Nationalratswahl 2013: Spitzenkandidaten haben gewählt

Nationalratswahl: Die Spitzenkandidaten haben ihren Urnengang am Sonntag bereits erledigt.
Nationalratswahl: Die Spitzenkandidaten haben ihren Urnengang am Sonntag bereits erledigt. ©APA
Am Sonntagvormittag ist der Wahltag mit den Stimmabgaben der Spitzenkandidaten angelaufen. Alle Parteichefs zeigten sich vor dem Urnengang einigermaßen optimistisch: Kanzler Werner Faymann (SPÖ) erfreute sich eines ordentlichen Bauchgefühls, Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) rechnete mit einem guten Ergebnis und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache träumt vom "blauen Wunder".
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Spindelegger wählte
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Das eher trübe Wetter im ganzen Land würde eigentlich eine ordentliche Wahlbeteiligung bei der Nationalratswahl 2013 nahelegen. Bis Mittag deutete sich aber eher ein leichter Rückgang gegenüber den knapp 79 Prozent von 2008 an.

Der heutige Urnengang bietet gleich mehrere Spannungspunkte. SPÖ und ÖVP kämpfen um Platz eins, die Freiheitlichen wollten der Volkspartei wiederum Rang zwei abjagen, mit dem Team Stronach und den NEOS peilen zwei Parteien gleich beim ersten Antritt das Überspringen der 4-Prozent-Hürde an und das BZÖ kämpft ums politische Überleben. Der historische Charakter der Wahl ergibt sich daraus, dass die Koalitionspartner SPÖ und ÖVP laut Umfragen erstmals unter 50 Prozent fallen könnten und sogar die Mandatsmehrheit wackeln könnte.

Faymann hört auf Bauchgefühl

Auf Zahlenspiele ließ sich der Kanzler nicht ein, als er Sonntagvormittag gemeinsam mit Ehefrau Martina nahe seinem Wohnhaus in Wien-Liesing zur Wahl schritt. “Das Bauchgefühl ist in Ordnung”, versicherte Faymann, der – von seiner Tochter geweckt – schon um halb sechs in der Früh beim Frühstück gesessen war.

Spindelegger war schon eine Stunde vor dem Kanzler an der Urne und gab sich entspannt: “Schaue ich so aus, als wäre ich schon ein völliges Nervenbündel?”, meinte er beim Eintreffen in seinem Wahllokal in der Hinterbrühl. Dass er seinen Kanzlertraum nicht schon am Wahltag erfüllen wird können, ist auch dem ÖVP-Chef klar: “Heute werde ich noch nicht Bundeskanzler. Aber ich rechne damit, dass wir ein gutes Ergebnis haben.”

Strache hofft auf “blaues Wunder”

Die Freiheitlichen wiederum liebäugeln damit, der Volkspartei Platz zwei abzujagen, was für Parteichef Strache “blaues Wunder” und “politisches Erdbeben” zugleich wäre. Im Wahlkampf habe er jedenfalls Zulauf wie nie zuvor erlebt, verkündete Strache, ehe er sich in ein Fitnessstudio zurückzog.

Um alles geht es heute für das BZÖ, das nur in manchen Umfragen die vier Prozent schafft. Zumindest daheim in Friesach ist Spitzenkandidat Josef Bucher ein gefragte Mann. Bei der Stimmabgabe, zu der er mit seiner Lebensgefährtin gekommen war, musste der oberste Orange zahlreiche Hände schütteln. Gegenüber Journalisten meinte er, dass man alles getan habe, was möglich war. Nun sei der Wähler am Zug.

Stronach hofft auf Einzug in den Nationalrat

Von einem bedeutenden Tag für Österreich sprach Parteigründer Frank Stronach, als er in Oberwaltersdorf wählen ging. Denn es entscheide sich heute, ob das Team Stronach ins Parlament hineinkommt. Gelinge das, werde man neue Ideen einbringen: “Alles fängt mit einer Idee an.” Bei der nächsten Wahl werde man dann schon “sehr viele Stimmen” bekommen.

Und noch einer kämpft um den Einzug in den Nationalrat gleich beim Debüt. Matthias Strolz hat laut Umfragen realistische Chancen, seine liberale Partei NEOS in den Nationalrat zu lotsen. Den Wahltag konnte er sichtlich kaum erwarten. Schon um 8 Uhr früh und damit als erster Spitzenkandidat nützte er die Gelegenheit, seine eigene Partei zu wählen. “Angespannt” war Strolz dabei ein wenig, vertraut wird von ihm dem Wähler. Der habe es in der Hand.

Die gegenteilige Taktik, den Wahltag zu verbringen, schlug Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig ein, die als letzte der Spitzenkandidaten erst am frühen Nachmittag wählt.

(APA/Red)

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