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Neue Covid-Verordnung bringt Verbot für Gesichtsschilde

Sogenannte "Face Shields" sollen keine den klassischen Masken vergleichbare aerosolhemmende Wirkung haben.
Sogenannte "Face Shields" sollen keine den klassischen Masken vergleichbare aerosolhemmende Wirkung haben. ©APA/AFP/DAVID GANNON
Neben der Verschärfung der Maßnahmen für Veranstaltungen bringt die neue Corona-Verordnung nun auch das Aus für sogenannte "Face Shields". Zudem wird der 1-Meter-Abstand draußen wiederbelebt.
Regierung schärft bei Veranstaltungen nach

Die von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) für Donnerstagfrüh angekündigte Verordnung zur weiteren Verschärfung der Corona-Maßnahmen lässt weiter auf sich warten. Die Verordnung soll am morgigen Freitag in Kraft treten.

Neben den bereits bekannten Verschärfungen u.a. im Veranstaltungsbereich ist nun fix, dass sie das weitgehende Aus für Gesichts-Schilde und die Wiederbelebung der Ein-Meter-Abstandsregel im Öffentlichen Raum bringen wird. Das hat Anschober am Rande einer Pressekonferenz am Donnerstag bestätigt.

Gesichts-Schilde als Schutzvorrichtung vor dem Aus

Der "Kurier" berichtete am Donnerstag mit Verweis auf einen der Zeitung vorliegenden Verordnungs-Entwurf, wonach die sogenannten "Face-Shields" verboten werden. Überall, wo in Österreich Maskenpflicht gilt, werden sie dann als Schutzvorrichtung nicht mehr anerkannt.

Laut "Kurier" wird im Verordnungstext bei der entsprechenden Passage dem Begriff "abdeckend" die Wortfolge "und eng anliegend" angefügt. In den Erläuterungen heißt es dazu, Hintergrund sei "eine verdichtete Evidenz, nach der insbesondere 'Face Shields' keine den klassischen Masken vergleichbare aerosolhemmende Wirkung haben". Betroffen sein sollen auch die kleinen Kinn-Visiere. Mario Pulker, Gastronomie-Spartenobmann der Wirtschaftskammer, bestätigte den Plan gegenüber dem Ö1-"Morgenjournal".

Gesichts-Schilde würden nur von einer überschaubaren Gruppe, vor allem in der Gastronomie, im Einzelhandel und bei Friseuren, genutzt. Allerdings verstehe Anschober sehr wohl, dass das ganztägige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes eine Belastung darstelle. Deshalb soll es auch eine Übergangsphase geben, in der die Schilde noch als Ersatz für eine Maske gelten. Außerdem soll es eine Sonderregelung für jene Personen geben, die keine schließende Maske tragen können, etwa Asthmatiker.

Wiederbelebung von 1-Meter-Abstand im Freien

Der "Babyelefant" als Symbol fürs Abstandhalten feiert mit der Verordnung sein Comeback, nachdem die entsprechende Regelung vom Verfassungsgerichtshof (VfGH) aufgehoben wurde und seit Juli nur noch als Empfehlung existierte. Jetzt werde der Ein-Meter-Abstand im öffentlichen Raum "wieder verankert als rechtsverbindliche Vorgabe", so Anschober.

Bereits am Montag hat die Regierung die sonstigen ab Freitag geplanten Verschärfungen verkündet, die ebenfalls mit der Verordnung umgesetzt werden sollen. Ab dann dürfen indoor nur noch sechs Personen zusammenkommen, outdoor zwölf. Bei professionellen Veranstaltungen werden im Außenbereich noch 1.500 Besucher zugelassen, drinnen 1.000, das Tragen einer Mund-Nasenschutzmaske wird bei Veranstaltungen verpflichtend, Speisen- und Getränke-Ausschank wird verboten.

Die Aufregung der SPÖ-geführten Bundesländer darüber, dass der neue Verordnungsentwurf bereits am Montagabend mit der Bitte um Rückmeldung und Prüfung an die ÖVP-geführten Bundesländer gegangen ist, schien Anschober am Donnerstag auf Nachfrage nicht zu teilen. Man müsse hier unterscheiden zwischen einem koalitionsinternen Abstimmungsprozess und dem fachlichen Abstimmungsprozess. Letzterer sei auf Fachebene selbstverständlich mit allen Bundesländern passiert und bei diesem spiele die Parteizugehörigkeit natürlich keinerlei Rolle.

Scharfe NEOS-Kritik an fehlender Verordnung, auch FPÖ verärgert

Die NEOS üben scharfe Kritik, weil die Verordnung zu den neuen Corona-Einschränkungen einen halben Tag vor Inkrafttreten noch immer nicht vorliegt. Vize-Klubchef Nikolaus Scherak schreibt in einer Aussendung von fortgesetztem "rechtsstaatlichen Dilettantismus". Dieses bedenkliche Vorgehen schade Unternehmen wie Menschen und Rechtsstaat.

Er sei schon gespannt, wann am Freitag die ersten Strafen in der Höhe von hunderten Euro verhängt werden - "auf Grundlage einer Verordnung, deren Inhalt niemand kennt und niemand kennen kann".

Auch die FPÖ kann nicht nachvollziehen, wieso die neue Corona-Verordnung noch immer nicht verfügbar ist: "In Österreich zählen Gesetze und Verordnungen und nicht das gesprochene Wort von Regierungsvertretern", erklärte Parteichef Norbert Hofer in einer Aussendung.

Der Freiheitlichen-Obmann fragt sich, warum die Verordnungen immer in letzter Sekunde veröffentlicht werden: "Es muss endlich ein Umdenken stattfinden. Maßnahmen sollen in Zukunft erst dann verkündet werden, wenn die Verordnung dafür bereits fertiggestellt ist." Alles andere sei dilettantisch und "eine Pflanzerei".

(APA/Red)

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