste Belgrader Mafia-Gruppe beteiligt. Fünf von zwölf Personen, die an dem Mordanschlag direkt beteiligt waren, sind weiterhin flüchtig. Die Hintergründe des Attentats wurden nie aufgeklärt.

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