Neue Buchmesse "Buch Wien": Zusammenarbeit mit IG Autoren geplant

Vor drei Wochen wandte sich die IG Autorinnen Autoren in einem Offenen Brief an die Veranstalter der neuen Buchmesse "Buch Wien". Unter dem Titel "Lese- oder Literaturabsägefest?" bezeichneten die Unterzeichner die Messe als "Sonderfinanzierung von Verlagspräsentationen".

Nach einem klärenden Gespräch am heutigen Freitag zwischen dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und den IG Autorinnen klingt das nun etwas anders: “Wir werden Teil des Programms sein”, sagte Gerhard Ruiss nach der “kleinen Konferenz” sichtlich euphorisch auf Anfrage der APA. Der “erfreuliche Neustart” bedeute aber noch nicht, dass “es eine g’mahte Wiesen” sei.

“Man möchte die Literatur festivalisieren”, hatte sich der Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren erst am Donnerstag über die Pläne der Buchmesse, die im Herbst zum ersten Mal stattfindet, beschwert. Die Infrastruktur würde bei solchen Veranstaltungen in den Hintergrund gedrängt. Beklagt wurden “honorarfreie Zonen” für Autoren bei Verlagspräsentationen, wie es etwa bisher bei der im Wiener Rathaus stattfindenden österreichischen Buchwoche gewesen sei.

Nach dem heutigen, überraschenden Planungsgespräch ist für Ruiss nun klar: Die Messe ist zweigeteilt. Neben der Buchmesse, die von Reed Exhibitions veranstaltet wird, werde es im Rahmen der vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels organisierten “Lesefestwoche” (17. bis 23. November) “natürlich honorierte Auftritte” geben.

In Arbeit sei ab sofort ein “Veranstaltungspaket” seitens des Literaturhauses. “Das ist eine Chance, die Anwesenheit der internationalen Branche zu nützen”. Konkret wolle man die Umgebung der Literatur in einigen Veranstaltungen in den Vordergrund rücken, also etwa die Themen Lektorat, Übersetzung und Verlagswesen speziell in nicht-österreichischen Verlagen. Verbunden ist diese neu entstandene Zusammenarbeit auch damit, dass man nun “in die Finanzierungsmöglichkeiten der Buch Wien eingebunden” sei. Jeder würde seine Ressourcen einbringen, “es geht ja auch um Abstimmung, damit wir keine Konkurrenz-Veranstaltungen machen”, so Ruiss.

Informationen, dass das internationale Interesse der großen Verlage nicht unbedingt berauschend ist, bestätigte Ruiss. Die Bewerbungsfrist für die Verlage werde wohl bis Ende Mai verlängert werden müssen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass große internationale Verlage wenige Wochen nach der Frankfurter Buchmesse (15. – 19. Oktober) kein Interesse am Standort Wien zeigen, könne das dazu führen, dass sich die Messe aus Gemeinschaftsständen aus Mittel- und Osteuropa sowie heimischen Verlagen zusammensetzt. “Das wäre jedoch eine Variante, die uns bekannt vorkommt”, so Ruiss, “dann gehen wir wieder zum Ausgangspunkt zurück”.

Die Veranstalter der Lesefestwoche bestätigten der APA, dass es nach wie vor nur Lesungen von Autoren geben wird, deren Verlage auf der Buch Wien ausstellen. Honorare und Reisespesen für die Lesefestwoche seien vorgesehen. Das Programm soll Ende Mai vorgestellt werden.

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