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Neal Adams auf der Vienna Comic Con: "Das Coole an Batman ist sein Cape"

Neil Adams zu Gast auf der Vienna Comic Con.
Neil Adams zu Gast auf der Vienna Comic Con. ©APA/WOLFGANG HAUPTMANN
Am Wochenende gaben sich Cosplayer, Comic-Fans und Serien-Junkies auf der Vienna Comic Con ein Stelldichein. Szenestars plauderten aus dem Nähkästchen oder schrieben Autogramme, darunter der legendäre Comic-Künstler Neal Adams, Vater des modernen Batman.
Besucher auf der Comic Con

Das Coole am “Dunklen Ritter” sei “sein Cape”, meinte der 77-Jährige im APA-Interview.

Cosplayer auf der Vienna Comic Con

Sternenkrieger, fleischgewordene Manga- und Computerspiel-Figuren, Zombies und Co. pilgerten in Massen zur bereits vierten Ausgabe dieser jährlichen Veranstaltung in der Messe Wien. EAV-Musiker Thomas Spitzer, auch als begnadeter Zeichner bekannt, mischte sich ebenfalls unter die Gäste. “Ich wurde als Comicfigur geboren und werde vermutlich noch im Jenseits als Comicfigur agieren”, lachte der Sänger, Gitarrist und Grafiker. Von den Outfits zeigte er sich begeistert: “Die könnten wir bei unserer Abschiedstour gut einsetzen. Ich hab’ mir schon überlegt, ob ich nicht ein paar Besuchern das Kostüm ausziehen sollte…”

Zwar stellen Blockbuster-Filme und TV-Serien mit ausgefeilter CGI-Technik sowie Spiele mit fantastischen Grafiken eine Konkurrenz für Comic-Heftchen dar, aber seiner Zunft habe das nicht geschadet, meinte Comic-Künstler Adams. “Wir beeinflussen das doch alles mit unserer Arbeit!”, betonte der Amerikaner. “Wenn heute jemand ins Kino geht und bewusst einen Film auswählt, von dem er glaubt, dass er keine Comic-Adaption ist, muss er nur bis zum Ende sitzen bleiben – und wird dann mit großer Wahrscheinlichkeit im Abspann lesen, dass der Film auf einem Comic basiert.”

Interview mit Neal Adams

Adams begann seine Karriere 1962. “Ich komme aus einer Zeit, in der Politiker einen Kampf gegen Comics geführt haben”, erzählte er. “Das endete damit, dass sie regelrecht verbannt wurden. Als ich dazustieß, hat man mir vorausgesagt, dass Comics in einem Jahr gänzlich verschwunden sein würden.” Aber Adams führte mit seinem Text-Partner Dennis O’Neil nicht nur Batman zu seinen dunklen Wurzeln zurück und verhalf ihm zu einem Comeback, er inspirierte die gesamte Branche. Und er kämpfte für seine Rechte: “Ich bin für faire Tantiemen eingetreten, und dass die Originalzeichnungen den Künstlern gehören. Dazu musste ich kein Superheld sein, bloß manchen Leuten ein bisschen auf die Zehen steigen.”

Adams hat den Joker zum psychopathischen Killer gemacht und u.a. Superman und die X-Men gezeichnet. Eine Lieblingsfigur habe er allerdings nicht: “Das sind alles nackte Männer mit aufgemalten Linien, die anschließend jemand koloriert – seien wir uns doch ehrlich…”, raunte der New Yorker, dem dann doch noch was einfiel: Batmans Cape. “Es schwebt”, schwärmte er. “Es ist, als würde man zwei Charaktere zeichnen: Batman und sein Cape. Ich mag das! Im Film kann man den Umhang schwer effektiv einsetzen, Christopher Lee ist das einmal gelungen – aber nicht als Batman, sondern als Dracula. Das hat mich beeindruckt.”

Fotos und Autogramme: Teurer Spaß

Autogramme und Fotos mit den Stars ließen sich Fans auf der Comic Con einiges kosten: Nils aus Wien blätterte etwa 180 Euro hin, um je ein Foto und Autogramm von John Noble, dem Fringe aus “Herr der Ringe”, und David Morrissey aus “Walking Dead” zu ergattern. “Billiger, als nach Hollywood zu fliegen”, nahm er es locker. Andere investierten in ihre Roben, etwa die beiden Cosplayer “Captain Harley Heartseeker” als Harley Quinn samt riesiger “Bombe” und “Blockholm” als Joker. Beide betreiben ja auch professionelle Webseiten. Spaß hatten offensichtlich alle.

(APA/Red)

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