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Nepp konnte Absturz der FPÖ bei Wien-Wahl nicht verhindern

Dominik Nepp trat als Spitzenkandidat der FPÖ bei der Wien-Wahl an.
Dominik Nepp trat als Spitzenkandidat der FPÖ bei der Wien-Wahl an. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Dominik Nepp übernahm nach der Ibiza-Affäre das Parteichef-Amt von Heinz-Christian Strache. Der Sprung ins kalte Wasser als Spitzenkandidat glückte jedoch nicht, denn die Wien-Wahl wurde ein blaues Debakel.

Die Wiener FPÖ hat seit Mai 2019 einen neuen Parteichef - der die blaue Bruchlandung nicht verhindern konnte. Dass Dominik Nepp überhaupt den Rathaus-Freiheitlichen eines Tages vorstehen würde, hätte er sich vor eineinhalb Jahren wohl selbst kaum gedacht. Er wurde von den Gremien kurzerhand zum Nachfolger des im Zuge der Ibiza-Affäre abgetretenen Langzeit-Obmanns Heinz-Christian Strache gekürt. Der 38-jährige gebürtige Wiener ist auch nicht amtsführender Vizebürgermeister.

FPÖ konnte Absturz bei der Wien-Wahl nicht verhindern

Seit 2017 fungiert Nepp als Stadt-Vize ohne Portefeuille. Dieser Posten steht den Blauen laut Stadtverfassung zu, da sie bei der Wahl 2015 mehr als ein Drittel der 100 Mandate im Stadtparlament erobert hatten - wobei sie inzwischen vier der 34 Mandate an das Team HC Strache verloren haben.

Nepp war und ist politisch ein relativ unbeschriebenes Blatt. Das liegt nicht zuletzt an den Personen, deren Erbe er damals angetreten hat und in deren Schatten er stand. Denn präsent waren vor allem Strache und der zuletzt geschäftsführende Wiener Parteiobmann Johann Gudenus.

Ibiza, Spesen-Affäre und Philippa ließen FPÖ nicht zur Ruhe kommen

Seither war Nepp damit beschäftigt, die Ibiza-Scherben wegzukehren. Denn die Wiener Blauen sind kaum zur Ruhe gekommen. Der Schatten Straches schwebt noch immer über der Partei, egal ob es um dessen Spesen oder dessen Frau geht. Denn dass man Philippa Strache auf einen wählbaren Platz bei der Nationalratswahl 2019 setzte, bescherte den Hauptstadt-Blauen kein Glück. Nach dem Rausschmiss Straches aus der FPÖ wollte man nämlich verhindern, dass seine Gattin in den Nationalrat einzieht. Das gelang jedoch nicht.

Als Parteichef ist Nepp zumindest designiert. Die Wahl auf einem Parteitag steht noch aus. Dieser war zwar bereits angesetzt, musste aber wegen des Corona-Shutdowns abgesagt werden. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. "Schon als Teenager hat mich Politik fasziniert", verrät der 38-Jährige auf seiner Homepage. Und weiter heißt es da: "Mir war früh klar, dass unsere Werte, unsere Regeln, unsere verbindenden und auch trennenden Ziele sowie die aktive Gestaltung der Zukunft in höchstem Maße Politik sind. Auf allen Ebenen der Gesellschaft, der Verwaltung und der Wirtschaft." Er werde, so versichert er in seinem Webauftritt, nie ein "typischer Berufspolitiker" sein.

Ausländer und "Corona-Wahnsinn" dominierten blauen Wahlkampf

Durchaus nicht untypisch für die Wiener FPÖ sind allerdings seine inhaltlichen Positionen. Nepp bespielte im Wahlkampf das Ausländerthema im Zusammenhang mit Sozialleistungen, machte sich für Autofahrer stark und wetterte außerdem gegen den "Corona-Wahnsinn" der Bundesregierung.

Steckbrief von Dominik Nepp

Dominik Friedrich Nepp, wie er mit vollem Namen heißt, wurde am 14. Februar 1982 in Wien geboren. Er maturierte im Jahr 2000 am Gymnasium Billrothstraße, absolvierte später den Masterlehrgang Führung, Politik und Management an der FH Wien und war als Gesellschafter eines Handelsunternehmen tätig. Berufsbegleitend absolvierte er zwischen 2013 und 2017 den "Master of Arts in Political Management".

Im Jahr 2000 übernahm er Funktionen im Ring Freiheitlicher Jugend. 2005 wurde er Bezirksrat in Döbling, wo er noch immer Bezirksparteiobmann ist. Seit 2010 sitzt er im Landtag, der Wechsel an die Klubspitze erfolgte dort 2015. Auch damals folgte er übrigens auf Johann Gudenus, als dieser nach der Wahl 2015 das Vizebürgermeister-Amt antrat.

Nepp ist verheiratet - seine Frau Barbara zog 2018 in den ORF-Stiftungsrat ein - und hat zwei Töchter. Als Lieblingsspeise nennt er "jede Form von Hausmannskost", zu seinen Lieblingsgetränken gehört unter anderem ein "G'spritzter". Nepp mag Sting und schaut gerne "Game of Thrones". Er führt auf seiner Homepage auch aus, mit welcher Person er gerne sprechen würde. Antwort: "Mohammed, um ihn zu fragen, ob seine Koran-Auslegung auch so intolerant und gewalttätig ist ..."

(APA/Red)

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